21.11.2019 20:34 Uhr - Länderspiele - chs

Deutschland mit knapper Niederlage bei WM-Generalprobe

Alicia Stolle übernahm viel VerantwortungAlicia Stolle übernahm viel Verantwortung
Quelle: Michael Schmidt
Mit einer über 50 Minuten recht ordentlichen Leistung, aber am Ende einer 29:33-Niederlage gegen Montenegro absolvierten Deutschlands Handballerinnen die Generalprobe für die anstehende Handball-Weltmeisterschaft. Beide Teams nutzten die gesamte Breite ihres Kaders, am Ende hatten die Gäste mehr Körner übrig.

Deutschland startete ein wenig verhalten in die Partie. Offensiv kam man gegen die groß gewachsene Deckung Montenegros nicht zutrück, mit ein wenig Fortune konnte Alica Stolle beim 1:2 (3.) den ersten deutschen Treffer erzielen und dann auch nach der ersten gelungenen Abwehraktion dann das Tempospiel mit dem Ausgleich abschließen.

Über die Defensive, das schnelle Umschalten und auch die Paraden von Dinah Eckerle gewann das DHB-Team im Laufe der ersten Halbzeit immer mehr Sichrheit, konnte auch beim 4:3 (6.) von Emily Bölk erstmals in Führung. Allerdings verpassten die deutschen Damen aus den Fehlern der Gäste konsequent Kapital zu schlagen. Im gebundenen Spiel tat sich das Team, das bis auf Kreisläuferin Julia Behnke nur mit Spielerinnen von Bietigheim und dem Thüringer HC bestückt war, weiterhin schwer.

Per Johansson setzte auf den etablierten Stamm, der schon seit Jahren das Gerüst der montenegrinischen Auswahl bildet und der Europameister von 2012 blieb so in Schlagdistanz. Vor allem Milena Raicevic und Jovanka Radicevic übernahmen viel Verantwortung, doch die Linkshänderin von Buducnost Podgorica scheiterte beim Stand von 7:6 (14.) beim Siebenmeter an Dinah Eckerle.

Allerdings konnte auch Kim Naidizinavicius wenig später beim Stand von 8:9 (19.) den Ball vom Strich nicht an Marina Raicic vorbeibringen. Die Gäste konnten anschließend durch Tatjana Brnovic erstmals auf zwei Tore Vorsprung wegziehen, Deutschland war das einmalig beim 6:4 (11.) von Julia Behnke gelungen.

DHB-Team nach Auszeit mit vielen Wechseln




Henk Groener nahm nun eine Auszeit und versuchte die aufkommende Hektik aus dem Spiel zu nehmen. Mit Alina Grijseels, Shenia Minevskaja und Maren Weigel kamen neue Kräfte für den Rückraum, auf den Flügeln erhielten Antje Lauenroth und Jenny Behrend ihre Einsatzzeit. Allerdings hatte Montenegros Deckung nun die nötige Aggressivität und stellte Deutschland immer wieder vor große Probleme.

Der Spielstand pegelte sich bei ein bis drei Toren Rückstand aus deutscher Sicht ein. Vor allem Grijseels übernahm in der Offensive viel Verantwortung, konnte aber auch defensiv ihre Akzente setzen und unter anderem den punktgenauen Pass zu Jenny Behrends Gegenstoßtor beim 14:15 spielen. Am Ende wurden beim Stand von 16:17 die Seiten gewechselt.

In der zweiten Halbzeit konnte sich Isabell Roch gleich einmal bei einem Siebenmeter von Milena Raicevic auszeichnen. Es war ein Duell auf Augenhöhe, in dem Kim Naidzinavicius und Alicia Stolle das deutsche Team direkt wieder in die Vorlage gebracht hatten und man auch eine doppelte Unterzahl beim 18:18 schadlos überstand.

Erneute Zwei-Tore-Führung aus der Hand gegeben




Die Partie wurde weiterhin im Eiltempo absolviert, die Teams auchten den schnellen Abschluss und das DHB-Team konnte sich zwischenzeitlich mit zwei Siebenmetertoren von Minevskaja zum 20:18 lösen, Montenegro aber beim 21:21 (42.) wieder auf Augenhöhe. Bundestrainer Henk Groener verteilte großzügig die Einsatzzeit, lediglich die leicht angeschlagene Mia Zschocke pausierte mit einem Infekt.

Das hohe Tempo führte allerdings auch zu überhasteten Aktionen, Deutschland geriet beim 22:23 von Sanja Premovic wieder ins Hintertreffen. Wenig später lassierte dann Montenegros Jovanka Radicevic eine Rote Karte nachdem sie Alina Grijseels Ausgleichstreffer mit einer aktiven Schlagbewegung im Gesicht getroffen hatte. Montenegros Linkshänderin hatte sich schon auf dem Parkett bei der deutschen Spielmacherin entschuldigt, die Dortmunderin ging nach ihrer Behandlund dann aber auch noch einmal zum "Shake Hands" an Montenegros Abwehr vorbei.

Es sollte sich keine Mannschaft weiter absetzen, die Gäste blieben in der Vorlage - konnten aber die Chance auf eine Zwei-Tore-Führung nicht nutzen. Henk Groener hatte schon zehn Minuten vor dem Ende seine dritte Auszeit genommen, Amelie Berger im Anschluss dann zum 25:25 egalisiert.

Deutschland versuchte immer wieder auch die Deckung der Montenegrinerinnen mit dem Spiel über zwei Kreisläuferinnen zu knacken, erlaubte sich dann aber auch zu viele Fehlpässe und geriet beim 26:29 (54.) von Dijana Ujkic mit drei Toren ins Hintertreffen. Der Akku der DHB-Damen schien nun leer, auch Montenegro hatte nicht mehr viele Körner - setzte sich aber dann am Ende doch noch bis auf vier Tore zum 29:33-Endstand ab.

Spielstatistik




Deutschland - Montenegro 29:33 (16:17)

Deutschland:
Grijseels 5, Minevskaja 5/4, Naidzinavicius 5, Stolle 4, Bölk 2, Schmelzer 2, Behnke 1, Behrend 1, Lauenroth 1, Schulze 1, Berger 1, Großmann 1

Montenegro:
Raicevic 7, Despotovic 4, Radicevic 3/1, Grbic 3, Klikovac 3, Ramusovic 3, Mehmedovic 2, Brnovic 2, Jaukovic 2/1, Ujkic 2, Bulatovic 1, Premovic 1

Zuschauer: 1.847

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