25.09.2019 20:12 Uhr - Europameisterschaft - cie

EM-Qualifikation: Deutschlands Handballerinnen knacken gegen Weißrussland Vierzig-Tore-Marke

Ina Großmann erzielte im ersten Abschnitt drei TrefferIna Großmann erzielte im ersten Abschnitt drei Treffer
Quelle: Michael Schmidt
In den Anfangsminuten war die Nervosität zu spüren, doch nach dem 8:4 in der zwölften Minute hatten die deutschen Handballerinnen das Heft im Duell mit dem Gast aus Weißrussland dann in der Hand. Trotz einiger Nachlässigkeiten und einer sich über sechzig Minuten wehrenden Gästemannschaft geriet die Führung in Coburg nicht mehr in Gefahr, am Ende stand ein souveräner 40:30-Erfolg zu Buche. Für die DHB-Frauen geht es direkt weiter in den Kosovo, am Sonntag steht das erste Auswärtsspiel auf dem Programm - im kommenden März wartet mit Slowenien dann der von der Papierform schwerste Gegner.

Weißrussland hatte sich 2008 zum letzten Mal für ein Großereignis qualifiziert und war als klarer Außenseiter nach Coburg gereist. Die gastgebenden deutschen Frauen taten sich in den ersten Minuten allerdings schwer mit der Favoritenrolle, die ersten Angriffe endeten im Block, am Holz oder mit Ballverlusten. Nach dem ersten Treffer der Partie durch Nataliya Kotsina von der Siebenmeterlinie konnte Liliya Artsiukhovich so für ein 0:2 auf der Anzeigetafel sorgen.

Nach über fünf Minuten ließ Emily Bölk nach einem Durchbruch die deutschen Fans dann über den ersten Treffer jubeln und dieser löste den Knoten: Julia Behnke sorgte in Überzahl erst für den Ausgleich und schloss dann einen Gegenstoß auf das aufgrund der Strafzeit verwaiste weißrussische Tor auch mit links erfolgreich ab. Per Gegenstoß ließ Marlene Zapf das 4:2 folgen - nach acht Minuten hatte die deutsche Auswahl das Heft in die Hand bekommen.

Die Deckung der DHB-Frauen hatte sich gefunden, zudem war Dinah Eckerle von der ersten Minute an ein sicherer Rückhalt - mit ihren Paraden hatte sie in den ersten Minuten einen höheren Rückstand verhindert. Beim 4:3 und 5:4 war sie chancenlos, ein Doppelschlag von Emily Bölk und ein Gegenstoß von Ina Großmann stellten mit dem 8:4 dann aber bereits nach zwölf Minuten die Weichen für einen ruhigen Abend.

Weißrussland reagierte umgehend mit der Auszeit, die deutschen Frauen setzten sich aber weiter ab: Nach einem Doppelschlag von Alicia Stolle waren es beim 11:6 erstmals fünf Treffer Distanz. Shenia Minevskaja, der Mutter für Weißrusslands Nationalteam spielte, erhöhte auf sechs und Ina Großmann beim 15:8 dann auf sieben Tore. Doch mit der deutlichen Führung im Rücken schlichen sich Nachlässigkeiten ein, die Deckung wurde passiver und die Gäste nutzten die sich bietenden Räume - zunächst um mit zwei Treffern beim 15:10 wieder auf fünf Tore zu verkürzen.

Fünf Spielerinnen mit je drei Treffern im ersten Abschnitt




Beim Stand von 17:12 reagierte Bundestrainer Henk Groener, der Niederländer nahm seine erste Auszeit. Erste personelle Wechsel hatte es bereits zuvor gegeben, so stand unter anderem die nachnominierte Julia Maidhof mit auf dem Parkett. Doch die deutschen Frauen vergaben den nächsten Angriff, Kataryna Silitskaya konnte so auf vier Tore verkürzen.

