07.09.2019 11:11 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

"Wir sind ein bisschen Favorit": Bensheim/Auerbach Flames empfangen Aufsteiger Kurpfalz Bären

Neue Flames: Dionne Visser und Christin KühlbornNeue Flames: Dionne Visser und Christin Kühlborn
Quelle: Andrea Müller, Flames
Alle fiebern dem Saisonstart entgegen, so auch die Flames der HSG Bensheim/Auerbach. Die Mannschaft von Trainerin Heike Ahlgrimm startet am Samstag zu ungewohnter Anwurfzeit gegen die Kurpfalz Bären in die Saison 2019/20 der Handball Bundesliga Frauen (HBF). Durch das Spiel der A-Jugend-Bundesliga gegen TuS Metzingen (14:00 Uhr) ist der Anpfiff in der Weststadthalle gegen den Erstligaaufsteiger erst um 19:30 Uhr.

Das erste Saisonspiel ist immer was ganz besonderes und wenn es dann noch ein Derby ist sowieso. Ein Derby hat immer einen speziellen Charakter und es ist vieles möglich. Auch wenn die Flames gegen den Aufsteiger um die Favoritenrolle nicht drum herum kommen, so werden die Zuschauer sicher ein umkämpftes Spiel sehen.

Beide Mannschaften erwartet viel Neues. Für Ketsch ist es das erste Spiel im Oberhaus nach dem Aufstieg und bei den Flames mussten gleich acht neue Spielerinnen integriert werden, von denen sechs Spielerinnen noch nie in der 1. Liga gespielt haben. Für die ist es also genauso Neuland, wie für den Aufsteiger.

Stockhorst in Babypause




Es wird sich zeigen, wie gut bei den Flames nach der Vorbereitung schon alles funktioniert und wie eingespielt das Team zu dem jetzigen Zeitpunkt schon ist. Diesen Vorteil haben die Ketscher Bären zumindest, denn das Team ist nach dem Aufstieg fast komplett zusammengeblieben und wurde durch junge Spielerinnen ergänzt. Die Kurpfalz Bären haben auf spektakuläre Neuverpflichtungen verzichtet, weil sie die Spielerinnen belohnen wollen, die in den letzten Jahren den Weg von der dritten bis zur ersten Liga geschafft haben.

Allerdings muss Trainerin Katrin Schneider auf ihren starken Rückhalt im Tor verzichten, wenn auch aus freudigem Grund. Torfrau Sabine Stockhorst ist schwanger und fällt somit für die Runde aus. Auch die frühere Bensheimerin Carmen Moser fällt krankheitsbedingt noch aus. Kate Schneider, Trainerin der Bären-Ladies bleibt aber gelassen: "Wir haben nichts zu verlieren und alle Spielerinnen haben die große Chance über sich hinauszuwachsen. Das gilt sowohl für unser junges Torhüterinnen-Duo Johanna Wiethoff und Leonie Moormann als auch für unsere großen Talente auf dem Spielfeld. Aber wir haben auch routinierte Spielerinnen in unseren Reihen, die unserem Team viel Orientierung geben können. Auf jeden Fall werden wir mit großem Kampfgeist und mit Mut auflaufen!"

Mit der Vorbereitung war Flames-Coach Heike Ahlgrimm zufrieden. Die neuen Spielerinnen passen prima ins Team, sowohl menschlich, wie auch sportlich. In den letzten Wochen haben die Mädels super mitgezogen und die Turniere und Testspiele waren durchaus erfolgreich. Doch Vorbereitung und Saison sind bekanntlich zwei Paar Schuhe. In der Vorbereitung probieren alle Mannschaften viel aus und die Ergebnisse sind daher zweitrangig. Entscheidend ist, was das Team jetzt auf die Platte bringt. Aber man muss mit dem neuen Team und den vielen Neuzugängen auch geduldig sein, worauf auch Heike Ahlgrimm immer wieder hinweist: "Wir haben ja schon immer gesagt, dass wir geduldig sein müssen. Es wird immer ein Hoch und Tief geben, denn wir haben halt acht Neue und sind ein sehr junges Team. Aber wir tun alles für die 2 Punkte und gehen da schon mit Selbstvertrauen ran. Aber wir sind auch gewarnt", so Ahlgrimm mit Blick auf das Spiel.



Die Flames-Trainerin ist froh, dass es endlich los geht: "Es ist das allererste Spiel. Endlich geht es los. Ich glaube, wir freuen uns total darauf, dass wir die Vorbereitung jetzt hinter uns haben und jetzt anfangen, denn das ist das, wofür wir uns abrackern. Jetzt fangen die Spiele an", sagt Heike Ahlgrimm, die gleichzeitig warnt den Gegner nicht zu unterschätzen.

"Wir sind ein bisschen Favorit, das wissen wir. Gegen einen Aufsteiger musst du deine Hausaufgaben machen. Aber wir wissen natürlich auch, dass dies kein Selbstläufer wird. Die sind eingespielt, denn sie sind zusammen geblieben. Von daher wird dies ein sehr, sehr schweres Spiel. Wir werden alles dransetzen, dass wir ein geiles Spiel machen. Ich hoffe, dass wir eine volle Halle kriegen und dass wir, wenn wir alle zusammen an einem Strang ziehen, zusammen mit dem Publikum das ordentlich machen werden", gibt sich Heike Ahlgrimm optimistisch.

Verzichten muss die Flames-Trainerin neben der Langezeitverletzten Simone Spur Petersen (Kreuzbandriss) voraussichtlich noch auf den Neuzugang Carolline Dias Minto. Die brasilianische Nationalspielerin wartet noch auf ihren Pass mit dem Visum, der für die Spielberechtigung notwendig ist. Noch besteht aber die Hoffnung, dass alles rechtzeitig eintrifft und die Linkshänderin ihr Debut im Flames-Trikot feiern darf.

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