06.11.2019 22:18 Uhr - 1. Bundesliga - dpa, PM SG BBM, PM THC, red

Bietigheim gewinnt Spitzenspiel der Handball Bundesliga Frauen gegen Thüringer HC

Nach dem überraschenden Punktverlust in Oldenburg ist die SG BBM Bietigheim in der Bundesliga wieder auf Kurs. Der amtierende Meister gewann das Topspiel gegen den in der Vorsaison punktgleichen Vizemeister Thüringer HC mit 28:25 (14:10) und setzte sich zumindest bis zum Wochenende wieder an die Spitze der Liga - die aktuell noch verlustpunktfreien Teams aus Dortmund und Blomberg können dann wieder kontern. Für den THC, der am dritten Spieltag gegen Dortmund verloren hatte, waren es die Minuspunkte drei und vier. Auch die zehn Treffer von Topscorerin und Kapitänin Iveta Koresova konnten die Niederlage nicht verhindern.

Vor einer beeindruckenden Kulisse von 1.872 Zuschauern in der Ludwigsburger MHPArena entwickelte sich von Beginn an der erwartete Schlagabtausch der beiden Spitzenteams. Der Bedeutung dieses Spitzenspiels offensichtlich bewusst, agierten beide Teams sehr nervös in der Anfangsphase.

Maura Visser markierte den Treffer zum 1:0 für die SGBBM, Laura van der Heiden ließ das 2:0 folgen. Sicherer Rückhalt für die Bietigheimerinnen war die deutsche Nummer 1 im Tor, Dinah Eckerle, die gegen ihren Ex-Verein einmal brillierte. Nach acht gespielten Minuten glichen die Thüringerinnen allerdings zum 2:2 aus. Bietigheims norwegische Kreisspielerin Maren Aardahl warf ihre Farben mit einem Doppelpack wieder in Front, Laura van der Heijden und Angela Malestein ließen das 6:3 folgen.

Die Gäste antworteten jedoch erneut prompt: Bietigheim hatte in dieser Phase einige Fehlwürfe zu verzeichnen, der THC glich postwendend zum 6:6 aus. Die Spannung in der MHPArena war greifbar - beide Teams schenkten sich nichts und bestraften jeden Fehler des Gegners. Zwei Minuten vor der Halbzeitpause tankte sich Kapitänin Kim Naidzinavicius zum 11:10 für die SG BBM. Die Überzahlsituation nutze der Deutsche Meister abgezockt aus. Antje Lauenroth, erneut Kim Naidzinavicius und Angela Malestein trafen in Folge zum umjubelten 14:10 Pausenstand.



Der heute überragenden Maura Visser war es wie in Halbzeit eins auch im zweiten Abschnitt vorbehalten, den ersten Treffer zu erzielen - dieses Mal per Siebenmeter. Bietigheim stand weiter sicher in der Abwehr, ließ Thüringen nur wenig Platz und ging in der Offensive konzentriert zur Sache. Nach 39 Minuten führte die SG BBM verdient mit 20:16. Bedingt durch gleich drei Zeitstrafen in Folge gegen Bietigheim kam der THC bis zur 47. Minute aber wieder auf 22:21 heran.

Karolina Kudlacz-Gloc netzte zum wichtigen 23:21 ein. Herbert Müller legte in der 53. Minute die grüne Karte auf den Tisch, um sein Team nochmals auf die Crunchtime einzustellen und ging "All in", indem er eine siebte Feldspielerin brachte. Doch die SG BBM war auf diese taktische Variante eingestellt: Der Bietigheimer Abwehrverbund verhielt sich clever, Dinah Eckerle nutzte die Chance und traf ins verwaiste THC-Gehäuse zum 24:21. Eine Vorentscheidung war dies aber nicht, der THC kämpfte verbissen um den Anschluss.

Mit 25:23 ging es in die letzten fünf Minuten, dann legte Kim Naidzinavicius den Treffer zum 26:23 nach. Laura van der Heijden besorgte Nummer 27, aber im Gegenzug bekam Kim Naidzinavicius eine Zeitstrafe, wodurch die SG BBM erneut in Unterzahl geriet - diesmal bis zum Schlusspfiff. Der THC erzielte durch Nationalspielerin Meike Schmelzer den 24. Treffer, Alicia Stolle verkürzte den Abstand auf zwei Tore - doch Fie Woller beendete endgültig alle Hoffnungen der Gäste, sie setzte den Treffer zum 28:25, der auch den Endstand bedeutete.

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Ein glücklicher SG BBM-Cheftrainer Martin Albertsen sagte nach dem Match: "Ich habe schon vorher gesagt, dass es ein enges Spiel wird - so war es auch. Meine Mädels haben heute super dagegengehalten und eine tolle Partie abgeliefert. Herzlichen Dank an das fantastische Publikum, das war heute eine überragende Unterstützung." Für sein Team geht es am Sonntag im Doppelspieltag mit den Bietigheimer Männern in der Champions League gegen Ramnicu Valcea.

"Wir haben Dinah Eckerle zur Meisterin geworfen. Beide Teams zeigten Schwächen im Angriff. Aufgrund des Verlaufs in der ersten Halbzeit hat die SG BBM zu Recht gewonnen", erklärte Herbert Müller, der Coach des Thüringer HC nach der 25:28-Niederlage.

"In der Summe hat Bietigheim zu Recht gewonnen", stimmte Emily Bölk zu und fügte an: "Wir waren zu unkonzentriert und haben einfache Treffer ins leere Tore kassiert. Wir haben heute eine schlechte Torausbeute gehabt und zu wenig Zug aufs Tor gezeigt. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen. Die Saison ist noch lang und wir müssen noch an uns arbeiten."