11.11.2019 11:53 Uhr - 1. Bundesliga - PM Buxtehude, red

Freude über Torjubiläum bei Buxtehudes Lone Fischer durch Niederlage gegen Neckarsulm getrübt

Lone FischerLone Fischer
Quelle: Dieter Lange, BSV
Der Buxtehuder SV hat sein Bundesliga-Heimspiel gegen die Neckarsulmer Sport-Union mit 29:33 verloren. Dabei sah es zur Halbzeit nicht danach aus. Beim 17:15-Pausenstand war die Stimmung in der Halle Nord gut, auch weil Lone Fischer kurz zuvor ihr 1000. Bundesliga-Tor erzielte.

996 Tore hatte Lone Fischer vor dem Spiel gegen die Neckarsulmer Sport-Union in 261 Bundesliga-Spielen für den Buxtehuder SV erzielt. Dass sie in ihrem 262. Spiel die 1000 voll machen wollte, war von Beginn an zu spüren. Die ersten beiden Würfe der Gastgeberinnen nahm sich die Linksaußen. Es sind die Tore 997 und 998. Buxtehude erspielte sich früh ein kleines Polster. Isabelle Dölle traf in der siebten Minute zum 4:1.

Vier Minuten später stieg die Unruhe in der Halle Nord. Fischer kam an den Ball, warf und traf - Tor 999. In der 18. Minute hielten die 958 Zuschauer in der Halle schließlich die vorbereiteten Zettel mit der Aufschrift 1000 bereit. Nach einem Foulspiel an Christina Haurum gab es Siebenmeter für den BSV. Lone Fischer nahm sich den Ball. Die Halle bereitete sich auf den vermeintlichen Höhepunkt des Spiels vor. Doch Neckarsulms Torfrau Sarah Wachter war die Spielverderberin. Sie parierte.

Mit der aufkommenden Unruhe in der Halle und dem Warten auf das 1000. Tor von Lone Fischer häuften sich die Fehler im Spiel des BSV. Mehrere Fehlpässe und -würfe reihten sich aneinander. Die ehemalige BSV-Spielerin Michelle Goos gleicht mit ihrem dritten Treffer zum 13:13 aus. Die Partie verlief nun ausgeglichen.

Zwei Minuten vor der Halbzeit brach der Jubel in der Halle aus. Nach einem Durchbruch durch die Mitte traf Lone Fischer zum 15:14 - das 1000. Bundesliga-Tor der 31-Jährigen. Wenig später traf Maike Schirmer mit der Sirene zum 17:15.

Schwächephase Buxtehudes nach Seitenwechsel




Zu Beginn der zweiten Halbzeit gelang der Sport-Union der Ausgleich zum 18:18. Als Lone Fischer anschließend nur den Pfosten traf, nutzte Nele Reimer die Gelegenheit. Per Siebenmeter erzielte sie die erste Gäste-Führung der Partie zum 20:19. Buxtehude verlor völlig den Faden. Im Angriff gelang quasi nichts mehr. Neckarsulm spielte sich hingegen in einen Rausch. Innerhalb von zwölf Minuten setzten sich die Gäste auf 30:22 ab.

In der Schlussphase wehrten sich die BSV-Spielerinnen gegen die drohende Niederlage. Doch die Hypothek der schwachen Phase nach der Halbzeit war zu groß. Buxtehude verlor 29:33. Es war wettbewerbsübergreifend in Bundesliga, EHF-Cup und DHB-Pokal die fünfte Niederlage in Serie. Für die Neckarsulmer Sport-Union war es hingegen im vierten Anlauf der erste Sieg in Buxtehude.

Einen gehörigen Anteil hatten dabei auch die ehemaligen BSV-Spielerinnen Michelle Goos und Lynn Knippenborg. Goos erzielte sechs Tore, Knippenborg traf dreimal. Die Sport-Union kletterte dank des zweiten Saisonsieges auf Rang neun. Buxtehude rutschte hingegen vor dem Top-Spiel gegen den verlustpunktfreien Spitzenreiter Borussia Dortmund auf Rang acht ab.

Stimmen zum Spiel




Pascal Morgant, Trainer Neckarsulmer Sport-Union: "Ich bin glücklich über den Sieg und kann es nicht fassen. Meine Mannschaft hat 60 Minuten einen guten Fight geboten und an den Sieg geglaubt. Wenn wir nach Buxtehude fahren, wäre es vermessen mit einem Sieg zu rechnen. Dennoch sind wir hergekommen, um zu gewinnen. Wir haben den Sieg verdient eingefahren."

BSV-Trainer Dirk Leun: "Wir haben in der Deckung alles vermissen lassen, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben zu viele leichte Tore aus dem Rückraum bekommen. Das müssen wir uns vorwerfen, auch in dieser Besetzung. Wenn man vier Spiele in Folge verliert und die Grenzen aufgezeigt bekommt, fangen die Zweifel auch im Kopf an. Wir werden hart arbeiten müssen. Die Niederlage wird die Mannschaft nicht umhauen. Ich werde alles dafür geben, die Mannschaft besser und erfolgreicher zu machen."

Lone Fischer, Buxtehuder SV: "Die Niederlage ist sehr bitter, weil wir die Punkte mitnehmen müssen. Dass wir die Punkte so abgeben, darf nicht passieren. Wir haben zu viele leichte Gegentore bekommen und waren zu passiv. Ich hätte mich lieber über den Sieg gefreut als über das 1000. Tor. Denn freue ich mich, dass ich den BSV mit den 1000 Toren in den letzten Jahren unterstützen konnte."