21.10.2019 18:18 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

Ausbleibender Torerfolg bricht Solingen-Gräfrath das Genick in der Crunchtime

4 Tore: Leonie Heinrichs4 Tore: Leonie Heinrichs
Quelle: Lars Breitzke, HSV
Zweitliga-Schlusslicht HSV Solingen-Gräfrath bleibt auch nach der 22:27-Niederlage gegen den BSV Sachsen Zwickau weiterhin auf der Suche nach Zählbarem. In einer kampfbetonten Partie erzielte Kapitänin Mandy Reinarz, die intern zur Spielerin des Spiels gekürt wurde, mit sieben Toren die meisten Treffer für den Gastgeber, für Zwickau konnten Katarina Pavlovic, Jenny Choinowski und Simona Stojkovska jeweils viermal einnetzen. Am kommenden Samstag geht es für die Solingerinnen dann ins 350 Kilometer entfernte Halle-Neustadt zum bislang verlustpunktfreien Spitzenreiter.

Trotz einer problematischen Anreise mit Stau und Umleitungen, somit verspäteter Ankunft in der Klingenhalle/ Solingen ließ sich das Team von Norman Rentsch nicht von ihrer Linie abbringen und feierte am Ende einen ergebnistechnischen klaren Sieg. 250 Zuschauer sahen am Sonntagnachmittag eine intensive Begegnung beider Teams, die aufgrund der verspäteten Ankunft der Gäste im Bergischen ungefähr eine halbe Stunde später angepfiffen wurde. "Es waren unglaublich viele Staus", berichtete Gäste-Übungsleiter Norman Rentsch der Freien Presse.

Insbesondere im ersten Durchgang entwickelte sich ein offener Schlagabtausch: Der HSV - ohne die verletzten Spielerinnen Vanessa Brandt und Amelie Knippert - erwischte den besseren Start und konnte durch Mandy Reinarz mit 3:1 (7.) in Führung gehen. Nach 20 Minuten erwiesen sich Schlussfrau Vanessa Gerken beim Stand von 8:9 als sicherer Rückhalt und Sharelle Maarse als durchsetzungsstarke Spielmacherin, sodass es nur mit einem 11:12-Rückstand in die Kabine ging, nachdem der Sachsen-Express nach einer ausgeglichenen Anfangsviertelstunde mit frischen Kräften allmählich ins Rollen gekommen war.

Reckenthäler: "Sind an der konditionellen Grenze angelangt"




Bis zur 45. Spielminute sollte sich dieses Blatt auch in Halbzeit zwei nicht wenden. Für die Gräfratherinnen nahmen vor allem Mandy Reinarz wie auch Leonie Heinrichs das Zepter in die Hand und wussten mit wurfgewaltigen Abschlüssen aus der zweiten Reihe zu überzeugen. "Wir haben nach der katastrophalen Anreise 45 Minuten gebraucht. Vor allem die Abwehrarbeit hat mir nicht gefallen. Solingen war aber auch ein unangenehmer Gegner", wird Zwickaus Coach Norman Rentsch im Solinger Tageblatt zitiert.

Während der Liga-Neuling aus dem Bergischen Land in der 56. Spielminute dann den letzten Treffer bejubeln konnte, nutzten die Gäste ihre Erfahrung und Cleverness in der Crunchtime aus. "Ich kann nur positive Worte finden. Wir kämpfen 60 Minuten. Aber irgendwann sind wir an der konditionellen Grenze angelangt", resümiert Trainerin Kerstin Reckenthäler die Leistung ihrer Schützlinge. BSV-Kreisläuferin Nadja Bolze scheiterte wenige Minuten vor dem Ende von dem Siebenmeter-Punkt zwar an der kürzlich eingewechselten Lisa Fahnenbruck, konnte im Nachgreifen allerdings noch erfolgreich einnetzen.

Zwei Treffer von Simona Stojkovska und ein verwandelter Strafwurf von Katarina Pavlovic markieren schließlich das 22:27-Endergebnis. "Was uns Mut machen sollte, sind die bevorstehenden Partien gegen Bremen, Nürtingen, Leipzig, Rödertal und Lintfort. Am Wochenende sind wir in Halle aber natürlich krasser Außenseiter. Wenn wieder alle Spielerinnen an Bord sind, wir weiter hart arbeiten und daran glauben, dann ist alles möglich", so das Schlusswort Reckenthälers.