12.11.2019 11:39 Uhr - 2. Bundesliga - Biesinger, SG H2Ku

"Das hätte nicht sein müssen" - SG H2Kuties verteilen zu viele Geschenke

Mike LeibssleMike Leibssle
Quelle: SG H2Ku Herrenberg
"Das hätte nicht sein müssen", haderte Trainer Mike Leibssle von den Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg nach dem 27:29 gegen die Füchse Berlin in der Markweghalle, "eigentlich müssen wir dieses Spiel gewinnen." In Halbzeit eins war H2Ku noch auf der Siegerstraße unterwegs, ehe ein kollektiver Aussetzer die zweite Heimniederlage der Saison besiegelte. "Wir haben die Füchse förmlich zu Toren eingeladen", grämte sich der Coach, "wenn man so viele Geschenke verteilt, kann man nicht gewinnen."

Die Gäu-Sieben legte gut los, eine stabile Abwehr mit einer gut aufgelegten Laura Waldenmaier im Tor war Voraussetzung für eine 5:1-Führung nach zehn Minuten. Füchse-Trainerin Susann Müller reagierte mit ihrer ersten Auszeit.

"In der Anfangsphase haben wir eine hohe Effektivität an den Tag gelegt, dieser Vier-Tore-Vorsprung hat sich fast bis zur Halbzeit durchgezogen", so Leibssle zufrieden. Zwar kamen die Berlinerinnen auf 4:6 heran, doch Saskia Hiller und Aylin Bok schraubten die Führung wieder auf 9:5 nach oben.

"Überhaupt hat Saskia ein gutes Spiel abgeliefert", freute sich Leibssle über die insgesamt fünf Treffer seiner Rechtsaußen. Allerdings unterliefen den Kuties bereits in der ersten Halbzeit auch zu viele Patzer in der Offensive. "Beide Mannschaften haben sich unheimlich viele Fehler geleistet", schilderte Leibssle, "wir hätten mit einer höheren Führung als dem 16:12 in die Pause gehen müssen."



Kurz nach Wiederanpfiff der Einbruch: Eine Masse an vergebenen Torchancen und technischen Fehlern ermöglichte es den Füchsen, innerhalb von acht Minuten zum 19:19 auszugleichen (40.). "Wir haben uns zwar gute Möglichkeiten erspielt, diese aber nicht nutzen können", ärgerte sich der Coach. "Zudem haben wir kolossale Fehler fabriziert, die die Füchse knallhart ausnutzten." Die Unsicherheit war auf Seiten der Herrenbergerinnen spürbar, auch die Standhaftigkeit in der Abwehr schwand.

Zehn Minuten vor dem Ende gingen die Gäste mit zwei Treffern hintereinander erstmals mit 24:22 in Führung. "In der Schlussphase haben wir alles versucht, die siebte Feldspielerin gebracht und auf eine offensive Abwehr umgestellt", erklärte Leibssle, doch die Füchse hatten weiterhin die Nase vorn. In der 59. Minute keimte nach einem Siebenmetertor von Kerstin Foth zum 26:27 nochmals Hoffnung auf, ein Treffer von der Berlinerin Bo Dekker und eine Zeitstrafe gegen Lea Neubrander erstickten diese jedoch direkt im Keim.

Die 27:29-Heimniederlage hinterließ bei allen Beteiligten einen bitteren Nachgeschmack. "Wir haben über die gesamte Spielzeit zu viele Bälle leichtfertig hergeschenkt, das werden wir aufarbeiten und analysieren", kündigte Leibssle an. Am Samstag müssen die Kuties bei der HSG Freiburg antreten, ein starker Aufsteiger, der aktuell zwei Plätze hinter der SG H2Ku auf Rang neun der Tabelle steht.