11.11.2019 11:05 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Bensheim/Auerbach Flames haben "Leverkusen unter Druck gesetzt", Werkselfen feiern knappen Sieg

Mia Zschocke sicherte Leverkusen den SiegMia Zschocke sicherte Leverkusen den Sieg
Quelle: Andrea Müller, Flames
Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach mussten am Samstagabend vor 850 Zuschauern ihre erste Heimniederlage in dieser Saison hinnehmen. Mit 27:30 (8:14) verlor das Team von Flames-Coach Heike Ahlgrimm gegen die Werkselfen des TSV Bayer 04 Leverkusen. Erfolgreichste Werferinnen waren Julia Maidhof (10/2 Tore) bei den Flames und Mia Zschocke (9) bei den Werkselfen.

"Es wird Zeit, sich für die zuletzt guten Leistungen auch zu belohnen. Wir haben gezeigt, wie gut wir Handball spielen können. In Bensheim wollen wir uns endlich wieder ein Erfolgserlebnis holen", so blickte Robert Nijdam, Trainer der Handballfrauen des TSV Bayer 04 Leverkusen, auf die Auswärtspartie bei der HSG Bensheim/Auerbach voraus.

Der Appell des niederländischen Trainers traf offenbar auf offene Ohren bei seinen Spielerinnen. "Die erste Halbzeit verpennt, die zweite Halbzeit die Tugenden ausgepackt und gewonnen - in der Endabrechnung hat es aber nicht gereicht. So einfach könnte man das Spiel zusammenfassen", bilanzierten hingegen die Flames von der Bergstraßen im Nachgang.

Die Leverkusenerinnen kamen vor 850 Zuschauern perfekt aus den Startlöchern. Nach zehn Minuten hatte man sich mit 5:2 abgesetzt, wobei sich Anna Seidel bereits viermal in die Torschützenliste eintragen konnte. Die Abwehr arbeite variabel, stand sicher und hatte in Nele Kurzke eine gewohnt sichere Torhüterin.

"Wir haben in der 1. Halbzeit nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben zu viele Tore über den Kreis bekommen und hatten abwehrmäßig generell so unsere Probleme und bekamen keinen richtigen Zugriff. Im Angriff hatten wir ebenfalls unsere Probleme und haben zu viel verworfen. Es fehlte uns auch so etwas die Stimmung und die Aggressivität, das schwappt dann auch auf die Zuschauer über", analysierte Flames-Coach Heike Ahlgrimm die erste Halbzeit nach dem Spiel.

Mit einer scheinbar beruhigenden und in dieser Höhe verdienten 14:8-Führung gingen die Elfen in die Halbzeitpause. "Es hat alles, was wir uns vorgenommen haben, in der 1. Halbzeit funktioniert", so Nijdam, der aber dann mit ansehen musste, wie das Spiel plötzlich zu kippen begann.

Die Halbzeitpause tat den Flames gut. Coach Heike Ahlgrimm konnte ihre Schützlinge nochmal auf den Gegner neu einstimmen und ihrem Team die eigenen Stärken aufzeigen, die sie in der 1. Halbzeit vermissen ließen. Nach der Pause waren die Flames wie verwandelt. Sie waren wacher und fanden immer besser ins Spiel. Nach dem 10:17 für Leverkusen durch Svenja Huber (34.) begann die Aufholjagd der Flames, die durch sechs Tore in Folge auf 16:17 (40.) herankamen.

"Als wir Anfang der zweiten Halbzeit zweimal in Unterzahl waren, kam Bensheim plötzlich zurück. Wir haben dann im Angriff zu hektisch agiert, da war ein plötzlich ein Bruch im Spiel", so Nijdam zu der Phase des Spiel als den Gastgeberinnen in der 44. Minute sogar der 18:18-Ausgleich gelang. Da war für Linkshänderin Jennifer Rode nach drei Zeitstrafen und der damit verbundenen Disqualifikation das Spiel bereits seit fünf Minuten vorzeitig beendet.

"Wir haben dann aber die Ruhe wieder gefunden und unser Spiel wieder in den Griff bekommen", so Nijdam, der ein Sonderlob an Nationalspielerin Mia Zschocke verteilte: "Mia hat ein Superspiel gemacht und gezeigt, dass sie zurecht im WM-Kader dabei ist. Anna Seidel hat am Kreis ebenso überzeugt wie später Annefleur Bruggeman, die Jennifer Rode im rechten Rückraum sehr gut vertreten hat."

"Ich glaube, wenn man das ganze Spiel gesehen hat, dann war der Sieg von Leverkusen auch verdient gewesen", bilanzierte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nach dem Spiel, die mit ihrem Team aber die positiven Sachen aus der 2. Halbzeit in die Woche mitnehmen wird.

"In der Halbzeit haben wir uns gesagt, dass wir heraus gehen und mit Leidenschaft arbeiten und wieder kämpfen müssen. Das haben wir dann eine Zeit lang richtig gut gemacht. Wir haben Leverkusen unter Druck gesetzt und waren beim Unentschieden dran. Dann machen wir wieder ein, zwei Fahler zu viel, wo Leverkusen wieder weggehen kann. Wie gesagt, am Ende haben wir dann alles probiert und es war auch mehr drin, doch wir haben einfach zu viele Fehler gemacht und gegen solche Gegner muss halt alles passen. Es geht weiter, wir sind dichter dran und wir haben Leverkusen geärgert. Dann müssen wir uns halt nächste Woche wieder die Punkte holen", so die Trainerin auch mit Ausblick auf das letzte Spiel vor der WM-Pause.

Am Sonntag (16 Uhr in Wiesbaden) ist das Derby beim Aufsteiger 1. FSV Mainz 05. Die Meenzer Dynamites feierten gestern ihren ersten Saisonsieg. Mit 40:33 entschieden sie in Ketsch das Kellerduell beim Mitaufsteiger Kurpfalz Bären für sich. Die Werkselfen erwarten zeitgleich in der heimischen Ostermann Arena die punkgleiche TuS Metzingen, die daheim 29:21 gegen die HSG Bad Wildungen erfolgreich war.