21.09.2019 13:42 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

Anouk van de Wiel bei Kirchhof und Annefleur Bruggeman bei Wuppertal vor einer Premiere

Derzeit in guter Form: Paula KüllmerDerzeit in guter Form: Paula Küllmer
Quelle: Richard Kasiewicz, SG 09 Kirchhof
Nachdem die SG 09 Kirchhof erst vor drei Wochen im DHB-Pokal mit 32:28 gegen die Handballgirls aus Nordrhein-Westfalen die Oberhand behielt, geht es nun für beide in der 2. Bundesliga (Sa. 18 Uhr, Stadtsporthalle Melsungen) um Punkte. Ein richtungsweisendes Spiel: Denn während Wuppertal bislang alle drei Pflichtspiele verloren hat, gilt es für die SG 09 eine Reaktion zu zeigen auf die besonders in der zweiten Halbzeit schwache Leistung beim 26:33 in Waiblingen. Vor der Heimpremiere steht bei den Gastgebern Anouk van de Wiel und beim TVB könnte Annefleur Bruggeman ihr Debüt feiern.

"Der Vergleich zweier gut besetzter Kader mit der Qualität jeweils für die Top Sechs der Liga", so der Pressedienst der SG 09 Kirchhof. Oder wie es TVB-Trainerin Dagmara Kowalska formuliert: "Wir wollen zu den besten 20 Mannschaften in Deutschland gehören."

Das Pokalspiel ist in beiden Lagern indes kein Thema mehr. Zum einen, weil für beide die Liga bedeutend wichtiger ist und keine Experimente mehr gemacht werden. Zum anderen, weil sich das Personal total ändert. Vor drei Wochen war Wuppertal ersatzgeschwächt, jetzt sind alle Stammkräfte an Bord, wenn auch teilweise mit Rückständen nach Verletzungspausen. Zudem verstärkt laut Kowalska zu 90 Prozent Rückraumkraft Annefleur Bruggeman, die mit Zweitspielrecht von Bayer Leverkusen ausgestattet ist, den TVB.

"Unsere Rückkehrer machen von Training zu Training sichtbare Fortschritte", berichtet Kowalska und meint damit vor allem natürlich Ramona Ruthenbeck, die dem TVB in den vergangenen Monaten an allen Ecken und Ende gefehlt hat. Aber auch Melina Fabisch, Silvia Szücs und Hannah Kamp werden nach ihren Verletzungen immer mehr zu einem wichtigen Faktor für die Handballgirls. Außerdem wird Annefleur Bruggeman erstmals in einem Pflichtspiel für die Handballgirls auflaufen. Die junge Niederländerin konnte bereits in der Vorbereitung im Team des TVB überzeugen.

SG-Coach Christian Denk betont unterdessen selbstbewusst: "Wir wissen, dass wir gewinnen müssen. Das ist für uns kein Druck, sondern unser Anspruch." Der Trainer von Kirchhof hat seinerseits ebenfalls mehr Optionen als vor drei Wochen. Spannend wird etwa die Besetzung im Tor. Denn nicht nur Nela Zuzic oder Frederikke Siggaard könnten beginnen, auch Paula Küllmer ist eine heiße Kandidatin.

"Auf Paula ist immer Verlass", betont Denk. Das unterstrich das Eigengewächs beim Auftaktsieg des Juniorteams, das der Trainer der Zweitliga-Mannschaft aushilfsweise für seinen gesperrten Bruder Martin betreute. Ein Vorteil für Küllmer: Sie hat Wuppertal drauf. Vor zwei Jahren sicherten ihre Paraden in der Endphase beim 25:25 auswärts den ersten Punkt nach dem Wiederaufstieg.

Gleich vier Kandidatinnen bewerben sich unterdessen um den Mittelblock. "Hier müssen wir wieder viel aggressiver sein und agieren, statt reagieren", fordert Denk. Neben Diana Sabljak, Greta Kavaliauskaite und Alena Breidung, die im Pokal am Ende den Ein-Frau-Mittelblock gab, steht jetzt Anouk van de Wiel bereit. "Es wird von Einheit zu Einheit besser. Sie braucht Spielpraxis und die bekommt sie auch", betont der Coach. Die frühere niederländische Nationalspielerin hatte in Waiblingen erste Einsatzzeiten in der Deckung und am Schluss auch kurz im Angriff.