19.08.2019 18:23 Uhr - 2. Bundesliga - PM Waiblingen, red

Tigers aus Waiblingen gewinnen den 21. Skoda-Cup des SV Allensbach

VfL WaiblingenVfL Waiblingen
Quelle: Heiko Potthoff, www.starkebilder.net
Zwei Wochen vor dem DHB-Pokal-Erstrundenspiel bei der TSG Ketsch II holten sich die Tigers aus Waiblingen am Wochenende den Sieg beim 21. Skoda-Cup in Allensbach am Bodensee. Im Finale des zweitägigen Turnieres bezwangen die Tigers den Liga-Konkurrenten SG H2Ku Herrenberg mit 20:18.

In der Vorrunde des mit zwei Zweitligisten, fünf Drittligisten und dem schweizer Vizemeister LK Zug besetzten Turniers in der Allensbacher Wiesenberghalle trafen die Tigers Waiblingen zunächst auf den HCD Gröbenzell und damit auch auf Lena Klingler, die ein Zweitspielrecht für den VfL hat. Auf Waiblinger Seite konnten zwei Neuzugänge nicht mitwirken: Altina Berisha feierte ihre Hochzeit und Celina Meißner musste wegen einer Verletzung pausieren. Dafür kamen die beiden Perspektivspielerinnen Jule Schraml und Lisa Kristmann aus dem Württembergliga-Team des VfL zum Einsatz.

Gegen Gröbenzell benötigten die Tigers knapp acht Minuten, um auf Touren zu kommen. Bis dahin hielt der bayerische Drittligist gut mit (4:4). Doch dann rollte der Waiblinger Angriffsexpress, sei es mit direkten und erweiterten Tempogegenstößen oder durch Tore von allen Positionen aus dem Spiel Sechs gegen Sechs heraus. Bis zur Pause (die Spielzeit betrug jeweils 2 x 20 Minuten) hatten sich die Tigers auf 14:10 abgesetzt, spätestens sechs Minuten nach dem Wiederanpfiff war mit Tina Welters Treffer zum 18:11 die Vorentscheidung gefallen. Schlussendlich startete der VfL mit einem klaren 24:15-Sieg ins Turnier.

Noch deutlicher sollte der Erfolg im zweiten Vorrundenspiel ausfallen. Gegen Drittligist TSV Haunstetten sorgten die Neuzugänge Ann Kynast, Tanja Padutsch (2), Aaricia Smits und Vivien Jäger für eine schnelle 5:1-Führung. Wenig später lag der VfL durch zwei schöne Treffer von Linksaußen Simona Nikolovska und einem weiteren Padutsch-Treffer bereits mit 10:4 vorne (14. Minute). Tigers-Coach Nico Andersson nutze die Möglichkeit, alle seine Spielerinnen einzusetzen. Über den Halbzeitstand von 14:7 bauten die Tigers nach dem Seitenwechsel die Führung kontinuierlich bis zum 26:13-Endstand aus. Bemerkenswert dabei: 13 verschiedene Feldspielerinnen trugen sich in die Waiblinger Torjägerliste ein, Sinah Hagen überzeugte als Spielgestalterin und sechsfache Torschützin.

Sieg im letzten Gruppenspiel




Am Sonntagvormittag ging es für den VfL dann bei hochsommerlichem Wetter im letzten Gruppenspiel gegen den schweizer Vizemeister LK Zug. Die Schweizerinnen waren tags zuvor mit einer überraschenden Niederlage gegen Haunstetten (19:23) ins Turnier gestartet, zeigten dann aber beim deutlichen 27:16-Erfolg über Gröbenzell ihre wahre Stärke.

Und so wurde Zug erwartungsgemäß auch zum ersten echten Prüfstein für die Tigers im Turnier. Der VfL erwischte den besseren Start und setzte sich in der torreichen Anfangsphase auf 9:6 ab (9. Minute). Doch der Vizemeister aus der Schweiz wurde in der Abwehr immer stärker und störte erfolgreich den Waiblinger Angriffsfluss. Beim 9:9 war das Remis erreicht, bis zur Halbzeit drehte Zug die Partie und führte mit 13:11.

Der Zwei-Tore-Vorsprung der Schweizerinnen hielt bis zum 15:13 an. Nun stabilisierte sich jedoch die Abwehr- und Torhüterleistung der Tigers. Vorne waren es vor allem die Linkshänderinnen Ann Kynast und Tanja Padutsch, die nun das Torwerfen von Halbrechts, Rechtsaußen oder dem Siebenmeterstrich übernahmen. Aus dem Zwei-Tore-Rückstand machten die Tiger Girls innerhalb von acht Minuten die 20:17-Führung.

Die letzten Zweifel am dritten Sieg und der Endspielteilnahme beseitigte schließlich Kapitänin Caren Hammer mit ihren beiden Toren zum 21:18 und 22:19-Endstand. Wermutstropfen beim Finaleinzug war jedoch die Knieverletzung von Vanessa Nagler. Es ist zu befürchten, dass die Rückraumspielerin mehrere Wochen ausfällt.

Wesentlich enger ging es in der anderen Vorrundengruppe zu: der favorisierte Zweitligist SG H2Ku Herrenberg tat sich gegen die Drittligateams TSG Eddersheim (21:19), Gastgeber SV Allensbach (17:17) und den 1. FSV Mainz 05 II (18:15) deutlich schwerer, erreichte aber doch erwartungsgemäß das Endspiel.

Finale zwischen Waiblingen gegen Herrenberg




Das Finale Waiblingen gegen Herrenberg barg genügend Brisanz in sich: nicht nur, dass es bereits in der Vergangenheit viele spannende und mitunter hitzige Lokalderbys zwischen den Tigers und den Kuties gab, und die Herrenbergerinnen in der vergangenen Saison zwei Mal die Oberhand gegen den VfL behielten - hinzu kam auch noch, dass die beiden Teams in drei Wochen zum Ligaauftakt in Herrenberg wieder aufeinandertreffen.

In der erwartet engen Partie führte Herrenberg nach fünf Minuten mit 3:2, ehe ein Doppelpack von Aaricia Smits und ein Treffer der durchsetzungsstarken Louisa De Bellis vom Kreis beim 5:3 für die erste Zwei-Tore-Führung in der Partie sorgten. Insgesamt war das Spiel der Tigers variantenreicher und von allen Positionen aus gefährlich. Beim 8:4 nach gut zwölfeinhalb Minuten hatte sich der VfL ein kleines Polster verschafft, beim Spielstand von 11:8 wurden die Seiten gewechselt.

Und Waiblingen blieb auch danach am Drücker. Die Kuties kamen zwar auf 10:12 heran, doch der VfL behielt die Ruhe und die Übersicht. Über 15:10 zogen die Tigers zum 19:13 davon, rund sieben Minuten waren noch zu spielen. Der VfL-Angriffsdruck versiegte in diesen letzten Minuten allerdings fast gänzlich. Die Herrenbergerinnen nutzen dies, um bis zum Schlusspfiff noch auf 18:20 zu verkürzen.