07.08.2019 12:40 Uhr - 2. Bundesliga - Ina Tollhopf, SG 09 Kirchhof

Paula Küllmer vor Heinrich Horn Turnier im Interview: "Quasi in einer Handballhalle aufgewachsen"

Paula Küllmer: Das Körler-Mädel ist trotz ihrer erst 20 Jahren die dienstälteste Spielerin im neuen Kirchhof-Team von Trainer Christian DenkPaula Küllmer: Das Körler-Mädel ist trotz ihrer erst 20 Jahren die dienstälteste Spielerin im neuen Kirchhof-Team von Trainer Christian Denk
Quelle: Richard Kasiewicz , SG 09 Kirchhof
Bereits zum 8. Mal richtet die SG 09 Kirchhof das Heinrich Horn Gedächtnisturnier in der Stadtsporthalle Melsungen aus. Für Gastgeber-Torhüterin Paula Küllmer ist es bereits die fünfte Teilnahme. Über dies und die bevorstehende Saison sprach Küllmer, die 2013 als C-Jugendliche zum Zweitligisten wechselte, mit Ina Tollhopf. "Mein persönliches Ziel wäre ein Verbesserung und Weiterentwicklung. Nicht nur einen Schritt - sondern zehn Schritte nach vorne", so die Torfrau.

Paula, wie kamst du zum Handball?

Paula Küllmer:
Ich bin quasi in einer Handballhalle aufgewachsen, da meine Eltern Handball spielten und heute auch noch den heimischen Handball live miterleben.

Sportlich habe ich dann noch sehr viel ausprobiert wie Leichtathletik, Reiten oder Tennis und bin dann aber beim Handball geblieben. Dabei ist nach wie vor mein großes Vorbild meine Mutter. Wenn wir Heimspiele haben, kommt meine ganze Familie zum Spiel. Außer wenn mein Bruder auch ein Spiel hat - dann teilt sich die Familie auf, um uns beide zu unterstützen.

Seit wann spielst du für Kirchhof?

Paula Küllmer:
Schon seit 2013. Damals startete ich in der C-Jugend. Angefangen habe ich in Körle, wo meine Mutter Trainerin war. Dann hat mich Renate Denk für Kirchhof begeistert.

Da ich in der Hessenauswahl spielte und die Vorgabe hatte in der Oberliga zu spielen, blieben nur Kirchhof oder damals noch die HSG Zwehren. Da habe ich mich für Kirchhof entschieden. Es war für mich der richtige Weg! Meine erste Saison - ich war gerade 16 Jahre alt geworden - stand ich dann auch gleich in der 2. Bundesliga im Tor. Ich habe in der A-Jugend und im Juniorteam gespielt und bei Kirchhof I sollte ich schnuppern. Zusammen mit Karina Morf war ich dann in dieser Saison das Torfrauenduo.

Wie kamst du zur Position der Torfrau?



Paula Küllmer:
Meine Mutter war Torhüterin. Sie sagte zwar, dass ich auch eine gute Feldspielerin wäre, aber ich bin dauernd über meine eigenen Füße gestolpert (lacht). Ich fühle mich einfach im Tor weitaus wohler.

Das wievielte Heinrich Horn Turnier ist das für dich?

Paula Küllmer:
Dieses Jahr ist das mein fünftes Heinrich Horn Turnier.

Was gefällt dir an diesem Turnier?

Paula Küllmer:
Die hohe Leistungsdichte, da immer Top-Teams dabei sind. Auch aus dem Ausland kommen Teams. Und für die Zuschauer ist es natürlich auch was Besonderes, den ganzen Tag die Möglichkeit zu haben, erstklassigen Handball zu verfolgen.

Wir alle lernen uns kennen und in der Stadtsporthalle können wir uns alle sehr wohlfühlen.Die vielen Ehrenamtlichen sorgen für das Drumherum. Das ist bei uns wirklich klasse!

Gab es ein Turnier, was dir besonders gut gefallen hat?

Paula Küllmer:
Ja natürlich! Mein erstes Turnier, das dritte Heinrich Horn Turnier also! Denn auf diesem Turnier war es für mich das erste Mal, dass ich in der 1. Mannschaft spielen durfte.

