03.11.2019 11:15 Uhr - DHB-Pokal - PM Kurpfalz Bären, red

Kurpfalz Bären scheiden hauchdünn im Pokalwettbewerb

Carmen MoserCarmen Moser
Quelle: Daniel Glaser, Kurpfalz Bären
Niemand von den 450 Zuschauern in der Neurotthalle setzte noch einen Pfifferling auf die Kurpfalz Bären, als Carmen Moser in der 45. Minute nach fast 10 Minuten Torflaute einen ihrer acht Treffer zum 19:22 ins gegnerische Tor hämmerte. Doch man sollte nie den Kampfgeist der Bären in Frage stellen. So entwickelte sich in den letzten Minuten ein packender Pokalkrimi, den die Neckarsulmer Sport-Union am Ende etwas glücklich mit 27:26 für sich entscheiden sollte.

Ohne Sarah Wachter, die derzeit noch mit einem Muskelfaserriss im Bein-Beuger ausfällt, sowie Lucija Zeba startete Neckarsulm zunächst mit einem Rückstand in die Partie. Das Team von Katrin Schneider legte los "wie die Feuerwehr" und lag nach 12 Minuten mit 6:2 in Front. Danach merkte der Ligakonkurrent aus Neckarsulm, dass man in der Bärenhöhle eine Schippe drauflegen musste, um vor solch einer tollen Kulisse bestehen zu können.

Beim 10:7 nahm Gästecoach Pascal Morgant eine Auszeit, um seine Mannschaft neu einzustellen. Und die nutzte eiskalt einige Fehlwürfe der Bären, um kurz vor der Halbzeit unter dem Jubel der zahlreich mitgereisten Fans zum ersten Mal mit 13:12 in Führung zu gehen. Doch die Bären berappelten sich wieder und Lara Eckhard erzielte mit einem direkt ausgeführten Freiwurf den 16:14-Pausenstand.

Morgant: "Über 60 Minuten ein sehr spannendes Spiel"




Schon zu Beginn der zweiten Spielhälfte schlichen sich mehr und mehr Fehler ins eigene Angriffsspiel. Nach dem 18:18 wollte den Kurpfalz Bären für 10 Minuten nichts mehr gelingen und Neckarsulm witterte Morgenluft. Besonders der mit einer sehr starken Nicole Reimer angeführte Rückraum der Gäste kam immer besser zur Geltung.

Erst beim 19:22 durch Carmen Moser bekamen die Gastgeberinnen die "zweite Luft" und zwei Minuten vor Spielende freuten sich zahlreiche Zuschauer bereits auf eine Verlängerung. Aber gleich zwei Zeitstrafen kurz vor dem Ende machten diese Hoffnung zunichte. Doch trotz der knappen Niederlage haben die Kurpfalz Bären ausreichend Selbstvertrauen für das Derby nächste Woche gegen den 1. FSV Mainz 05 tanken können.

"Es war über 60 Minuten ein sehr spannendes Spiel und ich bin erstmal froh, dass wir als Sieger raus gehen und uns die nächste Pokalrunde in der Schlussphase erkämpft haben. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, dass sie gegen so eine Mannschaft wie die Kurpfalz Bären, die vor allem über den Kampfgeist kommen, gefightet und sich am Ende auch durchgesetzt haben. Wir waren in der ersten Halbzeit eigentlich bereits gut dran, aber der letzte Schritt hat in unseren Aktionen einfach gefehlt. Es war dann die klare Ansage, das Tempospiel von Ketsch zu unterbinden und das Tempo raus zu nehmen. Dazu halten wir mit einer besseren Beweglichkeit und Armarbeit in der Abwehr mehr dagegen und Ketsch hat das enorme Tempospiel der ersten Halbzeit mit Sicherheit auch Kräfte gekostet, weshalb dann auch nur noch zehn Gegentore in der zweiten Halbzeit zustande kommen", erklärte Morgant nach Spielende.

Ebenfalls stolz auf die Mannschaftsleistung war nach den aufreibenden 60 Minuten auch Spielführerin Louisa Wolf: "Jetzt im Nachhinein bin ich zufrieden mit dem Weiterkommen in die nächste Runde. Das Spiel hat uns denke ich einige Kräfte gekostet. Wir wussten aber, dass es in Ketsch und im Pokal auf jeden Fall ein Kampfspiel wird und es nicht unbedingt auf eine bestimmte Taktik ankommen wird. So war es dann auch und wir haben das Spiel über den Kampf gewonnen. Deshalb bin einfach super zufrieden, dass wir diesen Kampf angenommen haben und uns dadurch den Sieg geholt haben."