30.10.2019 12:25 Uhr - DHB-Pokal - PM Kirchhof

Die Besten kommen nach Melsungen

Diana Sabljak im Duell mit Bietigheims AbwehrDiana Sabljak im Duell mit Bietigheims Abwehr
Quelle: SG 09 Kirchhof
Hoher Besuch in der Melsunger Stadtsporthalle. Ziemlich hoher sogar. Der höchste, den der deutsche Frauen-Handball derzeit zu bieten hat. Die SG BBM Bietigheim nämlich, der Deutsche Meister, der im Achtelfinale des DHB-Pokals vom Zweitligisten SG 09 Kirchhof herausgefordert wird (Mittwoch 19 Uhr).

Wobei die Rollenverteilung kaum klarer sein könnte. "Unsere Siegchance tendiert gegen Null", weiß SG-Trainer Christian Denk um die Aussichtslosigkeit, dieser "Weltauswahl" ein Bein zu stellen. Was natürlich auch damit zusammen hängt, dass sein eigenes Team arg gebeutelt in die Partie geht: Vom Ausfall dreier Leistungsträgerinnen, zu der sich noch die angeschlagene Greta Kavaliauskaite gesellen könnte (Denk: "Wir wollen kein Risiko eingehen"). Und von sechs Niederlagen hintereinander in der 2. Liga.

Da will bei den Gastgeberinnen natürlich trotz des Gastspiels dieser Ausnahmemannschaft keine Euphorie aufkommen. Immerhin wich in den letzten Tagen der Frust über die 26:30-Niederlage in Rödertal eine gewisse Vorfreude. "Wir können ohne Druck aufspielen und dabei eine Menge lernen", sagt Mariel Beugels, die mit der HSG Bad Wildungen schon viermal gegen Bietigheim spielte - und viermal verlor.

Berüchtigte "blaue Wand"

Auch weil "es gegen diese kompakte Deckung unheimlich schwer ist, zum Torerfolg zu kommen." Gemeint ist die berüchtigte "blaue Wand" mit Luisa Schulze, Maura Visser oder Kim Naidzinavicius im Mittelblock und Torfrau Dinah Eckerle - alles samt (selbstredend) Nationalspielerinnen - dahinter. Also müssen "spezielle Lösungen" (Beugels) her. Für die die 21-Jährige, die auch auf Linksaußen eingesetzt wird, als Spielmacherin gerne selbst sorgen würde.

Die Ansage ihres Trainers, der auch Lea Immelnkämper, Lea Günther und Emilia Prauss aus dem Juniorenteam eine Chance geben will: "Lange Angriffe fahren und auf keinem Fall mit offenem Visier nach vorne preschen." Auch um möglichst unter 50 Gegentoren zu bleiben.

Rückraumspielerin Anouk van de Wiel freut sich auf eine "Trainingseinheit auf höchstem Niveau", bei der die SG an ihrer Abstimmung im Angriff arbeiten kann. Etwa um den Neuzugang, der mit der holländischen Nationalspielerin in Bietigheimer Diensten, Laura van der Heijden, einst gemeinsam aufs Handball-Internat ging, in Position zu bringen. Damit die Linkshänderin ihre Wurfkraft aus der zweiten Reihe spielen lassen kann. Ihren enormen Wert für die Mannschaft in der Abwehr (im Mittelblock) und sogar am Kreis hat die 26-Jährige nach ihrem überraschend frühen Comeback bereits unter Beweis gestellt.

Sollte die Holländerin nun ausgerechnet gegen den hohen Besuch auch im Rückraum auftauen? Einen Versuch wär´s wert. Gerade im Hinblick auf das kommende wegweisende Kellerduell in der 2. Liga gegen Werder Bremen.