06.10.2019 13:52 Uhr - DHB-Pokal - PM Vereine, red

Nach doppelter Verlängerung: Neckarsulm entscheidet dramatischen Pokalfight in Zwickau für sich

Nach dem packenden Pokalkrimi gab es Applaus für beide TeamsNach dem packenden Pokalkrimi gab es Applaus für beide Teams
Quelle: Neckarsulmer SU
Doppelte Verlängerung, 84 Tore, 17 Zeitstrafen und drei rote Karten - allein diese Zahlen zeigen auf, wie dramatisch das DHB-Pokalspiel der Neckarsulmer Sport-Union beim BSV Sachsen Zwickau ablief. Dabei gab die NSU eine zwischenzeitliche Sieben-Tore-Führung, rettete sich nach Zwei-Tore-Rückstand in die Verlängerung und setzte sich dann erst in der zweiten Verlängerung zum 45:39-Erfolg ab. Norman Rentsch lobte trotz der Niederlage die geschlossene Leistung seines BSV-Teams: "Wenn wir auf dieser Leistung weiter aufbauen und verinnerlichen, werden wir viel Spaß haben."

Dabei war die erste Hälfte gegen selbstbewusste und eingespielte Zwickauerinnen lange auf Augenhöhe - mehrfach wechselte die Führung. Ab der 20. Minute konnte Neckarsulm sich erstmals etwas von den Gastgeberinnen absetzen und konnte somit immerhin eine 16:13-Führung in die Kabine nehmen.

Danach dominierte die NSU in der Sporthalle Neuplanitz komplett und lagen nach einem perfekten Start in die zweite Halbzeit nach 37 Minuten beim 24:17 mit sieben Toren in Front - die Vorentscheidung schien gefallen. Doch anstatt die Führung weiter auszubauen, schaltete die NSU gegen fightende Zwickauerinnen einen Gang zurück. Zu früh, denn im Wechselspiel mit den Zuschauern kämpften sich die Gastgeber zurück: Klara Schlegel verkürzte mit einem Dreierpack und brachte Zwickau emotional damit komplett zurück in die Partie.

Die Gastgeberinnen witterten die Chance auf eine Überraschung, sie drehten das Spiel mit einem 6:0-Lauf zum 28:27. Die Halle war ein Tollhaus, drei Minuten vor Schluss schien beim 30:28 die Überraschung zum Greifen nah. Doch die Neckarsulmerinnen waren wieder aufgewacht, kämpften und wehrten sich - und retteten sich in die Verlängerung. Auch aufgrund der dritten Zeitstrafe gegen Katarina Pavlovic. Nathalie Hendrikse, Selina Kalmbach und Lucie-Marie Kretzschmar warfen Neckarsulm erneut in Front, doch Klara Schlegel gelang mit der Sirene das 31:31.

Verlängerung:




Es ging in die Verlängerung, in der Zwickau zunächst auch Petra Nagy aufgrund der dritten Zeitstrafe verlor, aber auf Augenhöhe blieb. Mit dem letzten Wurf bot sich Neckarsulm die Chance auf den Siegtreffer, doch der Angriff brachte keinen Erfolg und so ging es in weitere zehn Minuten. Zwickau kämpfte mit viel Herz, aber Neckarsulm hielt dagegen und der Zweitligist musste jetzt vielleicht auch dem Spiel gegen Kirchhof am Donnerstag Tribut zollen. Neckarsulm hatte die größeren Kraftreserven und siegte am Ende mit 45:39.

Auf wen die Sport-Union im Achtelfinale trifft, entscheidet sich bereits am kommenden Mittwoch im Anschluss an die Bundesliga-Partie der HSG Blomberg-Lippe. Ebenfalls im Einsatz ist zu diesem Zeitpunkt auch bereits wieder die Neckarsulmer Mannschaft von Pascal Morgant. Um 19:30 Uhr empfängt die NSU in der heimischen Ballei den amtierenden Pokalsieger Thüringer HC in der Handball Bundesliga Frauen.

"Zwickau hat uns heute das Leben richtig schwer gemacht und auch beim größten Rückstand niemals aufgegeben. Den größten Fehler, den wir auch bei dem 16:13 zur Halbzeit schon gemacht haben, dass wir die Führung nicht über die gesamte Spielzeit mitgenommen und uns zwischenzeitlich unnötigerweise auf die faule Haut gelegt haben. Das war sehr ärgerlich, da wir einfach zu schnell mit etwas zufrieden sind und uns genau so etwas aber in keinem Spiel erlauben können", so Pascal Morgant.

Der Trainer der Neckarsulmerinnen weiter: "Dann kommt Zwickau mit großem Willen und Kampfgeist zurück in dieses Spiel und hat uns wirklich über 80 Minuten komplett gefordert. Ich denke trotzdem, dass wir einen sauberen Fight abgeliefert haben und heute als glücklicher Gewinner zurück nach Neckarsulm fahren können. Wir haben eigentlich über die gesamte Spielzeit vorgelegt und der Partie unseren Stempel aufgedrückt. Daher auch großen Respekt an Zwickau für eine starke Leistung heute Abend."

BSV Sachsen Zwickau - Neckarsulmer Sport-Union 39 : 45 n.V. (13:16)

BSV Sachsen Zwickau:
Zenner, Szott
Rösike (4/1), Kracht, Pavlovic (4), Bolze (3), Felsberger (1), Nagy (2), Stojkovska (10/1), Schlegel (5), Choinowski (7/2), Pester (1), Ertl (2)

Neckarsulmer Sport-Union:
Wachter, Kaminska (1)
Kalmbach (2), Wolf (3), Hendrikse (7/1), Knippenborg (7), Wick, Goos (1), Ineichen (3), Reimer (14/4), Espinola Perez (2), Kooij (4), Kretzschmar (1)

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