15.08.2007 12:20 Uhr - Jugend/Juniorinnen - Marcel Friederich

Deutsche Juniorinnen starten mit Sieg in die Platzierungsrunde

Die deutschen Juniorinnen sind bei der U19-Europameisterschaft in der Türkei mit einer starken Leistung in die Platzierungsrunde gestartet. Das DHB-Team präsentierte sich nach dem Ausscheiden in der Vorrunde gut erholt und bezwang Polen mit 31:27 (16:15). Die besten Noten verdienten sich Antje Lauenroth, Keeperin Laura Glaser (beide HSG Bensheim-Auerbach) und Kira Eickhoff (DJK/MJC Trier), mit elf Treffern erfolgreichste Werferin. Im zweiten Gruppenspiel siegte Serbien gegen das Team aus Österreich mit 33:27 (16:13).

Kira EickhoffKira Eickhoff
Quelle: Tim Oliver Kalle
"Die Mädels haben heute deutlich gemacht, dass sie unbedingt den neunten Platz erreichen wollen. Wir haben die Polen niedergekämpft", freute sich DHB-Coach Dirk Leun über die richtige Trotzreaktion seiner Schützlinge. "Die polnische Mannschaft war physisch sehr stark und hatte mehrere gefährlich Rückraum-Schützinnen in seinen Reihen." Folglich bewachte Antje Lauenroth die Polin Klaudia Pielesz offensiv. "Antje hat einen tollen Job verrichtet, sodass Pielesz nur fünf Mal traf – für ihre Verhältnisse ist das wenig", lobte Leun die Defensivleistung Lauenroths.

In der ersten Hälfte entwickelte sich ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen: Die Deutschen legten stets einen Treffer vor, Polen glich immer wieder aus. Nur beim 11:9 war die DHB-Auswahl mit zwei Toren in Front. Nach 15 Minuten wechselte Leun die Torhüterinnen, für die bislang starke, gegen Polen aber unglücklich wirkende Melanie Herrmann kam Laura Glaser (Leun: "Ein richtig starker Rückhalt am heutigen Tag") aufs Parkett. Während Susann Müller auf der Spielmacherposition den Angriff bestens organisierte, glänzte Rechtsaußen Kira Eickhoff als eiskalte Vollstreckerin. Bei 13 Versuchen traf die Trierer "Mieze" elf Mal.

Nach dem Seitenwechsel setzten sich die deutschen Damen von 16:15 über 18:15 auf 22:17 ab, ehe der Vorsprung um die 40. Minute erneut dahinschmolz. "Wir mussten zwei Unterzahlphasen überstehen, haben einige Fehler in der Offensive produziert und schon stand es 22:22", berichtete Leun. Anschließend legten Müller und Co. wiederum mit 25:24 vor, doch durch drei Treffer in wenigen Sekunden führten die Polinnen plötzlich mit 27:25 (56.). Diese kritische Phase überstand das DHB-Team mit Bravour: Erst glich Marlene Zapf zum 27:27 aus, dann nutzte Antje Lauenroth einen Zapf-Pass zur 28:27-Führung. "In der spannenden Schlussphase standen wir in der Abwehr sehr stabil und erzielten die meisten Tore per Tempogegenstoß. Da haben die Mädels ihre ganze Nervenstärke bewiesen", so Leun. Den Schlusspunkt setzte Lauenroth zum 31:27.

"Auf dieser Leistung können wir ganz sicher aufbauen, heute war der eiserne Wille zu sehen. Endlich sind die Mädels in die Nähe ihrer Leistungsgrenze gekommen. Diese neuformierte Truppe hat eben eine gewisse Zeit gebraucht, um sich zu finden", meinte Leun. Weiterhin ärgert den DHB-Coach das Ausscheiden in der Gruppenphase, da Slowenien ein "schlagbarer Gegner" gewesen sei. "Möglicherweise war es ein Nachteil, dass wir in der Vorbereitung sehr oft gegen Frankreich gespielt haben. Das müssen wir nun genau analysieren, um die Dinge im nächsten Jahr besser zu machen", erklärte Leun im Hinblick auf das WM-Qualifikations-Turnier 2008. Mit einem Sieg am Mittwochabend über Österreich sind die Juniorinnen ganz sicher für die Partien um Platz neun bis zwölf qualifiziert.

Deutschland:
Plöger, Herrmann, Glaser
Zapf (1), Müller (4), Lauenroth (4), Fischer, Hetmanek, Uhlig, Bohle, Eickhoff (11), Wenzl, Garcia-Almendaris (5), Gubernatis (1), Urbannek, Mietzner (5/4)

EM-Niederlage für ÖHB-Mädchen

Österreichs U19-Auswahl verlor am Dienstag bei der Europameisterschaft in Izmir gegen Serbien mit 27:33 (13:16). Trotz der Niederlage ist für Rotweißrot im Kampf um die Plätze 9 bis 16 noch alles offen. Am Mittwoch steigt das zweite Spiel der Zwischenrunde. Dann treffen die Österreicherinnen auf Deutschland, das sich am Dienstag gegen Polen behaupten konnte.

Gegen Serbien hatten die ÖHB-Mädchen in den ersten 20 Minuten gut gespielt und geführt, ehe die Kräfte nachließen und der Gegner immer besser ins Spiel kam. Immerhin konnte sich die ÖHB-Truppe in den letzten zehn Minuten nochmals aufbäumen. Auch Peters Einsatz machte sich bezahlt. Sie zeichnete für vier Treffer verantwortlich.

Österreich:
Grausenburger 7, Magelinskas 4, Peter 4, Bösch 3, Heiss 3, Gramann 2, Stummvoll N. 2, Stummvoll S. 1, Schmid 1