03.10.2019 20:16 Uhr - DHB-Pokal - Andreas Hofmann/Bernd Hohnstein, PM THC

Luchse fordern Titelverteidiger Thüringer HC bis in die letzten Minuten des Pokalfights

Iveta Korosova erzielte 9/4 Treffer für den THCIveta Korosova erzielte 9/4 Treffer für den THC
Quelle: Mario Gentzel
Titelverteidiger Thüringer HC hat sein erstes Spiel in der neuen Spielzeit des DHB-Pokals beim Zweitliga-Meister Handball Luchse Buchholz 08-Rosengarten mit 32:27 (17:18) gewonnen. So deutlich wie das Ergebnis am Ende auf der Anzeigetafel stand, war der Spielverlauf für den Titelverteidiger auf keinen Fall. Der Thüringer HC tat sich vor allem in der ersten Halbzeit schwer und kam mit der offensiven Abwehr und dem schnellen Angriffsspiel der Luchse nicht zurecht. Beste Werferinnen waren Iveta Koresova mit 9/4 Toren für den THC. Bei den Luchsen waren Johanna Heldmann und Sarah Lamp mit je sechs Treffern die erfolgreichsten Werferinnen.

Die Gastgeberinnen hatten den ersten Angriff und Sarah Lamp brachte ihre Mannschaft in Führung. Jovana Sazdovska antwortete für den THC und traf nach zwei Minuten zum 1:1. Beide Mannschaften starteten nervös in die Partie und suchten ihre Abwehrreihen zu organisieren. Sarah Lamp traf in der sechsten Minute bereits zum 4:3 und Alicia Stolle glich wenige Sekunden später wieder aus.

In den ersten zehn Minuten konnte sich keiner der Kontrahenten absetzen und nur die Torfrauen zeigten, dass sie bereits voll im Spiel angekommen waren. In der 13. Minuten zog Herbert Müller die Konsequenzen und legte, beim Stand von 6:5, seine erste grüne Karte, um seiner Mannschaft neue Anweisungen zu geben - am Spielverlauf änderte sich aber zunächst wenig: Die eingewechselte Johanna Heldmann netzte zwei Minuten später zum 8:7 ein und Meike Schmelzer netzte im Gegenangriff zum Ausgleich.

Marielle Vogel sortge in der siebzehnten Minute dann mit dem 10:8 für den ersten zwei Tore Vorsprung der Begegnung. Die Frauen aus der Nordheide ließen nicht nach und legten immer wieder vor, der DHB-Pokalsieger der letzten Saison musste ausgleichen, schaffte es aber lange nicht, selbst in Führung zu gehen. Erst nach dem Ausgleichstreffer zum 10:10 durch Mikaela Mässing in der 19. Spielminute und dem Tor durch Almudena Rodriguez kam es zur ersten THC-Führung.

Ann-Cathrin Giegerich parierte mehrere Würfe der Gastgeberinnen und hielt ihre Mannschaft damit in Vorlage. Lange konnten die Thüringerinnen den Vorsprung aber nicht verteidigen: Der Zweitligist ging mit 13:12 erneut in Führung und verteidigte diese bis zur Halbzeit. Keiner Mannschaft gelang es, sich entscheidend abzusetzen. Gingen die Luchse in Front, glich der Thüringer HC aus, ohne das Spiel jedoch drehen zu können. Marleen Kadenbach setzte den Schlusspunkt in der ersten Halbzeit, mit einer 18:17 Führung für die Gastgeberinnen ging es in die Kabinen.

Thüringer HC übernimmt im zweiten Abschnitt die Führung




Nach Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit setzten sich Meike Schmelzer und Ina Großmann durch und brachten die Gäste mit 19:18 in Führung. Vier Minuten waren gespielt, da musste Alicia Stolle für zwei Minuten auf die Bank und Kim Berndt verwandelte auf der Gegenseite von der Strafwurflinie, die Gastgeberinnen lagen wieder in Front.

Die Gäste aus Thüringen taten sich nach wie vor schwer gegen die gut auf den Erstligisten eingestellten Norddeutschen. Allerdings wechselte die Führung erneut, nachdem Alexandra Mazzucco und Meike Schmelzer ihre Angriffe erfolgreich abschlossen hatten. Doch der amtierende Pokalsieger agierte weiterhin zu passiv in der Abwehr und konnte die gegnerischen Rückraumschützinnen kaum unter Kontrolle bringen.

Die Luchse blieben zunächst im Spiel, erst ein Doppelschlag von Iveta Koresova und Alicia Stolle, die ins verwaiste Tor der Gastgeberinnen traf, sorgten mit dem 28:24 für etwas Luft für den Erstligisten. Doch damit baute sich bei den Gästen immer noch nicht die nötige Sicherheit auf: Johanna Heldmann brachte die Gastgeberinnen neun Minuten vor dem Ende wieder auf zwei Treffer heran, der Anschlusstreffer folgte.

Weitere zwei Minuten später nahm Herbert Müller ein weiteres Team Timeout und schwor seine Mannschaft auf die Schlussphase ein. Wie sich zeigte mit Erfolg, fünf Minuten vor dem Abpfiff gelang Iveta Koresova wieder ein Zweitore-Vorsprung und Emily Bölk erhöhte, mit einem wuchtigen Wurf aus dem Rückraum, auf drei Tore. Den HL Buchholz 08-Rosengarten schienen nun doch die Kräfte zu verlassen, die dieses intensive Spiel von ihnen abforderte. Iveta Koresova erhöhte mit ihrem Strafwurf zum Endstand von 32:27 aus Sicht des THC und qualifiziert sich für die 3. Runde um den DHB-Pokal.

"Ein großer Dank geht an meine Mädels. Sie haben bis zum Schluss nicht aufgegeben", so Luchse-Coach Dubravko Prelcec nach der Partie. THC-Coach Herbert Müller erklärte: "Riesen Kompliment an die Handball Luchse. Sie haben ein unfassbares Spiel aufs Parkett gelegt. Es wird Zeit, dass ihr in die 1. Liga aufsteigt. Das Spiel verlief auf Augenhöhe. Unsere Abwehr war eine mittlere Katastrophe. Wir mussten bis zum Schluss alles geben. Buchholz hat fantastischen Handball gespielt. Sie haben uns vor Probleme gestellt. Nach dem Ausfall von Josefine Huber müssen wir uns in der Abwehr etwas einfallen lassen. Wir wurden heute gefordert, wie gegen Dortmund."

HL Buchholz 08-Rosengarten - Thüringer HC 27 : 32 (18:17)

HL Buchholz 08 - Rosengarten:
Mareike Vogel, Sophie Löbig; Evelyn Schulz 1, Kim Land 5, Marleen Kadenbach 3, Johanna Heldmann 6, Marthe Nicolai 1, Sarah Lamp 6/1, Kim Berndt 2/2 , Julia Herbst, Svea Geist, Alexia Hauf, Lisa Borutta, Zeliha Puls 3.

Thüringer HC:
Maria Skurtveit Davidsen, Ann-Cathrin Giegerich; Mariana Ferreira Lopes, Beate Scheffknecht, Alexandra Mazzucco 1, Almudena Rodriguez 4, Jovana Sazdovska 1, Meike Schmelzer 6, Alicia Stolle 2, Iveta Koresova 9/4, Emily Bölk 4, Ina Großmann 2, Mikaela Mässing 1, Lydia Jakubisova 2.

Zuschauer: 577 - Schiedsrichter: Matthias Klinke & Sebastian Klinke

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