31.08.2019 21:14 Uhr - HBF-Supercup - Felix Buß

Bölks Lattentreffer besiegelt zweiten Supercup-Sieg der SG BBM Bietigheim

Bietigheim feierte am Ende den Sieg beim SupercupBietigheim feierte am Ende den Sieg beim Supercup
Quelle: Marco Wolf
Im ersten Spielabschnitt des HBF Supercups taten sich sowohl Lokalmatador und Meister SG BBM Bietigheim als auch Pokalsieger Thüringer HC schwer. Die Gäste kamen als erste ins Spiel und konnten daher über die ersten 30 Minuten hinweg eine kleine Führung aufbauen, die zwischen einem und vier Toren schwankte. Nach dem 10:12-Halbzeitstand kam Bietigheim immer besser ins Spiel, glich beim 18:18 aus und riss das Spiel während mehrerer Überzahl-Situationen an sich. Der Thüringer HC kam mit sieben Angreiferinnen noch einmal gefährlich nahe, doch Bölk setzte den letzten Freiwurf an die Latte.

Beide Teams starteten motiviert, aber überhastet in den ersten Titelkampf der neuen Saison. Beim Abschluss tat sich vor allem Bietigheim schwer. Dinah Eckerle verhinderte nach diversen technischen Fehlern und schwachen Abschlüssen ihrer Vorderleute zunächst den 1:4-Rückstand. THC-Kreisläuferin Josefine Huber vermisste unterdessen einen Siebenmeterpfiff für ihre Farben. Nach neun Minuten wollte Bietigheims Trainer Martin Albertsen bei unverändertem Spielstand nicht mehr hinsehen und forderte eine Auszeit.

Bislang hatte sich vor allem THC-Torhüterin Ann-Cathrin Giegerich auszeichnen können, die kurz darauf zum fünften Mal parierte. Zweimal hatte außerdem das Gebälk unterstützt. Nach der Unterbrechung tat sich Bietigheim zunächst in der Deckung leichter und sammelte dadurch Selbstvertrauen. Auf einen Ballgewinn von Naidzinavicius folgte aber der Steal Stolles, die auf 3:6 (16.) erhöhte. Auf der Gegenseite traf Naidzinavicius den Pfosten. Allerdings prallte der Ball auch danach bei Bölk vom Tor ab. Naidzinavicius besorgte von der Markierung das 4:6.

Der Thüringer HC konnte sich erst kurz vor der Pause wieder absetzen, eine Auszeit bewirkte zunächst wenig. Neuzugang Mässing stellte beim 6:9 (25.) aus vollem Lauf wieder auf drei Tore Differenz. Naidzinavicius antwortete mit einem weiteren Siebenmeter. Anschließend vergab der THC zunächst eine weitere Chance auf vier Tore davonzuziehen, vielmehr entwischte Berger nach einem Ballgewinn zum 8:10. Koresova und Stolle zeichneten danach aber für das 8:12 (28.) verantwortlich. Kud?acz-Gloc und Naidzinavicius schafften noch die Antwort zum 10:12.



Da beiden Teams in der ersten Halbzeit die Stabilität im eigenen Spiel hatten vermissen lassen und sich gute und schwächere Phasen auf beiden Seiten stets abgewechselt hatten, ging es fast gleichauf in die zweite Spielhälfte. Zu Beginn der zweiten Halbzeit wirkten alle Akteurinnen im Angriff fokussierter als zuvor. Die Torfolge nahm deutlich zu und die Fans beider Lager ließen sich hörbar mitreißen. Amelie Berger brachte Bietigheim indes beim 15:16 (35.) einmal mehr auf ein Tor heran. Eckerle hatte pariert. Sekunden später schickte sie Lauenroth zum 16:16.

Die Paraden der deutschen Nationaltorhüterin oder vielmehr die Abschlüsse seiner Spielerinnen gegen eine jetzt kompakte BBM-Deckung zwangen Herbert Müller frühzeitig nach der T2-Karte zu greifen. Bölk fand anschließend zwar eine Lücke, doch Eckerle war erneut zur Stelle. Naidzinavicius besorgte das 17:16, erstmals lag der Deutsche Meister vorne. Müller wechselte die Torhüterin. Marie Skurtveit konnte sich gleich dreimal auszeichnen. Josefine Huber wurde kurz darauf zum zweiten Mal hinausgestellt, doch Stolles Ball trudelte zum 18:18 ins BBM-Tor.

Die Spannung blieb dem Spiel, das deutlich an Klasse gewonnen hatte, somit nach 42 Minuten erhalten. Teils wurde hart gefightet. Kim Braun jubelte dann über ihren 20:18-Konter. Der Thüringer HC hatte zwar eine weitere Unterzahl unbeschadet überstanden, zeigte sich aber anschließend fehlerbehaftet. Bietigheim hatte die Siebenmeter-Werferin gewechselt, Visser stellte von der Markierung auf 21:18 (45.). Herbert Müller verbrauchte seine dritte Auszeit um zu versuchen, die restliche Viertelstunde zugunsten der Gäste zu entwickeln.

Unter den Augen von Bundestrainer Henk Groener steuerte die bislang wurfschwache Emily Bölk das 21:19 bei und drehte auf. Der Thüringer HC griff nun zu siebt an. Skurtveit blieb stark. Koresova gelang mehrmals der Ausgleich, doch die SG BBM hielt sich jeweils mit zwei Würfen ins verwaiste THC-Netz vorne. Die inzwischen 13. Eckerle-Parade münzte Visser in das 24:22 (53.) um, Malestein setzte nach. Helfried Müller schwächte die Thüringerinnen mit einer Bankstrafe. Sechs Minuten vor Schluss hatte Bietigheim das Moment auf seiner Seite.

Alicia Stolle monierte noch einen nicht gegebenen Einwurf. Van der Heijden nutzte den unerwarteten Ballgewinn zum 25:22. Die Lokalmatadorinnen zeigten weiterhin das wesentlich durchschlagskräftigere Spiel und sie hatten in Dinah Eckerle einen Weltklasse-Rückhalt. Außer Iveta Koresova, die neunmal traf, machte gegen sie kaum jemand einen Stich. Allerdings erkämpfte die Tschechin noch eine Überzahl. Schmelzer und sie besorgten das 27:26. Die Zeit lief für Bietigheim. Bölk bekam noch einen Freiwurf, doch der unhaltbar geworfene Ball tropfte von der Latte vor die Linie.

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