11.11.2019 14:26 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

Nach 23:27-Heimniederlage über HC Rödertal: Solingen-Gräfrath weiterhin punktlos

Franziska PenzFranziska Penz
Quelle: Lars Breitzke, HSV
Liga-Neuling HSV Solingen-Gräfrath steht auch nach dem achten Spieltag nach wie vor ohne Zählbares im Tabellenkeller des deutschen Unterhauses. Vor rund 350 Zuschauern mussten sich die Klingenstädterinnen am Sonnabend mit 23:27 den Rödertalbienen geschlagen geben. Für den Gastgeber avancierte erneut Kapitänin Mandy Reinarz mit 8/2 Toren zur Topscorerin, für den HCR erzielte Linksaußen Rabea Pollakowski (9/2) die meisten Treffer. Am kommenden Samstag gastieren die Bergischen dann beim Tabellennachbarn SV Werder Bremen (15.).

Der HCR reiste mit fast kompletter Kapelle zum Aufsteiger aus Nordrhein-Westfalen. So befanden sich unter anderem die lange verletzten Kristyna Neubergova und Jasmin Eckart im Kader. Dafür musste Brigita Ivanauskaite (4 Tore) vorzeitig von der Platte - eine genaue Diagnose steht noch aus.

"Wir stehen zu Recht unten", bilanzierte HSV-Trainerin Kerstin Reckenthäler unmittelbar nach dem Ende der Partie, in der den Gästen der bessere Start gelang. Schon in der Anfangsviertelstunde konnten die Bienen aus einer stabilen 6:0-Defensive heraus einen Fünf-Tore-Vorsprung aufbauen (3:8) und bis zur 29. Spielminute (9:14) halten, ehe die frisch eingewechselte Dana Gruner für Solingen zum 11:14-Halbzeitstand erfolgreich über die linke Außenbahn einnetzte.

Sowohl im Rückzugsverhalten als auch in puncto Durchschlagskraft aus der zweiten Reihe haperte es bei den Bergischen: "Selbst Mandy Reinarz hat in der Halbzeit gesagt, dass der Einsatz fehlt", so die 37-Jährige, die sich über das Heim-Comeback von Shooterin Vanessa Brandt (nach Knieverletzung) freuen durfte, weiter.

Mühlner: "Nicht mehr als ein Pflichtsieg"




Doch das Blatt sollte sich zu Beginn der zweiten 30 Minuten vorerst nicht ändern: Die alles überragende Linksaußen der Bienen, Rabea Pollakowski, erwischte einen Sahnetag und erhöhte sogar auf 12:19 (37.) - auch, weil die Solingerinnen den Gästen mit technischen Fehlern und Fahrkarten sprichwörtlich in die Karten spielten. Erst ein 4:0-Lauf der Reckenthäler-Sieben von der 49. bis zur 56. Spielminute ließ letzte Hoffnungen auf Erfolg in der heimischen Klingenhalle aufrechterhalten, als Sandra Münch per Siebenmeter zum 22:24 verkürzen konnte.

Während der Aufsteiger dann in den verbleibenden fünf Minuten allerdings nur noch einen Torerfolg durch Mandy Reinarz zu verzeichnen hatte, mobilisierten die Rödertalerinnen nach 610 Kilometer weiter Anreise nochmals letzte Kräfte und feierten schließlich einen verdienten 23:27-Auswärtssieg. Für das Auswärtsspiel in Bremen (Samstag, 19:30 Uhr) fordert die A-Lizenz-Inhaberin nun Einsatz, Kampf und Leidenschaft über 60 Minuten von ihren Schützlingen. "Wenn das nicht zu 100 Prozent da ist, schaffen wir es nicht, die Punkte zu holen", wird Reckenthäler im Solinger Tageblatt zitiert.

"Erneut haben wir nicht mehr als einen Pflichtsieg eingefahren. Wieder einmal machen wir uns mit der schlechten Chancenverwertung das Leben schwer. Das müssen wir dringend in den Griff bekommen", so HCR-Coach Frank Mühlner.