18.09.2019 08:49 Uhr - 2. Bundesliga - PM Freiburg

Freiburg hat "sensationell gekämpft", Solingen-Gräfrath im Aufsteigerduell "den Sack nicht zugemacht"

10/7 Tore: Nadine Czok10/7 Tore: Nadine Czok
Quelle: Patrick Seeger, HSG
Im Aufsteiger-Duell der beiden Drittligameister der Staffeln Süd und West gelang den Red Sparrows ein ebenso knapper wie glücklicher 27:26-Heimsieg gegen den HSV Solingen-Gräfrath. Beide Mannschaften präsentierten sich in der ausgeglichenen und äußerst spannenden Partie bis zum Schluss auf Augenhöhe. Am Ende gaben Kleinigkeiten und wohl auch der Heimvorteil den Ausschlag für den ersten Erfolg der Freiburgerinnen in ihrer jungen Zweitligageschichte.

Keine der beiden Teams konnte sich während der 60 Minuten vorentscheidend absetzen. Doch nachdem die Einheimischen zu Beginn bis zum 5:4 (10.) knapp vorne waren, legten die Solingerinnen fortan stets ein bis zwei Treffer vor. Allerdings zeigte das Team von Trainer Ralf Wiggenhauser große Moral und Kampfgeist und schaffte zwischenzeitlich immer wieder den Gleichstand.

Dennoch schienen die Gäste aus der Klingenstadt ihrem ersten Sieg entgegen zu steuern, als sie 4:40 Minuten vor Schluss durch Treffer ihrer überragenden Spielmacherin Mandy Reinarz, die mit 8/2 Toren auch erfolgreichste Werferin ihres Teams war, und Carina Senel auf 25:23 davon zogen. Dies umso mehr, als Sparrows-Kreisläuferin Carolin Spinner danach eine zweiminütige Zeitstrafe absitzen musste. "Wir haben aber unsere Überzahl nicht gut ausgespielt, einige falsche Entscheidungen getroffen und den Sack nicht zugemacht", urteilte die Solinger Trainerin Kerstin Reckenthäler.

Wiggenhauser: "Heimvorteil ausschlaggebend"




Die Freiburgerinnen nutzten diese Schwächen, glichen durch Nadine Czok per Siebenmeter und Christiane Baum in Unterzahl aus. Und nach der erneuten Gästeführung von Linksaußen Franziska Penz schafften sie 80 Sekunden vor dem Ende durch Alica Burgert auch den 26:26-Gleichstand. Als danach die herausragende Torhüterin Lena Fischer einen Solinger Heber von Rechtsaußen an den Innenpfosten lenkte, gelang Czok 27 Sekunden vor Schluss sogar noch der glückliche 27:26-Siegtreffer. Die mit zehn Toren beste Freiburger Schützin verwandelte nervenstark auch ihren siebten Strafwurf eiskalt.

Zwar versuchten die Westdeutschen mit sieben Feldspielerinnen noch zum Ausgleich zu kommen, doch sprang gegen die aufopferungsvoll verteidigenden Freiburgerinnen nicht mehr heraus als ein Freiwurf nach der Schlusssirene. Auch hier hatte Solingen Pech: Vanessa Brandt brachte den Ball zwar durch die sechsköpfige Mauer, doch wehrte Lena Fischer den Wurf dank Pfostenhilfe ab.

Stimmen zum Spiel

Red Sparrows-Trainer Ralf Wiggenhauser: "Ich bin wahnsinnig froh über den Sieg nach einem enorm intensiven Spiel. Das gibt Selbstbewusstsein, gerade angesichts unseres schweren Auftaktprogramms. Am Ende war vielleicht der Heimvorteil ausschlaggebend, da hat meine Mannschaft die Partie mit einer großen Energieleistung noch umgebogen. Zur Pause hätten wir eigentlich führen müssen, doch im Angriff versagten meinen Spielerinnen beim Torwurf die Nerven oder sie standen sich selbst im Weg."

Solingen-Trainerin Kerstin Reckenthäler: "Glückwunsch an Freiburg zum Sieg, das am Ende sensationell gekämpft hat. Wir waren nicht die schlechtere Mannschaft und hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt. Beim 25:23 haben wie den Sack leider nicht zugemacht und sind sehr enttäuscht über die Niederlage. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat alles gegeben, an der fehlenden Erfahrung lag es nicht. Als Aufsteiger tut uns jeder Punkt gut. Die Punkte hätte unserer Moral und Mentalität gutgetan. Jetzt müssen wir die Köpfe schnell wieder hochkriegen."