18.11.2019 17:49 Uhr - 1. Bundesliga - Bilo, Mainz 05

Premiere von Mainz 05 in Wiesbaden wäre fast ein perfekter Einstand geworden

Alicia SoffelAlicia Soffel
Quelle: Ralf Bilo, Mainz 05
Alle im Lager der Meenzer Dynamites waren gespannt, wie die Premiere in Wiesbaden verlaufen würde. Am Ende kann man mit Fug und Recht behaupten, dass es viel Positives vom ersten Bundesliga-Spieltag in der Sporthalle am Elsässer Platz zu berichten gibt. Einzig das Ergebnis macht den Einstand in Wiesbaden nicht ganz perfekt: Die 05erinnen unterliegen dem Favoriten aus Bensheim in einem spannenden Spiel hauchdünn mit 26:27. Aus zwei gleichstarken Teams ragten Alicia Soffel (11 Tore) auf Mainzer Seite und Sarah van Gulik (8 Tore) auf Seiten der Gäste hervor.

Vor fast 900 Zuschauern entwickelte sich von der ersten Minute an ein spannendes Derby mit vielen unterschiedlichen Phasen. Zu Beginn haben beide Seiten ihre Qualitäten in der Offensive gezeigt.

Die Dynamites spielten immer wieder Janka Bauer am Kreis mustergültig frei, während Bensheim einige Tore aus dem Tempospiel erzielen konnte oder von einer sehr gut aufgelegten Sarah van Gulik profitierte. Nach etwa 20 Minuten stockte der Motor der Mainzerinnen etwas und Bensheim konnte sich ein wenig absetzen. Mit einem Drei-Tore-Rückstand wurden die Seiten gewechselt - ein 12:15 stand auf der Anzeigetafel.

Zu Beginn der zweiten Hälfte verhalfen die Bensheimerinnen bei eigener Unterzahl und leerem Tor mit einigen leichten Ballverlusten zum schnellen Ausgleich. Von da an blieb das Spiel wieder ausgeglichen und spannend bis zum Schluss. Ein wenig anders als in Hälfte eins waren in der zweiten Hälfte auch die beiden Abwehrreihen präsenter und bei beiden Teams wechselten sich gelungene Aktionen und vermeidbare Fehler bzw. Fehlwürfe ab.

Die Dynamites verpassten es, mit einer der vielen Möglichkeiten nach dem Ausgleich nachzulegen. So blieb Bensheim immer eine Nasenspitze vorne und konnte diese auch über die Ziellinie retten. Am Ende hieß es 26:27, die Gäste jubelten über zwei Punkte, die sie mit auf die Heimreise nehmen.

Mainz-Trainer Thomas Zeitz betonte allerdings: "Wir hätten einen Punkt verdient gehabt! Mein Team hat einen tollen Kampf geliefert und am Ende hat das Quäntchen Cleverness und eine Prise Glück gefehlt. Aber ich bin unheimlich stolz, wie sich mein Team präsentiert und wie es sich entwickelt. Wer mich kennt weiß, dass ich der Letzte bin, der Dinge im und um das Team durch die Vereinsbrille sieht. Aber ich denke wir alle können sehen und erkennen, wie sich das Team Woche für Woche entwickelt."

Zeitz weiter: "Vor allem taktisch, was für ein Team wie das unsere in dieser Liga und gegen diese Gegner entscheidend ist, werden wir immer besser und sicherer in der Umsetzung der vorab ausgewählten und vorbereitenden Lösungen. Daran gilt es nach der WM Pause weiter zu arbeiten und in der Deckung ein wenig stabiler zu werden. Dann sind weitere Punkte definitiv drin und nur eine Frage der Zeit."

Zeitz und sein Team waren denn auch sichtlich erfreut über den Rückhalt in der neuen Umgebung: "Bedanken möchte ich mich, auch im Namen des Teams, bei der tollen Kulisse! Den mitgereisten Mainzern genau wie den handballinteressierten Wiesbadenern und natürlich auch den vielen angereisten Bensheimern haben beide Teams ein tolles Spiel geboten. Ich kann nur sagen, dass es riesig Spaß gemacht hat vor dieser tollen Kulisse zu spielen. Wir alle freuen uns schon auf das nächste Spiel!"

Sein Team hat wie die meisten anderen Bundesliga-Teams jetzt Zeit zum Erholen und wieder Kräfte schöpfen. Dementsprechend gibt Zeitz vor: "Jetzt heißt es, die WM-Pause richtig nutzen um dann ab dem 2. Dezember 2019 wieder voll durchzustarten. Die ersten sieben Spiele in der 1. Bundesliga haben gezeigt, dass wir uns nicht verstecken müssen! Das nehmen wir mit und darauf bauen wir auf. Ich wünsche allen schon einmal eine frohe und besinnliche Vorweihnachtszeit und schöne Feiertage und freue mich, Euch am 29. Dezember zum Heimspiel gegen Göppingen in Wiesbaden wieder zu sehen!"