09.09.2019 08:05 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, Ralf Ohm, red

SG 09 Kirchhof müht sich zum Sieg gegen Aufsteiger HSG Freiburg

Sina Ritter, SG 09 KirchhofSina Ritter, SG 09 Kirchhof
Quelle: Richard Kasiewicz, SG 09 Kirchhof
Zum Saisonstart der 2. Handball-Bundesliga hatte die SG 09 Kirchhof mehr Widerstand als erwartet zu brechen, hielt Aufsteiger HSG Freiburg aber mit dem 28:25-Sieg letztlich in Schach. Vor stimmungsvoller Kulisse zeigten die jungen Handballerinnen dabei eine starke Leistung, die auch der Gegner zu würdigen wusste. Ohne Punkte, aber mit einem guten Gefühl, trat das Team die sechsstündige Rückreise an und freut sich bereits jetzt auf das Premierenspiel in der heimischen Gerhard-Graf-Halle am kommenden Samstag, 14.09. um 20:00 Uhr.

Aller Anfang ist schwer. Auch für vermeintliche Favoriten. Und dieser war besonders knifflig: Ersatzgeschwäch gegen einen Gegner, der als Aufsteiger durchaus mit dem Überraschungseffekt kokettieren konnte. Doch die SG 09 Kirchhof bestand diese Prüfung zum Saisonauftakt in der 2. Handball-Bundesliga, kämpfte die HSG Freiburg mit 28:25 (15:13) nieder - und war danach laut Trainer Denk ob des Arbeitssieges unter diesen schwierigen Bedingungen einfach nur "erleichtert". Denn: "Wir haben es nie geschafft uns entscheidend abzusetzen und den Sack zuzumachen."

Das erste Tor der Red Sparrows HSG Freiburg in Liga 2 erzielte Rebecca Dürr nach 1:48 Minuten. Es war der 1:1-Ausgleich und Auftakt einer starken Anfangsviertelstunde. Bevor sich diese letztlich verpassten Chancen boten, hetzte sein Team gegen den taktisch hervorragend eingestellten Neuling sogar einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher. Und das kam so: Die starke Torfrau Fischer hielt einen Siebenmeter von Diana Sabljak und Nadine Czok sowie Alica Burgert veredelten ihre Parade zum 1:3 (7.).

Ein Vorsprung, der bis zu Czoks drittem Treffer hielt (4:6 nach 10 Minuten) und der auch auf das Konto der Freiburger Zermürbungstaktik in der Offensive ging. Lange Angriffe der Gäste waren Trumpf, so lange, bis die SG-Deckung doch mal die Geduld verlor und beispielsweise Linksaußen Burgert (per Einläufer) entwischen ließ. Aber auch das zwischenzeitlich von Kirchhof angezogene Tempo konnten die Breisgauerinnen mitgehen, nervten zudem die Gastgeberinnen mit ihrer offensiv ausgerichteten quirligen 6:0-Deckung.

Späte Entscheidung




Eine Kirchhoferin nicht: Kreisläufern Jana Schaffrick. "Ja, ich musste viel laufen", beschrieb der fleißige Neuzugang aus Bremen seine Hauptaufgabe, die darin bestand, in die sich bietenden Lücken der Freiburger Defensive zu stoßen. Und dann häufig auch noch selbst erfolgreich abzuschließen. Weiterhin hielt die konsequent angeschobene erste und zweite Welle die SG im Spiel.

Und als sich die bis dahin komplett abgemeldeten "Halben" Sabljak, sichtlich durch ihre Knieverletzung gehandicapt, und Greta Kavaliauskaite doch mal durchsetzen konnten, schien es um den Außenseiter geschehen. Zumal Sina Ritter per Siebenmeter zum 9:7 nachlegte (16.). Der Außenseiter ließ sich davon aber nicht beirren und steckte auch den Schockmoment weg, als die gut aufgelegte Lena Fischer mit blutender Nase auf Grund eines Kopftreffers zur Behandlung in die Kabine musste. Ihre Vorderleute leisteten weiterhin großen Widerstand und hatten kurz vor der Pause die Gelegenheit in doppelter Überzahl aufzuschließen.

Freiburg blieb dran, glich nach 35 Minuten zum 15:15 aus und roch auch dank der sich nochmals steigernden Lena Fischer bis zum 18:18 (41.) an einer Überraschung. Doch dann nagelte auch Frederike Siggaard, die die verletzte Nela Zuzic hervorragend vertrat, ihren Kasten für Minuten zu, was insbesondere Linksaußen Ritter aus dem Rückraum nutzen konnte. Mit drei Treffer war sie am 4:0-Lauf zum 22:18 (46.) beteiligt.

Alles andere als ein Ruhekissen, auch weil den Denk-Schützlingen im Abschluss die nötige Konsequenz fehlte. Selbst die agile Schaffrath setzte völlig freistehend einen Heber übers Tor. Also kamen die nie aufsteckenden Gäste zurück und waren erst nach einem Doppelschlag zum 28:24 von Kavaliauskaite und Ritter geschlagen (58.).

Trotz der Niederlage konnten die Red Sparrows viel Positives aus ihrem ersten Auftritt in der 2. Bundesliga mitnehmen. "Die kämpferische Einstellung war top und auch spielerisch haben die Mädels gute Ansätze gezeigt. Allerdings wurde auch allen deutlich vor Augen geführt, dass Fehler in der höheren Liga gnadenlos bestraft werden. Wir werden schnell lernen müssen", konstatierte Trainer Ralf Wiggenhauser im Anschluss an die Begegnung und richtete den Blick damit schon auf die Heimpremiere am kommenden Samstag, wenn es zum Duell mit Mitaufsteiger HSV Solingen-Gräfrath kommt.