30.09.2019 12:35 Uhr - 2. Bundesliga - PM Luchse

Luchse tun sich schwer in Freiburg: "Begegnung ist abgehakt"

Am vierten Spieltag der 2. Handball Bundesliga mussten die HL Buchholz 08-Rosengarten die weite und beschwerliche Reise nach Baden-Württemberg antreten, um gegen den Aufsteiger HSG Freiburg nach den beiden Auftaktsiegen gegen HC Rödertal und SV Werder Bremen, weiter eine weiße Weste zu behalten. Mit dem 29:25 Auswärtssieg ist dieses Ziel zwar gelungen, aber keiner der Beteiligten hätte sich im Vorfeld der Begegnung vorstellen können, wie viel Mühe und Nervenkraft notwendig sein würden, um die Begegnung am Ende noch erfolgreich zu gestalten.

In der mit 500 Zuschauern gut besetzten Wentzinger Sporthalle erwischten die "Red Sparrows" den besseren Start und gingen durch einen verwandelten Strafwurf von Nadine Czok nach 57 Sekunden mit 1:0 in Führung. Das lautstarke Publikum bejubelte in der Folgezeit zwar keine weiteren Torerfolge der eigenen Mannschaft, sondern die Paraden von Torfrau Lena Fischer, die mit ihren Aktionen das Tor sauber halten konnte, ehe in der siebten Minute Marthe Nicolai der Ausgleich zum 1:1 gelang.

"Ich kann mich an kein Spiel in der 2. Bundesliga erinnern, wo wir in der Anfangsphase so lange auf unser erstes Tor warten mussten", erklärte der Geschäftsführer Sven Dubau. In der 11. Minute war es wiederum Marthe Nicolai, die mit einem gekonnten Abschluss die Norddeutschen mit 4:3 in Führung brachte. Die sonst so schnelle und aggressive Abwehr fand keinen Zugriff und offenbarte viele Lücken.

Im Angriff fanden die Luchse nicht zu ihrem gefürchteten Tempospiel und wenn aus einer klaren Position abgeschlossen wurde, dann scheiterten sie an der überragenden Lena Fischer, die ihre Mannschaft immer im Spiel hielt. Nach der Umstellung auf die 5:1-Deckung klappte die Abwehr besser und die Gäste konnten sich durch Spielmacherin Kim Land in der 29. Minute auf fünf Tore absetzen, aber es war der großartig agierenden Nadine Czok vorbehalten zum Halbzeitstand von 12:16 zu verkürzen.

Im zweiten Spielabschnitt eröffneten die Luchse durch Svea Geist den Torreigen. Durch unnötige Ballverluste und schwache Abschlüsse der HL Buchholz 08-Rosengarten konnten sich die "Red Sparrows" unter dem Jubel des begeisterten Publikum wieder bis zur 43. Minute auf den Spielstand von 19:20 herankämpfen, so dass sich Luchse-Trainer Dubravko Prelcec gezwungen sah eine Auszeit zu nehmen, um seine Mannschaft und neu einzustellen.

Die auf 3-2-1 umgestellte Abwehr griff so langsam und der Meister kam in der Folgezeit zu leichten Toren. Bis zur 51. Minute konnten sich die Luchse wieder mit sechs Toren absetzen, zumal bei den Freiburgern die Nerven versagten als sie zwei Strafwürfe in Folge vergaben. Sie hatten an der Sensation geschnuppert, konnten am Ende die 25:29 Niederlage gegen den Favoriten nicht verhindern.

Bei der kommenden Aufgabe in Leipzig müssen sich die Luchse steigern, wenn sie dort erfolgreich bleiben wollen. In seinem Statement führt der Luchse Trainer Dubravko Prelcec aus: "Heute hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen, sondern letztendlich das Team, dass über die stärkeren Einzelspielerinnen verfügt. Die HSG Freiburg hat ein großartiges Spiel abgeliefert und unsere momentanen Schwächen, besonders im mentalen Bereich, schonungslos aufgedeckt."

Prelcec weiter: "Für mich ist diese Begegnung abgehakt und positiv kann ich nur das Endergebnis werten und die Leistung von Marthe Nicolai, die als einzige Spielerin ihre Normalform gezeigt hat. Aber es ist natürlich auch eine Stärke ein Spiel zu gewinnen, dass man aufgrund der insgesamt schwachen Leistung eigentlich nicht gewinnen darf. Wir müssen nach vorne schauen und den Kopf frei bekommen. Ein Lob noch für unsere acht mitgereisten Fans, die in dem Hexenkessel auch für uns noch zu hören waren. Ansonsten wünsche ich den Freiburgern viel Erfolg beim Kampf um den Klassenerhalt, der bei mehr Glück als gegen uns auch gelingen sollte.?