11.11.2019 10:30 Uhr - EHF-Pokal - PM THC, red

Knappe Niederlage für Thüringer HC in Astrachan

Ann-Cathrin GiegerichAnn-Cathrin Giegerich
Quelle: Marco Wolf
Der Thüringer HC musste sich im Auswärtsspiel gegen den HC Astrakhanochka Astrachan mit 25:28 (13:14) geschlagen geben. Technische Fehler, vor allem im eigenen Spielaufbau, führten zu schnellen und einfachen Toren für die Gastgeberinnen, die mit drei Toren Vorsprung ins Rückspiel am kommenden Sonntag nach Nordhausen in die Wiedigsburghalle anreisen. Beste Werferinnen waren Karina Sabirova mit sieben Treffern für Astrakhanochka und Iveta Koresova mit acht Toren für den THC.

Der Thüringer HC startete mit dem ersten Treffer durch Meike Schmelzer in die Partie. Astrakhanochka antwortet postwendend und glich aus. Der THC kam in der Anfangsphase gut ins Spiel und ging mit zwei Toren in Führung. Von Außen setzte sich Kristina Tarasova in der 4. Minute durch und traf von der Außenposition zum 2:3. Iveta Koresova erhöht weiter für die letzte verbliebene deutsche Mannschaft im Wettbewerb um die Qualifikation zur Hauptrunde im EHF Cup. Trotz ihres Nasenbeinbruchs setzte sich Meike Schmelzer am Kreis durch und netzte nach knapp acht Minuten zum 3:5 ein.

Den ersten Strafwurf der Partie verwandelten die Gastgeberinnen, Karina Sabirova verkürzte auf 4:5. Einen Rückraumwurf von Mikaela Mässing parierte die starke Kira Trusova im Tor der russischen Mannschaft. Den ersten Strafwurf für den THC setzte Iveta Koresova über das Tor der Gastgeberinnen. Ihren zweiten Wurfversuch brachte Mikaela Mässing nach 15. Spielminuten im Tor unter und stellte die Zweitoreführung von 4:6 wieder her. Dies zwang Trainer Evgeniy Dmitriev von HC Astrakhanochka zu einem frühen Team Timeout und zur Korrektur im Spiel seiner Mannschaft. Drei Minuten später führte der deutsche Vizemeister mit einem Tor (7:8 - 18. Spielminute).

Astrachan gewinnt Kontrolle




Beide Mannschaften zeigten viele technische Fehler und so konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen. Das Tempospiel der Gäste ließ nun deutlich nach. Astrakhanochka kam besser ins Spiel und provozierte Fehler aufseiten der Thüringerinnen, die das Team zu seinen Gunsten nutzen konnte. In der 21. Minute gelang Ekaterina Zelenkova der Ausgleich zum 10:10. Astrakhans Abwehr hatte sich indes besser auf den Thüringer Angriff eingestellt und ging zwei Minuten später durch Kristina Tarasova in Führung (23. Minute).

Fünf Minuten vor der Pause erhöhten die Gastgeberinnen auf 12:10, Iveta Koresova hielt dagegen. Sie war es auch, die zum 13:12 einnetzte und so den Abstand nicht weiter anwachsen ließ. Der Ausgleichstreffer ging Sekunden später (27. Spielminute) auf ihr Punktekonto. Ekaterina Zelenkova traf zur erneuten Führung für Astrakhanochka, während sich beim Thüringer HC die Fahrkartenwürfe aufs gegnerische Tor häuften. So ging es mit einer knappen 14:13-Führung für die russischen Gastgeberinnen in die Halbzeitpause.

Karyna Yezhykava eröffnete den Torreigen der 2. Spielhälfte und Karina Sabirova brachte die Russinnen auf drei Tore in Führung (16:13). Immer noch ließen die Thüringerinnen zu viele Chancen ungenutzt. Beim 17:13 nach 34 gespielten Minuten zückte Herbert Müller seine grüne Karte. Mikaela Mässing fasste sich ein Herz und verwandelte mit einem Kracher aus dem Rückraum. Anna Kochetova netzte ihren Strafwurf gegen die eingewechselte Ann-Cathrin Giegerich sicher ein und brachte ihre Mannschaft auf 18:14 nach vorn.

