30.11.2019 06:31 Uhr - Weltmeisterschaft - KempaStage Blog, red

Xenia Smits vor WM-Start: "In dieser unangenehmen Gruppe kommt man nur mit sehr guter Leistung weiter"

Xenia SmitsXenia Smits
Quelle: sportseye.de
Aufgrund einer Schulterverletzung kann Xenia Smits die WM in Japan nur vom Bildschirm aus verfolgen. Im KempaStage Blog- Interview verriet die Rückraumspielerin, wie die Reha läuft und welche Chancen sie den DHB-Frauen bei der Weltmeisterschaft zutraut.

Seit Deiner Schulteroperation im Sommer bist Du zu einer Zwangspause verdonnert. Wie machst du das Beste aus der Situation?

Xenia Smits:
Meine Priorität liegt auf der Schulter, das bedeutet, dass ich täglich zur Rehabilitation und zur Physiotherapie gehe. Dennoch habe ich aktuell logischerweise mehr Zeit als sonst. Glücklicherweise kann ich mein Programm auch in der Heimat absolvieren und die Abende hier mit meiner Familie verbringen. Wenn du die Liebsten in deiner Nähe hast, verschafft es einem immer eine gute Laune.

Als Teammitglied ist man automatisch in einigen WhatsApp-Gruppen der Mannschaft. Wie fühlst Du Dich, wenn Du aktuell diese Nachrichten liest?

Xenia Smits:
Es ist vor allem mental extrem hart, sich auf so eine Situation einzustellen. Am Anfang habe ich sogar bewusst wenig Handball geschaut, damit mich meine Verletzung nicht runterzieht. Die besagten WhatsApp-Gruppen zu verlassen, kam für mich zwar nie in Frage, doch das Lesen der Nachrichten fiel mir schwer. Wenn die Mädels allerdings nachfragen, wie es mir geht, antworte ich selbstverständlich.

Momentan glühen vor allem unsere Nationalmannschaft-Chats. Ich lese mir die Nachrichten immer mal durch, auch wenn ich nicht in dem Geschehen involviert bin. Manchmal bin ich traurig, denn ohne die Schulteroperation hätte ich auch bei der WM in Japan dabei sein können, an anderen Tagen ist so ein Chat einfach nur eine gute Motivation für ein schnelleres Comeback.

Fragt auch mal der Bundestrainer nach Deinem Wohlbefinden?

Xenia Smits:
Das tut er. Ich freue mich natürlich, dass er mich trotz der langen Verletzung weiterhin auf dem Zettel hat (lacht).

Das DHB-Team muss sich in der Gruppe B zuerst gegen Brasilien behaupten. Wirst Du die Spiele verfolgen?

Xenia Smits:
Ich bin leider diesmal nur mit dem Herzen dabei. Doch was die Vorbereitung, die Taktik und die aktuelle Mannschaftsstimmung betrifft, bin ich komplett raus. Die WM ist leider auch zu weit weg, um mal kurz rüber zu fliegen. Mit einigen Mädels halte ich allerdings Kontakt und werde alles so gut es geht aus der Ferne verfolgen.

Wie schätzt du die Chancen der deutschen Nationalmannschaft ein?

Xenia Smits:
Diese Einschätzung ist sehr schwierig, denn unser Team ist aktuell mit sehr jungen Spielerinnen am Start und die Gruppe ist alles andere als leicht. Wenn die Mädels es schaffen, ihr Spiel aufzuziehen, dann kann es gut ausgehen und Deutschland schafft den Einzug in die Hauptrunde.

Gegen die Spitzenteams der Gruppe B wie Frankreich, Brasilien und Dänemark muss man allerdings in jeder Situation 120 Prozent geben. Manchmal hilft auch, wenn das Glück mit dir ist und der Gegner einen schlechten Tag erwischt. In dieser unangenehmen Gruppe kommt man nur mit sehr guter Leistung weiter.



Das vollständige Interview mit Xenia Smits gibt es im KempaStage Blog: