01.12.2019 12:14 Uhr - Weltmeisterschaft - cie

"Es gibt keine Kontinuität" - Frankreich wartet nach Remis gegen Brasilien weiter auf ersten Sieg

"Die Analyse ist kompliziert", erklärte Camille Ayglon-Saurina."Die Analyse ist kompliziert", erklärte Camille Ayglon-Saurina.
Quelle: Marco Wolf
Frankreich ging als Favorit in die Gruppe B, in der auch Deutschland spielt. Doch nach der Niederlage zum Auftakt gegen Korea kam das Team von Olivier Krumbholz nicht über ein 19:19 gegen Brasilien hinaus. Gegen die Südamerikanerinnen, die am Vortag gegen das DHB-Team ihren Auftakt ebenfalls verloren hatten, hatte Frankreich vor einigen Wochen bei einem Test in Japan noch ein 33:22 gefeiert. "Es gibt keine Kontinuität in unserem Spiel", haderte Krumbholz nach der Punkteteilung. Nach der Pflichtaufgabe gegen Australien steht Frankreich in den europäischen Duellen mit Deutschland und Dänemark nun unter Druck.

Bereits in den ersten Minuten zeigte sich, dass nach den überzeugenden Auftritten in der Vorbereitung die Auftaktniederlage gegen Korea bei Frankreich für Verunsicherung gesorgt hatte. Die Deckung stand ordentlich, in der Offensive aber gelang wenig - über acht Minuten vergingen, bevor Camille Ayglon-Saurina den ersten französischen Treffer erzielen konnte. Da sich auch Brasilien schwer tat, war es der Anschlusstreffer zum 1:2.

Nach einer Viertelstunde schien der Favorit dann aber das Heft in die Hand zu bekommen, vier Treffer in Folge machten aus einem 3:4 ein 7:4. Ana Rodrigues gelang mit einem Doppelschlag zwar noch einmal der Anschluss, doch Frankreich zog wieder davon, nahm nach dem 10:7 durch Estelle Nze Minko eine Drei-Tore-Führung mit in die Kabinen.

Brasilien kam im zweiten Abschnitt wieder auf, konnte bereits beim 11:11 durch Bruna de Paula den Ausgleich erzielen. Zwischenzeitlich gingen die Südamerikanerinnen sogar wieder in Führung, doch in der Schlussphase legte dann wieder Frankreich vor - obwohl Estelle Nze Minko nach der dritten Zeitstrafe nicht mehr eingesetzt werden konnte. Alexandra Lacraberre setzte das wichtige 19:18, doch Eduarda Amorim gelang der umjubelte Ausgleich für den Außenseiter.

Krumbholz: "Es gibt keine Kontinuität"




"Die Analyse ist kompliziert", erklärte Camille Ayglon-Saurina nach der Partie. "Selbst beim Blick auf 19 Gegentore haben wir viele Würfe auf das Tor bekommen", verwies Ayglon-Saurina auf die insgesamt fünfzehn Paraden mit denen Amadine Leynaud ihre Mannschaft im Spiel hielt. In der Offensive habe zudem das Tempo gefehlt, der Druck sei spürbar gewesen. "Wir haben es wirklich schwer, Kontinuität in unser Spiel zu bringen. Es gibt so viel zu verbessern", so die französische Spielerin, die zudem bemängelte, dass das Spiel ihres Teams die Außen zu wenig berücksichtigt habe.

Verstimmt zeigte sich auch Grace Zaadi Deuna, die erklärte, dass sie "keine Worte habe". "Ich verstehe nicht, was vor Ort passiert ist, wir finden keine Lösungen. Ich bin frustriert", erklärte die zweifache Torschützin, die neben den handballerischen Aspekten auch die Physis und die Aggressivität bemängelte. "Auch wenn wir kein gutes Spiel machen, müssen wir uns der physischen Herausforderung stellen. Das ist unsere Identität, unsere DNA. Wir verlieren beispielsweise viele defensive Zweikämpfe, das auch eine Frage der gegenseitigen Hilfe - und das macht mich traurig", so Zaadi.

"Die Deckung war gut, der Angriff macht aber wirklich Schwierigkeiten", erklärte Frankreichs Trainer Olivier Krumbholz. "Wir sind nicht da und wir wissen nicht warum, unser Spiel bricht bei der geringsten Schwierigkeit ab", zeigte sich der erfahrene Coach ratlos und fügte an: "Ich fühle mich wie vor sieben oder acht Jahren, wir zögern und ich kann es mir nicht erklären - die Zutaten Brasilien zu schlagen waren da. Die Mädchen sind guten Willens, aber es fehlt der Schlüssel. Das Spiel gegen Australien könnte ein Auslöser für die Zukunft sein."

Ergebnisse und Tabelle - Gruppe B:




Pl. Team Sp. TD Pkt.
1. Deutschland 2 32 4:0
2. Dänemark 2 25 3:1
3. Korea 2 2 3:1
4. Frankreich 2 -2 1:3
5. Brasilien 2 -6 1:3
6. Australien 2 -51 0:4


Deutschland 30:24
(14:11)
Brasilien
Frankreich 27:29
(13:12)
Korea
Dänemark 37:12
(17:4)
Australien
Brasilien 19:19
(7:10)
Frankreich
Australien 8:34
(4:16)
Deutschland
Korea 26:26
(13:10)
Dänemark
Korea 03.12.19
07:00h
Brasilien
Frankreich 03.12.19
11:00h
Australien
Deutschland 03.12.19
12:30h
Dänemark

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