10.10.2019 12:46 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Neckarsulm bezahlt nach gutem Start gegen den Thüringer HC Lehrgeld

Zwischenzeitlich gab es kein Durchkommen für Lynn Knippenborg und die NeckarsulmerinnenZwischenzeitlich gab es kein Durchkommen für Lynn Knippenborg und die Neckarsulmerinnen
Quelle: Neckarsulmer Sport-Union (publishartist)
Zwanzig Minuten lang war die Neckarsulmer Sport-Union zur ungewohnten Zeit am Mittwochabend im Spiel der Handball Bundesliga Frauen gegen den Thüringer HC oben auf und präsentierte den 1.048 Zuschauern ein offenes Spiel. Danach musste die NSU gegen dem amtierenden Pokalsieger Lehrgeld aber bezahlen, vor allem in der zweiten Hälfte. Am Ende stand eine deutliche 21:40-Niederlage zu Buche. Der THC bleibt dem verlustpunktfreien Spitzentrio damit auf den Fersen, Neckarsulm bleibt auf dem zehnten Platz.

Einen ersten Schock mussten die Gäste aus Thüringen direkt früh verdauen, als mit Jovana Sazdovska die einzige geplante Linksaußen früh verletzungsbedingt ausgewechselt und die angeschlagene Ina Großmann gebracht werden musste. Doch die Sport-Union legte wieder einmal einen guten Start hin und konnte sich in den ersten Minuten eine Zwei-Tore-Führung erspielen.

Maike Schmelzer konnte mit dem 5:6 im Nachwurf die erste Führung für die Thüringer Gäste erzielen, die Gastgeberinnen hatten aber die passende Antwort parat und gingen ihrerseits wieder in Führung. Nach 15 Minuten musste Alicia Stolle zudem für zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen. Herbert Müller ließ im Angriff das eigene Tor leer und brachte eine zusätzliche Feldspielerin. Das brachte zunächst nicht den gewünschten Erfolg. NSU-Torhüterin Sarah Wachter nutzte die Chance und netzte ins leere Tor zum 8:8 ein.

Dann verwandelte aber auch der THC seine Angriffe und es entwickelte sich ein offenes, ausgeglichenes Spiel mit einer gut aufgelegten Heimmannschaft. Dabei leiteten Louisa Wolf sowie Lynn Knippenborg gemeinsam das Neckarsulmer Spiel, wodurch die Gastgeberinnen zu einigen Torerfolgen gegen die Thüringer Defensive kamen. Nach zwanzig Minuten bekam der Thüringer HC allerdings immer mehr Oberwasser und konnte bereits bis zum 14:20-Halbzeitstand zu häufig über den stark besetzten Rückraum verwandeln.

Auch nach dem Seitenwechsel und der Ansprache durch Pascal Morgant und Maike Daniels kam die Neckarsulmer Mannschaft erneut gut aus der Kabine und blieb durch vier Treffer von Nele Reimer in Schlagdistanz. Nach dem 18:23 begann allerdings die schwächste Phase im Spiel der Neckarsulmerinnen, in der Thüringen kurzen Prozess machte und mit einem 14:0-Lauf die ganze Qualität des stark besetzten Kaders gegen eine verunsicherte Sport-Union auf die Platte brachte.

Danach fing sich die NSU zumindest in der Schlussphase noch einmal und ließ den Rückstand gegen eine Thüringer Mannschaft zumindest nicht weiter ansteigen. Der THC hatte sichtlich den Blick auch auf die Tordifferenz gerichtet, die in der letzten Saison über die Meisterschaft entschieden hatte. An der deutlichen 21:40-Niederlage ändert die Schlussphase der Partie allerdings nichts mehr.

"Der THC hat uns heute hart aber ehrlich unsere Grenzen aufgezeigt. Thüringen hat sechzig Minuten Vollgas gespielt und wir alle haben gesehen, dass diese Mannschaft nach dem Pokalspiel etwas gut machen wollte. Deshalb möchte ich auf gar keinen Fall den Stab über meiner Mannschaft brechen. Wir haben aus gutem Grund auch auf unsere jungen Spielerinnen gesetzt und haben Lehrgeld zahlen müssen, das gehört dazu zu diesem Geschäft", so Pascal Morgant.

Der Neckarsulmer Coach weiter: "Der THC ist auch in dieser Saison nicht unser Gradmesser. In solchen Spielen müssen wir Erfahrungen sammeln und unseren Spielerinnen Fehler verzeihen können. Deswegen möchte ich meiner Mannschaft den Rücken stärken und ihren Kampfgeist hervorheben, dass sie auch in einer ganz harten Phase wie dem 0:14-Lauf nie aufgegeben haben. Die Mädels haben sich trotz diesem extrem starken Lauf der Thüringerinnen nicht hängen lassen und in der Schlussphase nochmal gegen ein höheres Ergebnis gekämpft. Für uns sind in diesen Spielen kleine Teilerfolge wichtig und die haben wir heute Abend definitiv gehabt."

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