11.11.2019 12:31 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

TuS Lintfort hat bei Kantersieg über Waiblingen Tigers "als Mannschaft überzeugt"

Sinah Hagen kann Becky van Nijf nicht stoppenSinah Hagen kann Becky van Nijf nicht stoppen
Quelle: Martin Zilse, VfL
Mit einer klaren 25:34-(14:18)-Niederlage im Gepäck mussten die Tigers aus Waiblingen die Heimreise von ihrem Auswärtspiel beim TuS Lintfort antreten. Rund fünfzehn gute Minuten vor und nach der Halbzeitpause, in denen der VfL nach einem Sieben-Tore-Rückstand wieder bis auf ein Tor (19:20) heranrückte, waren zu wenig, um am Niederrhein zu punkten. Insgesamt zeigten die Waiblingerinnen gegen hochmotivierte Lintforterinnen eine sehr enttäuschende Leistung.

"Dass wir gegen Waiblingen so eine Leistung abrufen und am Ende auch noch hoch gewinnen, hätte ich nicht für möglich gehalten. Bisher haben wir gegen den VfL immer schlecht ausgesehen", freute sich eine glückliche TuS Trainerin Bettina Grenz-Klein nach dem Spiel.

Dabei begann es gut für den VfL: Durch Tore von Tanja Padutsch, Aaricia Smits und Ann Kynast führte Waiblingen nach etwas mehr als drei Minuten mit 3:1. Doch der Anfangselan sollte sich rasch als Strohfeuer entpuppen. Mit einem kollektiven Blackout im Angriff und in der Abwehr kassierten die Gäste in neun Minuten sage und schreibe neun Gegentreffer in Folge zum 10:3 für Lintfort.

Davon erholte sich Waiblingen lange Zeit nicht. Der TuS hatte wenig Mühe, den Trefferabstand bis zum 17:10 (24. Minute) konstant zu halten. Erst dann fing der VfL an, sich erfolgreich zu wehren und setze nun seinerseits vier Treffer in Folge zum 14:17 kurz vor der Pause. Die VfL-Abwehr erhielt in dieser Phase nun auch Unterstützung von Keeperin Laura Pavic. "Da waren wir zu zögerlich und haben unseren Rhythmus verloren" analysierte Bettina Grenz-Klein noch in der Pause die kurze Phase zum Ende des ersten Durchgangs.

Grenz-Klein: "Hatte das nötige Glück mit den Wechseln"




Die Waiblinger Aufholjagd setzte sich nach dem Seitenwechsel fort. Das VfL-Team ließ in dieser Phase aufblitzen, was in ihm steckt. Mit Kampfgeist, besserer Chancenverwertung und höherer Aggressivität in der Abwehr schaffte der VfL nach 42 Minuten den 19:20-Anschlusstreffer. Doch Lintforts langjährige Trainerin Bettina Grenz-Klein stoppte mit einer Auszeit den VfL-Lauf. Lintfort fand zurück ins Spiel, während die Gäste wieder ihre Tugenden missen ließen. "Da musste ich eine Auszeit nehmen und hatte dann das nötige Glück mit den Wechseln", erklärte Grenz-Klein den weiteren Spielverlauf.

"Wir haben einfach unsere Aufgaben nicht gemacht", gab ein zutiefst enttäuschter Waiblinger Co-Trainer Adrian Müller später zu Protokoll. Der TuS befreite sich aus der brenzligen Situation, mit tatkräftiger Unterstützung der Waiblinger Abwehr, die immer wieder zu spät reagierte und sich dadurch viele Zeitstrafen und Siebenmeter einhandelte. Nur acht Minuten nach dem Waiblinger Anschlusstreffer war Lintfort wieder auf 26:20 davongezogen. Der ohnehin nur kurze Widerstand des VfL war damit endgültig gebrochen, und in den letzten Minuten ergab sich Waiblingen quasi kampflos.

"Auch wenn Naina in der Schlussphase auffällig war, haben wir heute als Mannschaft überzeugt. Denn auch Katrin Kaiser, Mie Norup Isaksen, Becky van Nijf und Loes Vandewal waren nie zu stoppen", freute sich Bettina Grenz-Klein für ihre Mannschaft.