06.10.2019 15:21 Uhr - DHB-Pokal - PM Vereine, red

Bayer Leverkusen gewinnt "typisches, kämpferisches Pokalspiel" bei Bad Wildungen Vipers

Jana Scheib Jana Scheib
Quelle: malafo, Vipers
Der Traum vom Einzug ins Final4 des DHB-Pokals kann weiter geträumt werden. Die Handball-Frauen des TSV Bayer 04 Leverkusen setzten sich in der 2. Pokalrunde beim Ligakonkurrenten HSG Bad Wildungen Vipers mit 25:21 (11:12) durch und hoffen nun auf ein gutes Los für die 3. Runde.

"Wir haben einfach zu viel verworfen. Wenn man das Tor nicht trifft und sechs von acht Siebenmetern vergibt, kann man nicht gewinnen", so das Fazit von Vipers-Trainerin Tessa Bremmer nach einer enttäuschenden Offensivleistung ihrer Mannschaft. Mit der Abwehr hingegen war Bremmer zufrieden. Die Taktik, Anna-Maria Spielvogel offensiv gegen Leverkusens Nationalspielerin Jennifer Rode agieren zu lassen, ging voll auf. Und auch sonst gab es im Defensivverhalten der Hausherrinnen nur wenig zu bemängeln. Dementsprechend offen gestaltete sich die erste Hälfte.

Die Werkselfen kamen nur mühsam in die Partie und lagen schnell mit 0:2 im Hintertreffen, ehe Anna Seidel der erste Treffer gelang. Nach dem 4:4-Ausgleich durch Mareike Thomaier brachte Joana Rohde mit einem Doppelpack die Elfen erstmals mit 6:4 in Führung.

Dies konnte gelingen, weil Nele Kurzke bei zwei Siebenmetern für Vanessa Fehr zwischen die Pfosten rückte und beide parieren konnte. Es sollten nicht die letzten Glanztaten dieser Art an diesem Abend der Torhüterin bleiben. Fünf Siebenmeter konnte die 29-Jährige abwehren, einmal half ihr beim Strafwurf die Querlatte.

Für Jennifer Rode war die Partie bereits nach 23 Minuten beendet. Nach einer Angriffsaktion blieb sie verletzt am Boden liegen und musste ausgewechselt werden. "Es ist nicht so schlimm, aber ich habe sie nicht mehr gebracht, weil es auch so gut funktionierte", so Elfentrainer Robert Nijdam.

Nijdam: "Beide Torfrauen haben einen guten Job gemacht"




Der Niederländer musste zudem auf Nationalspielerin Mia Zschocke verzichten, die aufgrund einer Fußverletzung geschont wurde: "Aber ich bin guter Dinge, dass wir sie am Mittwoch im Bundesligaspiel in Blomberg dabei haben werden."

Mit einem 11:12-Rückstand kamen die Leverkuserinnen entschlossen aus der Kabine. Siebenmeterschreck Nele Kurzke rückte nun für eine gute Vanessa Fehr, der sogar ein Treffer ins leere Tor gelang, zwischen die Pfosten. "Beide Torfrauen haben einen guten Job gemacht. Nele war so gut drauf, da habe ich mich für einen Wechsel entschieden - auch ein wenig aus psychologischen Gründen", lobte Nijdam sein gut funktionierendes Torhüterinnenduo.

Im Angriff der Vipers fehlte die Durchschlagskraft und die erfolgreichen Rückraumwürfe, auf die Bremmer gehofft hatte. Einzig die 18-jährige Jana Scheib im rechten Rückraum sorgte mit druckvollen Einzelaktionen dafür, dass der Abstand zwischenzeitlich nicht auf mehr als sechs Tore anwuchs.

Die vorentscheidende Phase zugunsten der Werkselfen lag zwischen der 37. und 47. Minute, als die Bayerfrauen einen 13:14-Rückstand in eine 18:14-Führung verwandelten. "Die Vipers kamen bei 17:19 noch einmal näher, doch ich war ruhig und mir sicher, dass wir das Spiel nach Hause bringen", so Nijdam: "Ein Sieg im Pokal auswärts bei einem Ligakonkurrenten ist nie einfach. Es war ein typisches, kämpferisches Pokalspiel. Pia Adams und Mareike Thomaier haben gut getroffen heute, das hat gut funktioniert."

Mit dem Sieg im DHB-Pokal sind die Elfen erfolgreich in den Oktober gestartet. Nun geht es Schlag auf Schlag. Am Mittwoch reisen die Bayer-Mädels in der HBF zur HSG Blomberg-Lippe, ehe bereits am kommenden Samstag das Hinspiel im EHF-Pokal in Ungarn bei DVSC Debrecen auf dem Programm steht.

Statistik zum Spiel




HSG Bad Wildungen Vipers - TSV Bayer 04 Leverkusen 21:25 (12:11)

Bad Wildungen: Bocka, Brütsch; Ingenpaß (4), Heusdens (5), Kallenberg, Frankova (2) Mühlner, Da Silva Pereira (1), Struijs, Scheib (5), Otto (2/2), Blase, Spielvogel (2)

Leverkusen: Fehr (1), Kurzke (ab 31.); Thomaier (7/2), Jurgutyte (1), Seidel (2), Souza, Bruggeman (3), Kinlend (2), Einarsdottir, Huber (1), Adams (4), Joanna Rode (2), Jennifer Rode, Elaine Rode (2)

Schiedsrichter: Fratczak/Ribeiro (Geldern/Diepholz)
Zuschauer: 190
Strafminuten: 12/6 Minuten
Siebenmeter: 2/8 ; 3/5

Spielfilm: 2:0 (2.), 4:4, 4:6 (16.), 5:8 (20.), 8:8 (21.), 9:10 (27.), 12:11 (HZ)
14:13 (27.), 14:18 (47.), 17:19 (50.), 17:22 (54.), 19:22 (55.), 19:24 (58.), 21:25 (EN)