16.10.2019 10:23 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Abwehr spielt "entscheidende Rolle" bei Göppingens Derby gegen Metzingen

Jasmina JankovicJasmina Jankovic
Quelle: FA Göppingen
Vier Tage nach dem Auswärtsspiel bei der HSG Bensheim/Auerbach steht für die Frisch Auf Frauen schon die nächste Partie an, ehe wieder eine längere Pause folgt und es erst Anfang November mit dem Drittrundenpokalspiel in Marpingen weitergeht: Am heutigen Mittwoch (19.30 Uhr kommt) es in der Göppinger EWS-Arena zum prestigeträchtigen Derby gegen die TuS Metzingen.

Dem zusammengeschrumpften Team von Trainer Aleksandar Knezevic bleibt also nicht viel Zeit, den Akku wieder aufzuladen. Dennoch hofft der Coach, dass der Lokalkampf gegen den württembergischen Rivalen bei seinen Spielerinnen zusätzliche Kräfte freisetzt. Schließlich motiviere ein Lokalkampf immer besonders. Die Göppingerinnen sind gegen den Kontrahenten aus dem Ermstal in der Außenseiterrolle, aber gerade das könnte sie für die "TuSsies" gefährlich werden lassen.

Knezevic weiß, dass sich sein Team in der Abwehr wieder steigern und vorne auf der Hut sein muss, den "TuSsies" über Nationalspielerin Marlene Zapf schnelle Gegenstöße zu ermöglichen. Für Metzingen fällt das Derby zwischen die beiden Europapokalspiele gegen Kopenhagen. Das Hinspiel endete mit einem 30:22-Sieg. Die Tür zur nächsten Runde steht also weit offen. Die Gruppenphase des EHF-Cups ist das Ziel der "TuSsies", die in der Liga trotz des vollzogenen Umbruches einhergehend mit der Verjüngung der Mannschaft erneut das internationale Geschäft anvisieren.

Rott: "Müssen mit Druck umgehen können"




"Viel schlechter als Vierter wollen wir nicht sein", gibt Manager Ferenc Rott die Marschrichtung vor. Trotz der Abgänge vor der Saison hat Metzingen immer noch eine schlagkräftige Truppe beisammen, die aber bereits zwei Niederlagen einstecken musste. War die jüngste, mit 31:35 beim Geheimfavoriten Dortmund, zu verschmerzen, passte das 27:29 gegen Blomberg zum Ligaauftakt nicht ins Konzept. Deshalb geht es für die "TuSsies", die mit 4:4-Zählern den sechsten Platz belegen, im Derby um den Anschluss an die vorderen Ränge. "Wir müssen mit dem Druck umgehen können", sagt Trainerin Edina Rott, die mit 6:4 Punkten in die anstehende Länderspielpause gehen möchte.

Der Respekt vor dem Gegner und dessen Trainer Aleksandar Knezevic, den seine Kollegin als "Fuchs" bezeichnet, ist dennoch immens. Dazu haben Videostudien am Dienstagmorgen beigetragen. "Göppingen hat es in Bensheim trotz der 33:37-Niederlage phasenweise sehr gut gemacht, richtig schlau. Lange Angriffe haben sie gespielt, kamen viel über den Kreis und haben auch im Rückraum meist die richtigen Optionen gezogen." Die Metzinger Trainerin hat allerdings auch erkannt, woran es bei den Grün-Weißen geklemmt hat: "Sie waren in der Abwehr zwar wie gewohnt aggressiv, konnten das aber nicht durchziehen, weil einfach die Wechselmöglichkeiten fehlten. Deshalb müssen wir das Tempo über 60 Minuten hochhalten."

Edina Rott hat genaue Vorstellungen, wie es laufen könnte: "Wir müssen unser schnelles Spiel zeigen, aber nicht ohne Kopf." Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Lena Degenhardt, die einen Virus erwischt hat. Marija Obradovic fehlt weiterhin. Die Verletzung an der Achillessehne ist zwar verheilt, um Folgeschäden zu vermeiden ist jedoch eine dosierte Vorgehensweise angesagt.

Jankovic: "Es ist immer noch ein besonderes Spiel"




Was die zuletzt noch Verletzten gegen Kopenhagen zeigten, gibt indes zu Hoffnung Anlass. Anika Niederwieser war richtig stark, Maren Weigel spielte nach Schulterproblemen sehr engagiert und Delaila Amega konnte im Rückraum schon wieder Akzente setzen. Die pinke Bank wird immer voller, Edina Rott kann auf alles reagieren. "Man muss uns einfach noch Zeit geben, wir sind eine neue Mannschaft." Das hat Neuzugang Simone Petersen vergangene Woche gesagt.

Eine Akteurin, die bereits für beide Vereine gespielt hat, ist Göppingens Torfrau Jasmina Jankovic, die vor dieser Saison aus dem französischen Toulon unter den Hohenstaufen zurückgekehrt ist, und ihren Ex-Club am Mittwoch mit vielen Paraden natürlich gerne ärgern würde. "Auch wenn sich die Metzinger Mannschaft ziemlich verändert hat, ist es immer noch ein besonderes Spiel", freut sich Jankovic auf das Derby und eine tolle Stimmung in einer hoffentlich gut gefüllten Halle. Gerade jetzt, in der für die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen nicht einfachen Zeit. "Wir wissen um die Stärken von Metzingen, die haben wir in der Vorbereitung gesehen."

Eine Woche vor dem Bundesligastart trafen beide Vereine in der Öschhalle in einem Testspiel aufeinander. Obwohl Iris Guberinic und Johanna Schindler fehlten, spielte Frisch Auf beim 25:29 stark auf. Wenn es gut läuft, kehrt Ana Petrinja, die in Bensheim fehlte, wieder in den Kader zurück, und die Ausfälle beschränken sich auf Michaela Hrbkova und Roxana Ioneac. "Eine entscheidende Rolle spielt wie immer die Abwehr", sagt Jankovic. Vorne müsse man wieder so konzentriert wie möglich agieren, um Metzingen keine schnellen Tore zu genehmigen. Vielleicht gelingt es den Frisch Auf Frauen, gestützt auf ihr großes Kämpferherz und mit den Zuschauern im Rücken, über sich hinauszuwachsen.

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