09.10.2019 11:07 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

TuS Metzingen bei Borussia Dortmund ohne Nationalspielerin Weigel

Dortmund triumphierte zuletzt im Pokal in BremenDortmund triumphierte zuletzt im Pokal in Bremen
Quelle: Wolfgang Stummbillig, BVB
Der vierte Spieltag der Handball Bundesliga Damen steht am heutigen Mittwochabend (19.30 Uhr) vor der Tür. Als Tabellenführer werden die Schwarzgelben in diesen Spieltag gehen und alles daran setzen, diese Platzierung auch zu verteidigen. Keine einfache Aufgabe, denn es kommt niemand geringeres als der TuS Metzingen nach Dortmund. Zugleich aber auch eine besondere Situation, denn nicht nur Kelly Vollebregt und Isabell Roch werden alte bekannte Gesichter wiedersehen, sondern auch der Chef-Trainer André Fuhr bekommt es mit seiner alten Mannschaft samt Trainerkollegen zu tun.

Für Metzingens Manager Ferenc Rott ist es eine "sportlich große Aufgabe". Auch er verweist dabei auf den Sieg des BVB in Thüringen. "Wir sind nicht der Favorit. Viele sagen, dass wir keine Chance haben, genau die wollen wir aber nutzen und Dortmund ärgern", sagt Rott. Seine Frau Edina hat das Traineramt von Fuhr übernommen. Auch sie hängt die Personalien nicht so hoch, hat den Blick fürs Wesentliche. "Wir spielen gegen ein sehr gutes Team. Da wollen wir zeigen was wir können und nach Möglichkeit gewinnen. Für manche meiner Spielerinnen gibt es ein Wiedersehen mit Isa und Kelly. Es ist aber völlig normal, dass man auf ehemalige Mitspielerinnen trifft", so die Kommandogeberin.

Vier Spiele in eineinhalb Wochen warten auf die TusSies. Jede der anstehenden Partien hat ihren Reiz. Jene am Mittwoch ganz besonders, geht es doch zu Borussia Dortmund, dem Team der Stunde in der Bundesliga. 6:0 Punkte werden für die Gelb-Schwarzen notiert, haften blieb vor allem der 26:25-Sieg vor der Länderspielpause beim Thüringer HC. Erklärtes Ziel in Dortmund ist es, sich an der Spitze der Bundesliga bemerkbar zu machen. Klappt bisher sehr gut.

Weigel fällt aus




Anders die Gemütslage in Metzingen, wo man allerdings nach der Auftaktniederlage gegen Blomberg-Lippe mit Siegen gegen Bensheim/Auerbach und die Kurpfalz Bären den sechsten Tabellenplatz mittlerweile eingenommen hat. Im DHB-Pokal zeigten die TuSsies im Spiel gegen die HSG Neudorf/Döbeln eine makellose Performance. Mit einem sehr deutlichen 53:7 feierten die Damen in pink einen gelungenen Einstand in den Wettbewerb. Einziger Wermutstropfen in dieser Partie war die Verletzung von Maren Weigel. Die Linkshänderin, die nach ihrem Muskelriss in der Wade drauf und dran war, sich der Bestform zu nähern, fällt erneut aus. Die Schulterverletzung ist noch nicht genau diagnostiziert.

"Maren hat noch ein bisschen Schmerzen, wird deshalb in Dortmund nicht spielen. Das können wir einfach nicht riskieren", verweist Edina Rott auf ihre Sorgfaltspflicht als Trainerin. Weil die Halbrechte auch in der Vorbereitung noch nicht dabei war, hat man oft mit Rechtshänderinnen auf dieser Position gespielt. "Das konnten wir immer sehr gut lösen", geht Rott nicht ins Detail, was sie sich fürs Dortmund-Spiel vorgenommen hat. Mit dabei ist mit Jugend-Nationalspielerin Laetitia Quist eine gelernte "Linke". Katarina Pandza, die im Pokal ebenfalls pausierte, steht auch im TuS-Aufgebot.

Kein Thema ist weiterhin Marija Obradovic. Sie macht deutlich mehr, an einen Einsatz ist aber nicht zu denken. Nachdem der Kreuzbandriss auskuriert ist, hat sie nun bekanntlich Probleme in der Achillessehnengegend, braucht weiter Geduld. "Bei Delaila und Anika ist es sehr positiv. Sie sind auf einem guten Weg." Edina Rott weiß natürlich auch, dass die Damen Amega und Niederwieser noch nicht bei 100 Prozent sind - aber schon sehr viel helfen können. "Der Dortmunder Rückraum ist richtig gut, dann setzen sie auch ihre schnellen Außen ein. Ihr Mittel ist zudem der schnelle Gegenstoß, weshalb wir im Rückzug aufpassen müssen."

Fuhr: "Hochattraktives und temporeiches Spiel"




Borussia Dortmund hat in den vergangenen Spielen gezeigt, dass sich kein Gegner bei einer deutlichen Führung über einen Punktegewinn sicher sein kann. Gegen die HSG Bensheim/Auerbach zeigten die schwarzgelben vor heimischer Kulisse eine fulminante Aufholjagd. In Thüringen ließ man den mehrfachen deutschen Meister nicht eine Sekunde aus den Augen, sogar ein Drei-Tore-Rückstand wurde auswärts aufgeholt und in einen Sieg umgemünzt. Die Mannschaft von André Fuhr zeigt Kampfgeist und wahre Emotionen auf dem Feld. Auch im Pokalspiel beim SV Werder Bremen sah man diese Leidenschaft. Mit einem 28:23-Sieg in Bremen wurden die Weichen für den weiteren Weg zum Final Four gestellt. Nun gilt es sich gegen den Vorjahresdritten durchzusetzen und sich so weiter im Spitzentrio zu behaupten.

Welche strategische Ausrichtung Borussia Dortmund und die TuSsies am Mittwochabend den Zuschauern präsentieren werden, ist kein Geheimnis mehr: Tempo! Dies zeigt auch die Aussage von André Fuhr: "Ich bin mir sicher, dass die Zuschauer sich auf ein hochattraktives und temporeiches Spiel freuen dürfen. Beide Mannschaften bevorzugen den Tempohandball und sind sehr sehr stark im Umschaltspiel." Ziele sollten daher ein schnelles und frühes Unterbinden von Gegenstößen, ein herausragendes Rückzugsverhalten und vor allem die Tugend der Disziplin sein.

Keine leichte Aufgabe für die jungen Mannschaften, die mit so viel Potenzial glänzen. "Ich glaube auch, dass Metzingen am Ende, unter den ersten fünf landen wird und da darf man sich nicht von der Niederlage gegen Blomberg blenden lassen. Sie haben einen sehr interessanten jungen, talentierten Kader, der sich noch finden wird. Wir würden gerne die Punkte, die wir in Thüringen geholt haben, vergolden und wir freuen uns auf eine volle Halle. Wir werden alles versuchen, die Punkte in unserer Halle zu behalten", so Fuhr weiter, der trotz einigen angeschlagenen Spielerinnen auf den vollen Kader zurückgreifen kann.

Die Partie im Livestream von Sportdeutschland.TV