08.09.2019 10:51 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

VfL Oldenburg mit Handicap beim Saisonstart gegen Dortmund

Oldenburg startet gegen Dortmund in die Saison - der letzte Vergleich im Mai ging an den VfLOldenburg startet gegen Dortmund in die Saison - der letzte Vergleich im Mai ging an den VfL
Quelle: Thorsten Helmerichs, VfL
Nach langen Wochen der Vorbereitung geht es am Sonntag endlich wieder los für den VfL Oldenburg und Borussia Dortmund. "Dortmund hat sich gut verstärkt und gehört für mich zu den Top Drei in der Liga. Von daher sind sie am Sonntag großer Favorit gegen uns. Wir wollen mit erhobenen Kopf aus der Halle gehen und unsere Chance nutzen, wenn eine kommt, dass wird allerdings eine sehr sehr schwere Aufgabe mit den vielen Ausfällen die wir haben. Wir wollen versuchen mit den Fans irgendwas zu machen", sieht Oldenburgs Coach Niels Bötel sein Team als klaren Außenseiter in der Auftaktpartie.

Zu den Verstärkungen die Dortmund in diesem Jahr verpflichtet hat gehören auch die Ex-Oldenburgerinnen Kelly Dulfer und Inger Smits, die den Fans in Oldenburg noch wohlbekannt sind. Aber die beiden Niederländerinnen sind nicht die einzigen Hochkaräter unter den Neuzugängen. So fanden auch die deutsche Nationalspielerin Isabell Roch den Weg aus Metzingen in die Halle Wellinghofen, wohin sie ihrem Trainer Andre Fuhr gefolgt war.

"Unsere Vorbereitung ist mit dem Spiel in Oldenburg noch nicht abgeschlossen. Wir befinden uns in einem Prozess, der noch länger dauert und dann unter Wettkampfbedingungen fortgesetzt wird", sieht Fuhr sein mit acht Neuzugängen verstärktes Team noch längst nicht bei 100 Prozent. Der Weg dorthin dürfte für die Gäste aus Westfalen allerdings deutlich kürzer sein als der des VfL. Der Start in die Saison 2019/20 dürfte der schwerste seit Jahren für die Grün-Weißen werden: Nach den Abgängen langjähriger Stammkräfte wie Angie Geschke, Kim Birke, Isabelle Jongenelen sowie Cara Hartstock wurde der Verjüngungsprozess aufgrund wirtschaftlicher Zwänge weiter fortgesetzt, so dass der Altersschnitt mittlerweile bei 22,7 Jahren liegt.

Wobei der im Eröffnungsspiel sogar noch niedriger liegen dürfte. Gleich auf fünf Stammkräfte muss Bötel zu Beginn der Saison verzichten. Nachdem sich Lisa-Marie Fragge schon zu Beginn der Vorbereitung einer Hüft-OP unterziehen muss und lange ausfallen wird erwischte es Neuzugang Kathrin Pichlmeier (überdehnter Daumen) beim Testspiel in Bremen sowie Malene Staal (Schulterprellung) beim Wunderhorn-Turnier. Als ob das noch nicht genug wäre brach sich Marie Steffen wenige Tagen vor Saisonbeginn auch noch einen Finger. Hinzu kommt noch Laura Kannegießer, die sich bereits im Frühjahr einen Kreuzbandriss zugezogen hatte und wohl in diesem Jahr ebenso wie Fragge nicht mehr zum Einsatz kommen wird.

"Bei Marie können wir noch nichts sagen und auf die beiden anderen werden wir wohl noch eine Zeitlang warten müssen", so der VfL, der den Kader mit Spielerinnen aus dem Drittligateam sowie der A-Jugend auffüllen wird. "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir eine solche Verletztenmisere schon einmal hatten", erklärte Peter Görgen, Geschäftsführer der VfL Oldenburg GmbH. So dürfte der Start in die Saison eine echte Feuerprobe für das junge VfL-Team werden, denn als ob das Verletzungspech nicht schon schlimm genug wäre so warten in den ersten fünf Spielen der Saison neben dem BVB u.a. auch noch Pokalsieger THC, der deutsche Meister Bietigheim sowie Nordkonkurrent Buxtehude auf die Bötel-Truppe.

In Dortmund hingegen kann André Fuhr mit dem kompletten 16er Kader nach Oldenburg reisen. Wie unangenehm Oldenburg aus Dortmunder Sicht zu spielen ist, zeigen auch die Ergebnisse aus der letzten Saison. Im Hinspiel zeigte Oldenburg seine Klasse und man trennte sich in einem knappen Spiel mit 28:28. Das Rückspiel verlor man sogar deutlich mit 32:24 und zeigte keine gute Leistung.

"Ein erstes Saisonspiel ist immer schwierig. Man weiß nie genau wo man steht - Oldenburg hat einen großen Umbruch hinter sich und mit Angie Geschke eine spieldominante Person verloren und muss sich daher neu sortieren. Dazu kommt nun noch das Verletzungspech, jedoch gerade in dieser Situation rücken Mannschaften immer sehr schnell zusammen und daher macht sie das auch extrem gefährlich für uns. Sie verfügen über gute Individualisten mit Mikkelsen, Logvinm, Schoenaker und mit Behrend als Nationalspielerin. Wir sind da auf der Hut, jedoch muss es auch unser Anspruch sein, dass wir in Oldenburg die zwei Punkte holen und somit einen guten Saisonstart hinlegen. Uns ist auch klar, dass wir in dieser Situation, in unserer derzeitigen Besetzung, die Favoritenrolle innehaben und diese nehmen wir auch an. All das, was wir uns in der Vorbereitung erarbeitet haben, werden wir am Sonntag in die Waagschale werfen, um die zwei Punkte mit nach Dortmund zu bringen", so André Fuhr.

Livestream: