17.11.2019 13:09 Uhr - 2. Bundesliga - PM Rödertal, red

Ann Rammer rettet Rödertalbienen den Heimsieg über Harrislee

Tammy Kreibich ist nicht zu stoppenTammy Kreibich ist nicht zu stoppen
Quelle: Stefan Michaelis, HCR
418 Zuschauer feierten im Bienenstock einen 20:17 (11:10) Heimsieg der Bienen gegen den TSV Nord Harrislee. Bedanken dafür durfte sich die Mühlner-Sieben bei Torfrau Ann Rammer die einen echten Sahnetag erwischte. Ann-Catrin Höbbel verletzte sich im Training unter der Woche und stand Trainer Frank Mühlner daher nicht zur Verfügung. Lisa Loehnig knickte beim Einwerfen vor der Partie um. Dafür lief Brigita Ivanauskaite (6 Tore) auf. Außerdem feierte Pavlina Novotna in der 20. Minute ihr Debüt für die Rödertalbienen.

Die "Nordfrauen" hatten Anwurf. Doch schon nach 15 Sekunden unterbrachen die beiden Unparteiischen, weil am Zeitnehmer-Tisch etwas nicht funktionierte. Dem HCR schien die kurze Unterbrechung nichts ausgemacht zu haben. Rammer zeigte mit ihrer ersten Parade, dass es heute nicht einfach wird an ihr vorbei zu kommen. Auf der anderen Seite wurde Ivanauskaite in Position gebracht und erzielte das 1:0.

Der TSV zeigte sich davon nur wenig beeindruckt. Die Gäste zeigten ihr gewohnt schnelles Spiel nach vorne nach Ballgewinn. So gingen sie mit 2:1 in Führung. Die Bienen hatten in den ersten 15 Minuten große Probleme sich auf diesen Spielstil einzustellen. Dadurch setzten sich die Nordlichter auf 7:3 ab. Mühlner zückte die grüne Karte, um seine Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen. Tammy Kreibich kam auf die Platte und stellte mit einer guten Einzelleistung auf 4:7. Mit zunehmender Spieldauer stand die Bienen-Abwehr immer besser. Trotzdem hielt der TSV seinen Vorsprung (5:9).

Ab der 20. Minute häuften sich jedoch die Fehler bei den Gästen. Wenn sie einmal zum Abschluss kamen, war bei Rammer Endstation. Nach einem Ballgewinn war die Harrislee-Abwehr noch nicht formiert, Ivanauskaite nutzte dies zum 6:9 und leitete einen 5:0-Lauf des HCR ein. Dann nutzten die Bienen eine doppelte Überzahl zum 7:9.

Nachdem die wieder gut aufgelegte Rabea Pollakowski (6/2 Tore) nur den Pfosten traf, stand sie goldrichtig und verwertete den Abpraller unbedrängt. Die Bienenführung erzielte Kreibich. Bei drohendem Zeitspiel hatte sie bei ihrem Abschluss das nötige Glück - der Ball wurde von der TSV-Torfrau abgewehrt, prallte an den Innenpfosten und von dort über die Linie. Diese Führung verteidigte der HCR bis zum 11:10 zur Halbzeitpause.

Harrislee bekommt Ivanauskaite nicht in den Griff




Die Gastgeberinnen starteten gut in die zweite Hälfte. Ivanauskaite setzte sich mit einer tollen Einzelleistung durch und netzte zum 12:10 ein. Die Rückraumspielerin stellte die Abwehr der "Nordfrauen" vor große Probleme und war in dieser Phase an vielen guten Aktionen des HCR beteiligt. So legte sie im Sprung nach außen zu Ossenkopp ab, die das 13:11 erzielte.

Kurz darauf konnte sie nur regelwidrig gestoppt werden. Den fälligen Strafwurf setzte Julia Mauksch (4/1 Tor) erst an den Pfosten. Im Nachwurf netzte sie aber ein. HCR-Trainer Mühlner forderte seine Abwehr auf, früher den Spielfluss zu stören. Den so provozierten Fehler der Gäste nutzte Ivanauskaite zum 15:12. Ab der 42. Minute brachten beide Torfrauen der Rödertalbienen den TSV zur Verzweiflung. Erst glänzte Rammer mit zwei Paraden.

Kurz danach kam Ronja Nühse für einen Strafwurf in den Kasten und parierte ebenfalls. Die Bienenfans standen Kopf. Dann trieb Novotna den Ball nach vorne und spielte einen punktgenauen Pass zur mitgelaufenen Pollakowski (16:12). Der HCR zwang durch seine deutlich aggressivere Abwehr, im Vergleich zur ersten Hälfte, den Gegner immer wieder zu Fehlern. Doch im Angriff ließen sie auch einige Chancen liegen, sodass Tore eher Mangelware waren.

Mühlner: "Stimmung war heute grandios"




Bis zur 54. Minute konnte Harrislee den Rückstand nicht verringern. Trainer Herluf Linde nahm sein letztes Time-Out. Die Gäste verkürzten noch einmal auf 16:18 und stellten in der Folge auf eine 5:1-Abwehr um. Die flinke Novotna wurde strafwürdig gefoult. Beim fälligen Siebenmeter scheiterte Pollakowski erst an der Schlussfrau des TSV, bekam jedoch den Abpraller. Mit einem kaltschnäuzigen Dreher traf sie zum 19:16.

Dann brachte Rammer mit einem parierten Tempo-Gegenstoß das handballverrückte Bienenpublikum endgültig zum Ausrasten. Auf der Gegenseite lief Linksaußen Pollakowski ein und erzielte so das 20:16. Harrislee konterte im Gegenzug und öffnete nach dem 20:17 seinen Abwehrverbund. Erneut kam die Außenspielerin an den Ball. Ihr Dreher rollte nur Zehntelsekunden nach der Schlusssirene über die Torlinie, sodass es beim 20:17 blieb.

HCR-Trainer Frank Mühlner: "Ann Rammer hat uns heute gerettet. Natürlich war auch die Abwehrarbeit gut, aber zwischenzeitlich dachte ich, dass sie das Tor zugenagelt hat. In dieser Saison haben wir die Qualität, dass wir trotz eines Rückstandes, wie heute beim 3:7, nicht auseinanderfallen, sondern zurück in die Partie finden. Die Stimmung war heute grandios. Da laufen meine Spielerinnen von alleine. Aber wir müssen auch auf der Platte für eine gute Atmosphäre sorgen. Ich bedanke mich beim Heimpublikum. Das wird am Mittwoch bestimmt ein ganz heißes Duell."