22.09.2019 12:04 Uhr - 1. Bundesliga - PM BSV

Tempospiel für Buxtehude der Trumpf zum Auswärtssieg in Mainz

Christina Haurum und der BSV punkteten in Mainz doppeltChristina Haurum und der BSV punkteten in Mainz doppelt
Quelle: Axel Kretschmer, Mainz 05
Bundesligist Buxtehuder SV hat beim 1. FSV Mainz 05 einen Auswärtssieg geholt. Die Mannschaft von Trainer Dirk Leun gewann am Samstag beim Aufsteiger sicher mit 39:29 (17:16) und kam im zweiten Auswärtsspiel der Saison zum zweiten Erfolg. "Unser Tempospiel hat 60 Minuten gestochen. Das war unser größter Trumpf. Damit haben wir Mainz vor allem in der zweiten Halbzeit Probleme bereitet", sagte Leun. Beste BSV-Werferin war Lone Fischer mit neun Treffern, darunter ein Siebenmeter. Mainz wartet weiter auf die ersten Punkte, Buxtehude schob sich mit 4:2 Punkten auf den sechsten Tabellenplatz.

In den Anfangsminuten entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel zwischen den Teams. Als der BSV mehrere Angriffe in Folge zu hektisch ausspielte, gingen die Gastgeberinnen mit 9:7 in Front. "Wir sind auf eine sehr motivierte und kampfstarke Mannschaft getroffen", sagte BSV-Trainer Dirk Leun zum Start der Mainzerinnen.

Als die Technik in der Halle streikte und das Spiel zweimal kurzzeitig unterbrochen werden musste, schien ein Ruck durch das Team des BSV zu gehen: Maike Schirmer gab den Startschuss für die beste BSV-Phase im Spiel. In Überzahl brachte schließlich Torfrau Katharina Filter ihr Team mit ihrem ersten Bundesliga-Treffer ins leere Tor wieder in Führung. Es folgten fünf weitere BSV-Tore. Mit einem 8:0-Lauf setzte sich Buxtehude auf 15:9 ab. "Wir hatten das Spiel ab der 20 Minuten im Griff", sagte Leun.

Doch die Führung gab nicht die nötige Sicherheit. "Wir haben dann den Kopf verloren und eine zu hohe Zahl an leichten Fehlern gemacht", so Leun. Mainz kam zurück in das Spiel und verkürzte. Sekunden vor der Pause markierte die ehemalige BSV-Spielerin Franziska Fischer nach einem erneuten Ballverlust des BSV den 16:17-Pausenstand aus Sicht ihres Teams.



In der Kabine schien Leun die richtigen Worte gefunden zu haben. Denn Buxtehude startete furios in die zweite Hälfte. Mieke Düvel, Annika Lott und Lone Fischer bauten die Führung innerhalb von 100 Sekunden nach Wiederanpfiff auf 20:16 aus. "Wir hatten im Angriff gute Phasen. Wir haben uns aber durch einfache Fehler in Bredouille gebracht", sagte Leun.

Dennoch konnten die Gäste den Vorsprung halten. Mainz verkürzte und Buxtehude fand die passende Antwort. Erst als die Gastgeberinnen im Tor wechselten, schien die Partie nochmal eng zu werden. Katarzyna Demianczuk, die in Durchgang eins bereits einen Siebenmeter von Lisa Prior hielt, parierte die ersten drei BSV-Würfe. "Im Positionsangriff war unsere Fehlerquote zu hoch. Da haben wir noch Luft nach oben", sagte Leun. Mainz verkürzte auf 22:24. "Wir haben uns das Spiel von Mainz auszwingen lassen und zu tief in der Deckung gestanden."

In den Schlussminuten gingen bei den Gastgeberinnen die Kräfte aus. Buxtehude zog hingegen nochmal das Tempo an. Innerhalb weniger Minuten eroberte das Team mehrere Bälle in der Abwehr und baute die Führung mit Tempogegenstößen wieder aus. "Unser Tempospiel hat 60 Minuten gestochen. Das war unser größter Trumpf. Damit haben wir Mainz vor allem in der zweiten Halbzeit Probleme bereitet", sagte Leun.

Den Schlusspunkt markierte BSV-Rechtsaußen Luisa Scherer. Das 39:29 ist am Ende standesgemäß, dennoch offenbarte das Spiel einigen Optimierungsbedarf beim Vorjahresvierten. "Mit 39 Toren kann ich gut leben, aber 29 Gegentore sind einfach zu viele. Der körperliche Wiederstand war zu wenig und auch vom Kampfgeist her erwarte ich mehr", sagt Leun. Daran kann er mit dem Team in den kommenden beiden Wochen aufgrund der Länderspielpause arbeiten.

In Mainz kam auch Paulina Golla zu ihrem Bundesliga-Debüt. Gegen ihren ehemaligen Verein durfte sie die letzten 20 Minuten spielen. Ein Treffer war ihr bei zwei Wurfversuchen jedoch nicht vergönnt. "Sie hat versucht, konzentriert zu spielen und nicht zu viel Risiko zu gehen. Das erste Bundesliga-Spiel und dann gegen die ehemalige Mannschaft ist eine besondere Situation", sagte Leun, "ich bin froh, dass sie 20 Minuten Erfahrung sammeln konnte. Es ist aber noch Luft nach oben und das brauchen wir, vor allem da es vorerst das letzte Spiel von Anni war." Annika Lott wird in den kommenden Tagen an der Schulter operiert und wird dem Team in den kommenden Monaten fehlen.

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