16.11.2019 20:52 Uhr - EHF-Pokal - dpa, PM THC - Martin Holzheier/Bernd Hohnstein

EHF-Cup: Thüringer HC zieht nach Sieg gegen Astrakhan in Gruppenphase ein

Emily Bölk und der THC schafften den Einzug in die GruppenphaseEmily Bölk und der THC schafften den Einzug in die Gruppenphase
Quelle: Tobias Baur, TuS
Der Thüringer Handballclub hat im EHF-Cup die Gruppenphase erreicht. Mit einem 30:25-Sieg (16:12) gegen Astrakhanochka Astrakhan sicherten sich die Thüringerinnen im Rückspiel das Weiterkommen. Das Hinspiel in Russland hatte der deutsche Vizemeister noch mit 25:28 verloren. Iveta Koresova und Emily Bölk überzeugten am Samstag in der Offensive, zum Schlüssel für den Sieg wurde aber die geschlossene Deckungsleistung nd eine überragende Marie Davidsen im Tor. Im Team der Gäste aus Astrachan waren Anna Kochetova und Karina Sabirova sechs Mal erfolgreich.

Der THC hatte Anwurf und Lydia Jakubisova erzielte das erste Tor aus der für sie ungewohnten Rückraumposition. Nach dem Ausgleich der Gäste (2:2) verwandelte Iveta Koresova zwei Strafwürfe in Folge zum 4:2 - und brachte den THC damit in der Addition nach dem 25:28 im Hinspiel auf ein Tor heran. Karina Sabirova machte es ihr nach und erzielte den Anschlusstreffer zum 4:3, nachdem Emily Bölk die erste Zeitstrafe der Gastgeberinnen kassierte.

Auf der Gegenseite gab es die erste Zeitstrafe für Daria Bogdanova: Iveta Koresova verwandelte ihren dritten Strafwurf sicher zum 5:3 (9. Minute). Mehrfach zeichnete sich Marie Davidsen im THC-Tor aus, ihre Vorderleute dankten es ihr mit dem 7:3 nach zehn Minuten. Jetzt war der Rückstand aus dem Hinspiel aufgeholt und der Trainer der Gäste, Vlatko Djonovic sah sich zum ersten Time Out gezwungen.

Beide Mannschaften hatten Fahrt aufgenommen, auf den Treffer des THC folgte jeweils das Gegentor der Gäste. Mitte der ersten Halbzeit zog Alicia Stolle sehenswert aus dem Rückraum ab und erzielte aus zehn Metern das 9:5. Dank starker Paraden von Marie Davidsen kam Astrakhanochka nicht näher heran. Herbert Müller hatte in der 20. Minute dennoch Gesprächsbedarf, da im Angriff zu viele Chancen liegen gelassen wurden.

In der 22. Minute musste Emily Bölk bereits ihre zweite Zeitstrafe auf der Bank absitzen. Es häuften sich die Fehler in Unterzahl und die Russinnen trafen sieben Minuten vor dem Halbzeitpfiff zum 11:11 Ausgleich ins leere Tor der Gastgeberinnen. Das Spiel ohne Torhüterin brachte keinen Erfolg. Iveta Koresova brachte den Thüringer HC mit ihrem fünften Treffer dann beim 13:11 aber wieder mit zwei Toren in Vorlage und während Marie Davidsen einen Siebenmeter parierte, verwandelte Lydia Jakubisova auf der Gegenseite aus der gleichen Distanz und ebnete den Weg zum 16:12-Pausenstand.



Astrakhan musste den zweiten Abschnitt unterdessen ohne Daria Bogdanova bestreiten, die nach einem groben Foul an Iveta Koresova kurz vor der Pause die Rote Karte gesehen hatte. Der Thüringer HC schien die Partie den Griff zu bekommen, auch wenn den Gästen aus Russland der erste Treffer gelungen war. Iveta Koresova erzielte mit dem 19:14 den ersten fünf Tore Vorsprung im Spiel. Die Gäste kämpften druckvoll im Angriff und offensiv in der Abwehr, doch ein Doppelschlag von Alicia Stolle stellte auf 22:16 - aus dem drei Tore-Rückstand aus dem Hinspiel war eine Drei-Tore-Führung für den THC geworden.

