01.12.2019 08:49 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

Verpatztes Wochenende für Rödertalbienen, Waiblingen dreht Heimpartie in Halbzeit zwei

Unverhofft in der Startformation: Victoria HasselbuschUnverhofft in der Startformation: Victoria Hasselbusch
Quelle: Stefan Michaelis, HCR
Aufatmen bei den Tigers Girls vom VfL Waiblingen: In einem rasanten Zweitligaspiel bezwangen die Waiblingerinnen den Tabellenfünften HC Rödertal nach spannendem Verlauf mit 29:27 (16:17) Toren. Nach 36 Minuten hatten die Schwäbinnen noch mit vier Treffern (17:21) zurückgelegen.

Schon vorher war klar, dass bei den Rödertalbienen Ann-Catrin Höbbel nicht mitfahren kann. Dafür meldeten sich die kranken Rabea Pollakowski und Linda Emely Zöge fit. Auch Pavlina Novotna trat die Auswärtsfahrt mit an. Durch einen Fehler des Trainer-Gespanns Frank Mühlner/Frank Hein wurde sie jedoch nicht für das Spiel gemeldet. Stattdessen stand die wegen Rückenproblemen daheim gebliebene Thilde Boesen auf dem Spielberichtsbogen. Durch diesen Ausfall feierte Victoria Hasselbusch (2 Tore) ihr Debüt in der Start-Sieben.

VfL-Coach Nicolaj Andersson versuchte den Gardemaß-Rückraum der Gäste aus Sachsen mit einer offensiven 3:3-Deckung im Zaum zu halten. Vor allem Vivien Jäger machte hier auf der zentralen Mittelposition ein klasse Partie. Da der HCR jedoch die dadurch entstehenden Freiräume am Kreis und den beiden Außenpositionen zu nutzen wusste, entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem bis zum 9:9 die Führung ständig wechselte.

Rödertal mit besserem Start in Halbzeit zwei




In den Folgeminuten zahlte sich das insgesamt variantenreichere Spiel der Tiger Girls auch in Zahlen aus. Durch einen Doppelpack von Sinah Hagen und einem Gegenstoßtor von Vivien Jäger führte der VfL eineinhalb Minuten später mit 12:9. Es folgte die Time-Out-Karte durch Gästetrainer Frank Mühlner. Und die Auszeit zeigte ihre Wirkung, seine Mannschaft kämpfte sich zurück ins Spiel. Während die Waiblingerinnen nun teilweise zu überhastet agierten und einige Torchancen ausließen, nutzte der HCR-Rückraum die nachlassende Konzentration der VfL-Abwehr. Zur Pause lag Rödertal durch einen Wurf ins verwaiste Waiblinger Gehäuse von HCR-Torhüterin Ronja Nühse wieder knapp vorne (17:16).

Nach Wiederbeginn schien das VfL-Team mit den Gedanken noch in der Kabine zu sein. Jedenfalls waren die Gäste hellwach und setzen sich auf 20:16 ab. Wieder schien sich Waiblingen wie in den beiden letzten Partien einen fatalen Durchhänger zu leisten. Doch nach der Auszeit in der 35. Minute fand der VfL mit Kampfgeist und Tempohandball zurück ins Spiel. Die Tigers bekamen den wurfgewaltigen HCR-Rückraum wieder besser in den Griff und arbeiten sich langsam wieder heran.

Tanja Padutsch erzielte nach knapp 45 Minuten den 23:23-Ausgleich. Acht Minuten später zeigte die Anzeigetafel in der Waiblinger Rundsporthalle sogar eine Drei-Tore-Führung (28:25) des VfL ein. Die Trümpfe gegen eine personell reduzierte Gästemannschaft, die mit nur neun Feldspielerinnen antreten konnte, lagen nun bei Waiblingen. Doch der VfL machte es bis zum Schluss spannend.

Waiblingen dreht Rückstand




Die Tigers spielten ihre Angriffe zwar sauber durch, scheiterten jedoch gleich drei Mal in Folge frei vor dem Tor und einmal vom Siebenmeterstrich an Rödertals Keeperin Ronja Nühse. Die Gäste rückten wieder auf 27:28 heran. Doch auch auf der Gegenseite vereitelte nun VfL-Keeperin Laura Pavic gute Einwurfmöglichkeiten der Rödertalbienen. Als Aaricia Smits mit etwas Glück zum siebten Mal per Strafwurf zum 29:27 erfolgreich war, krönten die Tiger Girls eine starke Leistung mit dem vierten Heimsieg.

Nun geht es für die Waiblingerinnen nächsten Samstag zum souveränen Tabellenführer SV Union Halle-Neustadt. Nach dem Befreiungsschlag gegen Rödertal hofft VfL-Mannschaftskapitänin Caren Hammer, "... dass wir dort auch wieder eine gute Leistung zeigen."

"Aufgrund der Enttäuschung nach der Niederlage wollte Bienen-Coach Mühlner keinen Kommentar abgeben. Der HCR muss sich nach der schlechten Leistung und Fehlern in der Schlussphase an die eigene Nase fassen. Handballerisch reichten sie nicht an das Niveau der letzten Spiele heran", bilanzierte der HC Rödertal in seiner Mitteilung.