20.10.2019 16:50 Uhr - 2. Bundesliga - PM Rödertal

Rödertalbienen verlieren Nervenkrimi gegen Herrenberg

5 Tore: Meret Ossenkopp5 Tore: Meret Ossenkopp
Quelle: Stefan Michaelis, HCR
303 Zuschauer sahen im Bienenstock ein bis zum Ende enges Spiel mit ständigen Führungswechseln. Erneut zog der HCR den Kürzeren und verlor mit 24:25 (11:12).

Wie schon in der Vorwoche musste Bienen-Coach Frank Mühlner auf Ann-Catrin Höbbel verzichten, die ihre Krankheit noch nicht vollkommen auskuriert hat. Die Gäste hatten zunächst Anwurf, nutzten diesen Vorteil aber nicht. Nach einem Fehlpass schnappte sich die einmal mehr glänzend aufgelegte Torfrau Ann Rammer den Ball und spielte einen weiten Pass auf Rabea Pollakowski (11/6 Tore). Die flinke Außenspielerin netzte zur 1:0-Führung ein. Auf der Gegenseite fiel direkt der Ausgleichstreffer.

Dann waren wieder die Bienen am Zug. Brigita Ivanauskaite (5 Tore) band zwei gegnerische Abwehrspielerinnen und spielte einen klugen Pass zur einwurfbereiten Thilde Boesen (1 Tor), die zur erneuten Führung traf. Nach dem 2:2-Ausgleich durch die SG H2Ku Herrenberg passierte lange Zeit nicht viel auf dem Tableau. Beide Mannschaften leisteten sich viele Fehlpässe und andere technische Fehler. So vergingen fast fünf Minuten, ehe Meret Ossenkopp (5 Tore) nach einer schönen Ballstafette (5 Tore) zur erneuten Führung (3:2) einnetzte.

In der 13. Minute gingen dann die Gäste nach einem Tempo-Gegenstoß durch Sandra Kußmaul (1 Tor) zum ersten Mal mit 5:4 in Führung. Die Bienen konterten und drehten den Spielstand dank Ivanauskaite und Lisa Loehnig (1 Tor) zum 6:5. Bis zur 20. Minute hatte sich der HCR nach einem verwandelten Strafwurf von Pollakowski die erste Zwei-Tore-Führung erarbeitet (9:7). Nur kurze Zeit später glichen die "Kuties" aus Herrenberg schon wieder aus (9:9). So ging es hin und her. Erst neun Sekunden vor der Sirene nutzte die Leibssle-Sieben erneut einen Fehler der Rödertalbienen zur 12:11-Halbzeitführung.

Rödertal übernahm zwischenzeitlich die Führung




HCR-Trainer Mühlner schien in der Kabine klare Worte gefunden zu haben, denn nach gut zehn Minuten war seine Mannschaft zurück auf der Platte und bereit für die zweite Hälfte. Diese begann vielversprechend - Julia Mauksch (1 Tor) passte zu Ossenkopp. Die Außenspielerin nutzte den Platz und erzielte den 12:12-Ausgleich. Die SG konterte mit dem erneuten Führungstor. Dann bewies Saskia Nühse gute Übersicht und spielte einen Bodenpass zur einwurfbereiten Ossenkopp, die ausglich.

Bis in die 40. Minute lief die Mühlner-Sieben diesem knappen Rückstand hinterher. Dann nutzte der HCR zwei Fehlpässe der SG. Beide Male war es Pollakowski die den jeweiligen Tempo-Gegenstoß zur 18:17-Führung verwertete. Nun behaupteten die Gastgeberinnen die knappe Führung, auch weil Torfrau Rammer teilweise mit der Fußspitze rettete (48. Minute). Ivanauskaite hämmerte auf der Gegenseite den Ball zum 20:19 in die Maschen. Im Anschluss erlaubten sich die Bienen wieder mehr technische Fehler und prompt ging Herrenberg mit 21:20 in Front. Angepeitscht von den Heimfans kämpfte der HCR um jeden Ball und drehte das Blatt erneut (22:21 in der 56. Minute).

Doch auch die Kuties steckten nicht auf. Sie eroberten sich die Führung beim 23:22 zurück. Die letzten 120 Sekunden waren ein Herzschlagfinale. Zunächst spielte Ivanauskaite einen hochriskanten Pass zu Ossenkopp. Die behauptete sich gegen zwei Gegenspielerinnen und erzielte das 23:23. Herrenberg war am Zug und stellte auf 24:23. Erneut war es Ossenkopp die das 24:24-Unentschieden erzielte. Bienen-Coach Mühlner wollte den schnellen Ballgewinn und öffnete die Abwehr. Die SG passte sich bis zum Kreis durch und konnte nur regelwidrig gestoppt werden. Den fälligen Strafwurf verwandelte Kerstin Foth (5/4 Tore) zum 25:24 aus Sicht der Gäste. Mühlner zückte bei noch 23 Sekunden auf der Uhr seine letzte grüne Karte. Allerdings brachte dieser Angriff nichts mehr ein, sodass am Ende die Kuties jubelten.

In diesem bis zum Schluss spannenden Match ließen die Bienen im Angriff wieder zu viel liegen. So konnten die vielen Fehler der Gegnerinnen nicht in einen beruhigenden Vorsprung umgemünzt werden. In den entscheidenden Phasen des Spiels ließ der HCR die nötige Abgezocktheit und Ruhe vor dem Tor vermissen, um solche engen Spiele gewinnen zu können. So müssen sich die Rödertalbienen erneut fragen, warum sie gegen eine Mannschaft, die nicht besser spielte, verloren.