Näher sollte der Außenseiter aber nicht herankommen: Erst holte Meike Schmelzer am Kreis einen Siebenmeter heraus, den Kim Naidzinavius mit Hilfe der Unterkante der Latte verwandelte, dann legte die Bietigheimerin in Unterzahl das 19:14 nach und legte kurz vor der Sirene per Kempa für Ina Großmann auf, die für den 20:14-Pausenstand sorgte und damit als fünfte deutsche Spielerin auf drei Treffer im ersten Abschnitt kam.

Henk Groener verteilte die Spielanteile auch im zweiten Abschnitt auf mehrere Schultern - beide Partien in der EM-Qualifikation sind zugleich auch wichtige Tests für die Weltmeisterschaft im Dezember in Japan. Die Wechsel sollten an den Kräfteverhältnissen aber nichts ändern, Weißrussland fehlten die Mittel um die DHB-Frauen ernsthaft in Bedrängnis zu bringen - auch wenn die Gastgeberinnen in der Deckung nicht immer konsequent zu Werke gingen.

Der Abstand blieb aber trotz der Fehler im deutschen Spiel konstant - auch weil die eingewechselten Akteurinnen trafen: Jenny Behrend hatte den Torreigen nach Wiederbeginn eröffnet, Mia Zschocke setzte wenig später das 23:16 und Behrend traf trotz Fouls zum 24:17. Die folgende Überzahl blieb aber ungenutzt, im Gegenteil Weißrussland konnte wieder auf fünf Tore verkürzen. Doch, wenn benötigt, dann spielten die DHB-Frauen ihre individuelle Klasse aus, wie Emily Bölk beim 25:19. Auf die mehrfach erreichten sieben Tore Differenz stellte dann Jenny Behrend in Unterzahl im Gegenstoß mit dem 26:19.

Doch mit einem Doppelschlag von Maryia Kanaval und Irina Dronava, die den Ball zum 26:21 in das in Unterzahl verwaiste deutsche Tor setzte, verkürzte Weißrussland wieder auf fünf Treffer. Deutschland beherrschte das Geschehen, verpasste es aber die Vorentscheidung herbeizuführen. Nach einer Auszeit von Henk Groener folgte dann aber ein Zwischenspurt: Emily Bölk, Luisa Schulz und dann Antje Lauenroth auf Vorarbeit von Kim Naidzinavicius sorgten mit einer Dreier-Serie für das 31:23 - erstmals lagen acht Tore zwischen den beiden Teams.

Weißrussland reagierte nun seinerseits mit einer Auszeit, doch zehn Minuten vor dem Ende waren mit der ersten Zehn-Tore-Führung der deutschen Frauen - Julia Maidhof hatte zum 34:24 eingenetzt - die letzten Fragezeichen am Auftakterfolg der deutschen Auswahl getilgt. Weißrussland spielte allerdings auch in der Schlussphase mit und bemühte sich darum die Differenz wieder in den einstelligen Bereich zu schieben - dies gelang aber nicht. Die Gäste schraubten ihre Ausbeute zwar auf dreißig Treffer, auf der Gegenseite konnten die deutschen Fans aber nach einem erfolgreichen Versuch von Antje Lauenroth die "40" feiern. Bei diesem 40:30 blieb es nach einer abschließenden Parade von Isabell Roch auch.

Livestream Kosovo - Deutschland von Sportdeutschland.TV




24.09.2019 - DHB-Frauen: Zwei Kaderänderungen vor Auftakt der EM-Qualifikation

20.09.2019 - Deutscher Handballbund präsentiert Nachfolgerin für Teammanagerin Laura Steinbach

24.09.2019 - "Gradmesser, wo wir grade stehen" - Henk Groener vor dem Auftakt der EM-Qualifikation im Interview

20.09.2019 - Ausrichter für Frauen-EM 2024: Russland und zwei Dreier-Bewerbungen noch im Rennen

25.09.2019 - Übersicht: Spiele und Gruppen der Qualifikation der Handball-EM der Frauen