THC muss kurzzeitig abreißen lassen




Alicia Stolle setzte sich am Kreis energisch durch und Astrakhanochka musste nach zwei Zeitstrafen in der 39. Minute mit nur noch vier Feldspielerinnen agieren. Die Überzahl konnte der THC nicht zu seinen Gunsten nutzen, mit einem Tor von Iveta Koresova reichte es nur zum Ausgleich (18:18 - 41.). Die Gastgeberinnen ließen in heimischer Halle, vor 3000 Zuschauern nichts anbrennen. Karina Sabirova verwandelte sicher ihren Strafwurf und brachte Astrakhanochka wieder in Front, Daria Bogdanova erhöhte weiter zum 20:18.

Das Spiel nahm noch einmal deutlich an Fahrt auf und wurde zeitweise sehr offensiv geführt. Nach 15 Minuten in der zweiten Halbzeit eilte der russische Vertreter sogar mit fünf Toren davon und der Thüringer HC schien den Anschluss zu verlieren. Eine schwere Woche mit Pokalspiel gegen die HSG Blomberg- Lippe und das Mittwochspiel gegen die SG BBM Bietigheim, sowie die beschwerliche Anreise zeigten Wirkung. Alicia Stolle konnte mit ihrem Doppeltreffer in der 48. Spielminute auf vier Tore (24:20) verkürzen. Astrakhanochka hielt jedoch energisch dagegen. Trainer Herbert Müller forderte mehr Tempo und Ina Großmann erzielte, nach Ballgewinn durch Lydia Jakubisova, im Tempogegenstoß den Anschluss zum 24:21. Die Abwehr der Thüringerinnen hatte Mühe gegen die schnellfüßigen Angreiferinnen und ließ sich ein ums andere Mal überrumpeln.

Evgeniy Dmitriev nahm in der 52. Spielminute sein nächstes Timeout und verschaffte seiner Mannschaft damit eine kurze Verschnaufpause. Für die Damen des Thüringer Handball Clubs galt es nun den Anschluss zu halten und eine vertretbare Ausgangslage für das Rückspiel zu schaffen. Trainer Herbert Müller holte seine Damen in der 55. Spielminute an die Seitenlinie. Iveta Koresova verwandelte in der 57. Minute einen weiteren Strafwurf und netzte zum 27:24, auf der anderen Seite setzte Karyna Yezhykava den ihren an den Pfosten.

Zwei Minuten vor dem Schlusspfiff traf Karina Sabirova vom eigenen Kreis zum 28:24 ins leere THC-Tor, eine Minute später war für sie das Spiel nach dritter Zeitstrafe vorzeitig beendet. Nach 60 Minuten stand ein Dreitorevorsprung (28:25) auf der Anzeigetafel und im Rückspiel geht es bereits um alles oder nichts. Mit den eigenen Fans im Rücken ist die Aufgabe aber nicht unlösbar.

Statistik zum Spiel




HC Astrakhanochka Astrachan: Anastasiia Riabtseva, Kira Trusova;
Anna Kochetova 5, Karina Sisenova 1, Deborah Hannah Pontes Nunes, Irina Antonova 3, Karina Sabirova 7, Ekaterina Zelenkova 3, Galina Izmailova, Daria Bogdanova 1, Sofiia Ignatovich, Viktoriia Shichkina, Karyna Yezykava 4, Anna Kainarova, Maria Gafonova, Kristina Tarasova 4.

Thüringer HC: Maria Skurtveit Davidsen, Ann-Cathrin Giegerich;
Mariana Ferreira Lopes, Beate Scheffknecht, Alexandra Mazzucco, Almudena Rodriguez, Meike Schmelzer 4, Alicia Stolle 5, Iveta Koresova 8, Emily Bölk, Ina Großmann 3, Mikaela Mässing 4, Lydia Jakubisova 1.

Strafwürfe: 5/6 ; 1/2
Strafminuten: 10/0
Disqualifikation: Karina Sabirova (3. Zeitstrafe/60.)
Zuschauer: 3000
Schiedsrichter: Diana-Carmen Florescu/Anamaria Stoia (ROU)
EHF-Delegierter: Ilmars Kazinieks (LAT)