05.10.2019 09:37 Uhr - DHB-Pokal - PM Vereine, red

HC Rödertal hofft gegen geschwächte Göppingerinnen auf Pokal-Überraschung

Annika Blanke soll Akzente setzenAnnika Blanke soll Akzente setzen
Quelle: Michael Schmidt
Es wird für die Rödertalbienen sicherlich eines der Highlights der Saison. Am Samstag, den 05. Oktober 2019, gastiert Erstligist Frisch Auf Göppingen im Rödertal. Anwurf zur zweiten Runde des DHB-Pokals ist wie gewohnt um 17:30 Uhr.

Nach dem ersten Saisonsieg in der Bundesliga und der zweiwöchigen Pause hätten die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen eigentlich ganz entspannt ins Pokalspiel gehen können. Denn der Gegner, Zweitligist HC Rödertal, wäre ein machbares Los für die Frisch Auf Frauen gewesen. Die enormen Verletzungssorgen erschweren die Aufgabe für das Team von Trainer Aleksandar Knezevic nun jedoch: Wenn die Zweitrundenpartie in Großröhrsdorf angepfiffen wird, fehlen gleich vier Stammspielerinnen: Spielführerin Johanna Schindler (Knie), die Torschützin vom Dienst, Michaela Hrbkova (Muskelfaserriss), Roxana Ioneac (Mittelhandbruch) und Anja Brugger (Schulter). Während Ioneac erst Ende Dezember auf der Platte zurückerwartet wird, könnte Schindler im besten Fall zu den beiden Partien gegen Bensheim und Metzingen wieder im Kader stehen. Bei Hrbkova und Brugger dauert es wahrscheinlich länger.

Bei den Rödertalbienen steht Knezevic somit ein massiv zusammengeschrumpfter Kader zur Verfügung, der versuchen wird, das Pokalspiel irgendwie zu gewinnen und den Einzug ins Achtelfinale zu vollziehen. Was jedoch noch wichtiger ist: Es soll sich nicht noch jemand verletzen. Denn: "Ein derartiges Verletzungspech habe ich in den ganzen Jahren meiner Tätigkeit noch nicht erlebt", stöhnt Aleksandar Knezevic. Doch der Göppinger Coach will nicht groß lamentieren. "Wir müssen das Beste aus der derzeitigen, kritischen Situation machen, noch mehr kämpfen und irgendwie versuchen, dass wir ein entsprechendes Ergebnis zaubern und ins Achtelfinale einziehen."

Petrinja: "Müssen als Mannschaft noch mehr zusammenstehen




Ein geregeltes Training war diese Woche nicht möglich: "Teilweise standen mir nur fünf Feldspielerinnen zur Verfügung. Die anderen fehlten wegen Erkältungen. Ein weiteres Problem." Bis Samstag müsse man versuchen, so viel Kraft wie möglich zu sammeln. Ob und wer von der zweiten Mannschaft, die am Samstag ebenfalls ein Spiel hat, mit nach Sachsen fahren wird, entscheidet sich nach Gesprächen mit Coach Vladimir Jelesic. Ob Knezevic zu unkonventionellen Maßnahmen greifen und eventuell eine der Torhüterinnen auf dem Feld aufbieten wird, wie man es in anderen Sportarten tut, wenn Personalmangel vorherrscht?

So weit, dass Edit Lengyel im Rückraum aufgeboten werde, komme es nicht, stellt Knezevic klar und schmunzelt. In die Bresche springen müssen Annika Blanke, Ana Petrinja und Romy Morf-Bachmann, die zum Sieg gegen die Kurpfalz-Bären sieben Tore beisteuerte und in den drei Ligaspielen bislang 15 Tore für Frisch Auf warf. Hinter einer stabilen Abwehr sollen die beiden Torhüterinnen Jasmina Jankovic und Branka Zec zu einem entscheidenden Faktor werden.

"Unter normalen Umständen ist das eine eingespielte Truppe, mit der wir es da zu tun bekommen. Mal sehen wie sie die Verletzungen von Hrbkova, Johanna Schindler und Ioneac kompensieren. Die übrigen Spielerinnen werden sicherlich alles geben für ihre verletzten Kolleginnen", weiß auch HCR-Trainer Frank Mühlner.

Nach zuletzt zwei Siegen in der Liga hat der HCR ordentlich Rückenwind. Besonders bei der souveränen Leistung gegen den TuS Lintfort präsentierten sich die Rödertalbienen deutlich verbessert. "Die beiden Siege gegen Nürtingen und Lintfort waren sehr wichtig für unser Selbstvertrauen. Durch die Spielverlegung hatten wir außerdem zwei Wochen zeit, um uns in Ruhe auf dieses Highlight vorzubereiten. Ein Sieg wäre natürlich eine riesige Überraschung. Wir werden alles dafür tun, um das zu schaffen", freut sich Mühlner auf die Partie.

Rödertal habe einige erfahrene Akteurinnen, doch sein Rumpfteam werde mit großem Willen zu Werke gehen, versichert Knezevic. Schließlich gehe es darum, den Traum vom Final-Four-Turnier in der Stuttgarter Porsche-Arena am Leben zu erhalten. Dieses Ziel verfolgt auch Ana Petrinja, mit 9/6-Treffern beste Werferin gegen die Kurpfalz-Bären. "Klar wollen wir in die nächste Runde. Die ganzen Verletzungen machen es nicht gerade einfacher, aber jetzt müssen wir als Mannschaft eben noch mehr zusammenstehen." Das gilt es am Samstag auf dem Feld zeigen, auch wenn die Belastung für die Spielerinnen steigt, weil fast jede die komplette Spielzeit absolvieren muss. Petrinja sieht´s pragmatisch. Auch wenn es einige Ausfälle gäbe, "heißt es auf dem Feld doch immer noch Sechs gegen Sechs".

Die Partie im Stream von Sportdeutschland.TV