21.10.2019 13:47 Uhr - 1. Bundesliga - PM Flames, red

Flames entscheiden Hessenderby in Bad Wildungen für sich

Heike AhlgrimmHeike Ahlgrimm
Quelle: Andrea Müller
Der Bann ist gebrochen. Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach haben das hessische Duell bei der HSG Bad Wildungen Vipers in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) verdient mit 33:28 (15:15) gewonnen. Damit gelang den Flames erstmals ein Sieg in der ersten Liga in Bad Wildungen. Die Flames sind in der Tabelle Siebter mit drei Siegen aus den ersten fünf Spielen. Die Vipers sind Vorletzter und haben noch keinen einzigen Punkt auf dem Konto. Erfolgreichste Werferin bei den Flames war Nationalspielerin Julia Maidhof (10/2 Tore) sowie Kreisläuferin Isabelle Hurst (8). Bei den Vipers erzielten Rückraumspielerin Sabine Heusdens (10) und Linksaußen Anna-Maria Spielvogel (5) die meisten Treffer.

Nach dem Schlusspfiff gab es kein Halten mehr. Die Flames tanzten und jubelten ausgelassen auf dem Feld - die vielen mitgereisten Fans auf der Tribüne. Es war ein historischer Sieg - erstmals in Bad Wildungen gewonnen und mit 6:4 Punkten auch einen Startrekord seit dem Wiederaufstieg in die 1. Liga.

Die 900 Zuschauer in der Ense-Halle erlebten ein emotionales und spannendes Hessenderby und in der ersten Halbzeit auch eine ausgeglichene Begegnung.

Anna Frankova erzielte den ersten Treffer der Begegnung. Julia Maidhof brachte ihre Flames durch zwei verwandelte Siebenmeter erstmals mit 1:2 (3.) in Führung. Aus diesem Rückstand übernahmen wiederum die Vipers die Führung und konnten diese nach dem 4:2 (8.) sogar auf 8:4 (17.) ausbauen.

Flames-Coach Heike Ahlgrimm reagierte sofort mit einem Team-Timeout, um ihre Mannschaft wieder in die richtige Spur zu bringen. Mit Erfolg, wie auch die Trainerin feststellt: "In dieser Phase lief es für uns nicht gut. Nach der Auszeit sind wir aber wieder rangekommen", erklärt Heike Ahlgrimm. Einer der Gründe in dieser Phase war auch der verletzungsbedingte Ausfall von Kreisläuferin Dionne Visser nach 10 Minuten.

Isabel Hurst, die letzte Saison noch in der 3. Liga spielte, machte ihre Sache am Kreis anschließend mehr als gut. Und das nicht nur durch die acht selbst erzielten Treffer, denn das ist auch das, was die Flames diese Saison bisher auszeichnet. Kommen Spielerinnen von der Bank ist kaum ein oder gar kein Qualitätsverlust auf dem Spielfeld merkbar und jeder kämpft für jeden.

Beim 9:5 (19.) waren die Gastgeber letztmals mit 4 Toren in Front und die Flames waren beim 9:10 (21.) durch Isabel Hurst bereits wieder dran und gingen beim 14:13 (27.) durch Sarah van Gulik zum zweiten Mal selbst in Front. Mit einem 15:15 Unentschieden ging es in die Kabine.

Der 2. Abschnitt begann wie der Erste mit einem Tor für die Vipers durch einen verwandelten Siebenmeter von Sabine Heusdens zum 16:15. Beim 17:16 (32.) lagen die Vipers letztmals vorn, und die Flames durch einen 4:0-Lauf zum 20:17 (37.) nutzten. Die Abwehr wurde stabiler und Helen van Beurden im Flames-Tor war ein starker Rückhalt und konnte sich in der 2. Halbzeit mit ihren Treffern zum 30:24 und 32:25 für die Flames sogar zweimal selbst in die Torschützenliste eintragen, als Bad Wildungen zugunsten des zusätzlichen Feldspielers die Torfrau heraus nahm und Helen van Beurden den Ball ins leere Tor versenken konnte.

Flames-Coach Heike Ahlgrimm freute sich, dass ihre Mannschaft in der Abwehr der Angriffsüberzahl so gut stand hielt und ihre Vorteile daraus ziehen konnte. "Wir wussten, dass Bad Wildungen mit dem siebten Feldspieler spielt und haben das die Woche über entsprechend trainiert", erläutert die Erfolgstrainerin. Jessica Kockler parierte zwei Siebenmeter in der 2. Halbzeit.

Beim 20:18 (38.) waren die Vipers letztmalig auf 2 Tore heran. Dann wurde es jedoch deutlich: die Flames marschierten zielstrebig auf 26:20 (45.) davon und ließen die Vipers nicht mehr näher, als auf vier Tore herankommen. Aufgrund der Leistungssteigerung in der 2. Halbzeit auch in der Höhe ein verdienter Sieg der Flames.

Die Statements nach dem Spiel:

Heike Ahlgrimm (Bensheim): "Ich bin heute natürlich absolut stolz über den Sieg, weil meine Mädels im Moment Selbstvertrauen haben, weil wir einen guten Lauf haben und weil wir wussten, dass Bad Wildungen heute gewinnen muss und das das unsere Chance ist. Wir haben heute gerackert, gekämpft und über das ganze Spiel gesehen verdient zwei Punkte geholt. Ich habe selbst noch nie in Bad Wildungen gewonnen und deshalb bin ich mit meinen Mädels heute absolut glücklich. Es macht richtig viel Spaß und 6:4 Punkte gibt auch Selbstvertrauen.

Ich glaube, dass wir heute ein packendes Derby gesehen haben und ich bin absolut stolz, dass so viele den Weg hierher gefunden haben. Das hat uns heute auch ein bisschen getragen. Daher ein große danke an die Fans."

Tessa Bremmer (Bad Wildungen): "Diese Woche war einfach eine sehr schwierige Woche. Die Verletzung von Marieke Blase hat unsere Mannschaft unheimlich mitgenommen und die Niederlage in Ketsch. Aber wir haben gedacht, jetzt erst recht und wir haben auch 8:4 geführt und den Rückraum, der sehr stark ist, gut im Griff gehabt. Dann kriegen wir viele blöde Gegentore, eigentlich aus dem Nichts heraus und kommen wieder auf ein Unentschieden. In der zweiten Halbzeit haben wir einfach den Kopf verloren. Wir machen zu viele technische Fehler. Dann probiert man noch was aus, man muss ja versuchen, den Rückstand aufzuholen. Man sieht, wie hart es manchmal sein kann. Aber wir sind bisher auch immer wieder aus schlechten Situationen wieder stark wiedergekommen und wir glauben an die Unterstützung von der Halle und dem Publikum."