21.09.2019 20:23 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Frisch Auf Frauen besiegen Kurpfalz Bären letztlich souverän

Annika Blanke und Göppingen setzten sich am Ende durchAnnika Blanke und Göppingen setzten sich am Ende durch
Quelle: Michael Schmidt
In der Saison 2006/07 hatte es die bisher einzigen Duelle zwischen Frisch Auf Göppingen und den Kurpfalz Bären in der Ersten Liga gegeben. Göppingen stieg damals ab und verlor auch das Heimspiel gegen die Kurpfälzerinnen, die 2019, nach elf Jahren Abstinenz, wieder in die Beletage des deutschen Frauenhandballs aufgestiegen sind. Göppingen war klar favorisiert und konnte diese Rolle vor allem in der ersten Halbzeit aufs Spielfeld bringen. Vor 619 Zuschauern gerieten die Frisch Auf Frauen nochmals unter Druck. Bei dem letztlich klaren 34:26 (15:9)-Heimsieg fielen Hrbkova und Brugger verletzt aus.

Göppingen erzielte im Duell mit dem Aufsteiger aus dem nördlichen Teil des Bundeslandes schnell den ersten Treffer. Der etablierte Erstligist scheiterte anschließend dreimal an der 17 Jahre jungen Torhüterin der Kurpfalz Bären, Johanna Wiethoff. Bei den Gästen führte Samira Brand anfangs gekonnt Regie. In der siebten Spielminute eröffnete sich die Chance zur ersten Führung der Gäste, doch Rechtsaußen Amelie Möllmann vergab aus schwierigem Winkel. Göppingen hielt sich durch Romy Morf-Bachmann, die dreimal nacheinander traf, beim Stand von 4:2 (9.) schadlos.

Göppingen hatte nach einem drucklosen Beginn die Deckung stark verbessert und gab den Gästen mit einer 3:2:1-Formation lange kaum die Gelegenheit zum Abschluss. Bei Tina Welters 5:2 klappte auch das schnelle Umschaltspiel. Als sich Lena Feiniler am Kreis genial anspielen ließ und aus der Drehung einnetzte, endete dann eine achtminütige Torflaute der Gäste. Anja Brugger gab zwar sofort die Antwort für Göppingen und Branka Zec parierte einen Siebenmeter von Lara Eckhardt, doch in Überzahl, Petra Adamkova saß draußen, konnte Elena Fabritz auf 6:4 (16.) für die Gäste verkürzen.

Im Spiel Sechs gegen Sechs blieb Göppingen tonangebend. Die Kurpfälzerinnen vergaben unter anderem einen weiteren Siebenmeter. Nach 19 Minuten zwang Michaela Hrbkova die Gäste mit ihrem 10:5-Treffer zunächst in die erste Auszeit. Die Schwäbinnen waren erneut in Unterzahl, sie fanden aber in der Deckung bessere Lösungen als zuvor. Die Kurpfalz Bären verfehlten weiterhin zu häufig das Tor, um den Rückstand zu kontrollieren. An ihrem großen Engagement änderte dies aber nichts. Michels konterte fünf Minuten vor der Pause zum 13:8. Ketsch blieb einigermaßen im Spiel.

Göppingen musste seit der 21. Spielminute den Ausfall Michaela Hrbkovas verdauen, die sich im Angriff an der linken Wade verletzt hatte und einen Druckverband erhielt. In der Phase vor der Pause wirkten die Gastgeberinnen im Spielaufbau verunsichert. Aleksandar Knezevic reagierte mit einer Auszeit. Offensiv übernahm Ana Petrinja danach viel Verantwortung bei den Grün-Weißen, die im Rückzug und in der Deckung meist konzentriert blieben. Kurz vor der Sirene spielte Zec den Ball zu den Gästen, den finalen Freiwurf konnte die Slowenin parieren. Sie hielt den 15:9-Spielstand fest.

Nach dem Wiederanpfiff waren, wie zu Beginn der ersten Spielhälfte, die Gäste das frischer wirkende Team. Wiethoff ließ sich vier weitere Paraden notieren. Carmen Moser stellte, binnen einer Minute zweimal aus vollem Lauf, mit ihrem Doppelschlag auf 17:13 (36.). Die Kurpfalz Bären hatten ihr Spieltempo im Aufbau deutlich erhöht und boten insbesondere ein verbessertes Passspiel. Zudem zeigte sich die Deckung giftig. Rebecca Engelhardt traf beim 19:16 (39.) nach schnellem Umschalten. Aleksandar Knezevic zückte die T2-Karte und erinnerte mit kurzen Worten an die Vorgaben.

Da Moser anschließend auf Gäste-Seite den Pfosten traf und Göppingens Spielmacherin Annika Blanke einen Siebenmeter erwirkte, den Petrinja zum 20:16 (42.) unterbrachte und ein Zuspiel auf Feiniler nicht ankam, was Morf-Bachmann im Gegenzug mit viel Platz ausnutzte, erkämpften sich die Gastgeberinnen ihren Vorsprung nach der Unterbrechung schnell zurück. Sie kamen über die rechte Seite über das gesamte Spiel hinweg relativ leicht zu Zählbarem. Der Ball lief gut. Halblinks netzte Morf-Bachmann beim 26:20 (47.) zum sechsten Mal. Der Weg zum Heimsieg war geebnet.

Durch einen 5:2-Zwischenspurt konnte Göppingen den Sieg in den letzten Spielminuten noch deutlich gestalten. Die für die Schlussphase eingewechselte Jasmina Jankovic parierte dabei einen Gegenstoß von Sina Michels. Guberinic erhöhte im Gegenzug auf 30:21 (53.). Den Kurpfalz Bären fehlte am Ende in Angriff und Abwehr zumeist das Timing in den Aktionen. Lara Eckhardt griff Brugger, die sich an der Schulter verletzte, in den Wurfarm und wurde disqualifiziert. Sina Michels setzte schließlich den 34:26-Schlussakkord, zuvor hatte Göppingen teils mit elf Toren geführt.