Astrakhan Coach Vlatko Djonovic zog allerdings nach Lydia Jakubisovas Treffer ins leere Tor seiner Mannschaft die Notbremse und legte die Grüne Karte auf den Tisch des Kampfgerichts - doch der Thüriner HC blieb stabil. Noch neun Minuten waren zu spielen, als Meike Schmelzer mit einem schönen Dreher einen Tempogegenstoß abschloss und zum 27:19 erhöhte - die Vorentscheidung schien gefallen. Marie Davidsen war weiterhin der starke Rückhalt im THC Gehäuse, bis zur 50. Minute zeigte sie 18 Paraden. Zudem entschärfte sie gegen Karina Sabirova den zweiten Strafwurf dieser Partie, so blieb es beim acht Tore Vorsprung.

Fünf Minuten vor Spielende, erzielte Meike Schmelzer mit ihren fünften Treffer das 28:19, damit waren die Würfel gefallen. Die Gäste gaben sich aber nicht auf und versuchten weiterhin alles: Sie spielten in ständiger Überzahl ohne Torhüterin. In der 58. Minute verkleinerten sie den THC-Vorsprung auf sechs Tore, doch beim 29:23 war der THC in der Addition weiterhin mit drei Toren in Vorlage und die Zeit lief für den Bundesligisten, der am Ende mit einem 30:25-Erfolg as Ticket in die Gruppenphase löste.

Stimmen nach dem Spiel:




Vlatko Djonovic (Astrakhanochka):
Wir haben heute sehr viele Fehler gemacht und in der Abwehr Probleme mit dem Thüringer Angriff gehabt. Das bessere Team hat somit gewonnen.

Ich wünsche dem THC alles Gute für die Gruppenphase und mit einer Leistung wie heute kann sogar das Endspiel möglich sein. Was ich noch sagen muss, ich war ja schon mal mit Buducnost hier, die Stimmung in der Halle ist wahnsinnig gut.

Herbert Müller (THC):
Wir wollten heute ab der ersten Minute kämpferisch stark sein und in der Abwehr zupacken. Ich denke, das haben wie 60 Minuten lang auch gezeigt. Ich muss meiner Mannschaft heute ein Riesenkompliment machen, nach den letzten schweren Wochen noch mal so eine Leistung zu zeigen.

Knackpunkt im Spiel war für mich, dass wir nach dem 11:11 vor der Pause noch mal auf vier Tore davon ziehen konnten. Wir freuen uns auch für die Fans, dass wir auch im nächsten Jahr hier international spielen können.

Stenogramm:




Thüringer HC - Astrakhanochka 30 : 25 (16:12) - Hinspiel 25:28

Thüringer HC:
Marie Skurtveit Davidsen, Ann-Cathrin Giegerich, Mariana Ferreira Lopes, Beate Scheffknecht, Alexandra Mazzucco, Almudena Rodriguez 1, Jovana Sazdovska 3, Meike Schmelzer 6, Alicia Stolle 6, Iveta Koresova 8, Emily Bölk 4, Ina Großmann, Mia Biltoft, Mikaela Mässing, Lydia Jakubisova 2.

H.C. Astrakhanochka:
Anastasiia Riabtseva, Kira Trusova; Anna Kochetova 6, Deborah Hannah Pontes Nunes, Irina Antonova 4, Karina Sabirova 6, Ekatarina Zelenkova, Daria Bogdanova. Elizaveta Malashenko 3, Sofiia Ignatovich, Viktoriia Shichkina, Karyna Yezhykava 1, Anna Kainarova 1, Maria Gafonova 1, Kristina Tarasova 3.

Zuschauer: 1100.
Strafwürfe: 4/4 - 8/6.
Zeitstrafen: 5 - 2.
Disqualifikation: Daria Bogdanova (30. Minute).
Schiedsrichter: Nichlas Nygaard/Nicklas Mark Pedersen (DEN).
EHF-Delegierter: Marek Zabczynski (POL).