Wer ist für dich der Favorit auf den Turniersieg?

Paula Küllmer:
Ich denke Leverkusen ist dieses Jahr sehr gut - sie haben einen starken Kader. Und viele junge Mädels, mit körperlichen Vorteilen.

Was sagst du über deine neue Mannschaft?



Paula Küllmer:
Sympathisch würde ich sagen. Es sind sehr nette Mädels und es gibt keine, die querschlägt. Alle sind lustig und freundlich. Wir wollen zusammen guten Handball spielen. Man merkt, dass jede diesen Ehrgeiz hat und das ist ein tolles Gefühl. Jetzt wird sich auch herauskristallisieren, wer auf und neben dem Spielfeld welche Rolle übernimmt. Und jede bemüht sich ihren Platz zu finden.

Wie sieht denn so dein Wochenende aus?

Paula Küllmer:
Das ist vollgepackt mit Handball: freitags nach dem Abschlusstraining essen wir gemeinsam. Jedes Mal bereitet eine andere Spielerin das Essen vor. Im Durchschnitt komme ich dann so gegen 22:00 Uhr aus der Halle raus. Samstag heißt es dann zwischen 8:00 und 9:00 Uhr morgens aufstehen, frühstücken und ein paar Dinge erledigen.

Ab 14: 00 Uhr herrscht bei mir Ausnahmezustand: Haare flechten, Tasche packen - wobei ich dann aber doch die Hälfte vergesse - ich bin immer sehr nervös. Gegen 16.00 Uhr fange ich an, mich auf unser Spiel zu konzentrieren. Wir treffen uns immer in der Stadtsporthalle und bis zum Anpfiff um 18:00 Uhr ist alles geregelt.

Mit der Pressekonferenz nach dem Spiel, dem gemeinsamen Essen mit Fans und Freunden komme ich dann auch erst wieder gegen 22:00 Uhr aus der Halle raus. Und sonntags startet dann meistens gegen 11 Uhr ein E-Jugend-Spiel und um 17:00 spielt das Juniorteam. Hier hole ich mir meine Spielpraxis.

Es kann auch vorkommen, dass ich durch ein Auswärtsspiel am Samstag erst um 4:00 Uhr morgens ins Bett komme, aber schon vormittags ein Spiel begleiten muss. Rund um die Uhr bin ich also für den Handball in ganz Deutschland unterwegs.

Hast du denn daneben noch Zeit für andere Hobbies?

Paula Küllmer:
Das einzige, was mir noch daneben sehr am Herzen liegt, ist das Skifahren. Ganz wenige Tage finden sich zwischen den Jahren, wo ich dass sehr gerne mache und abschalten kann.

Und wo bleibt noch Zeit für deine Freunde?

Paula Küllmer:
Meine Freunde spielen auch alle Handball und haben entsprechend Verständnis dafür. Mein bester Freund ist mein Bruder. Wir wohnen zusammen und haben den Vorteil, dass wir nicht selber kochen müssen. Wir werden von unserer Oma gut versorgt.

Du studierst in Kassel?

Paula Küllmer:
Ja - bis vor kurzem noch Bauingenieurwesen. Ich habe jetzt aber zu den Wirtschaftswissenschaften gewechselt.

Was macht dir im Training am meisten Spaß?

Paula Küllmer:
Unsere Warmmachspiele - wir spielen oft Fußball. Das Wurftraining gefällt mir und auch das Torwarttraining.

Wie versteht sich das neue Torfrauentrio?



Paula Küllmer:
Wir verstehen uns sehr gut. Fred kenne ich ja schon länger. Bei Nela dachte ich am Anfang, dass sie schüchtern sei. Aber sie ist mittlerweile aufgetaut.

Was hast du für ein Ziel?

Paula Küllmer:
Mein persönliches Ziel wäre ein Verbesserung und Weiterentwicklung. Nicht nur einen Schritt - sondern zehn Schritte nach vorne. Und für die Mannschaft weiß ich es noch nicht. Die Liga ist sehr stark und unsere Mannschaft muss sich nun schnellstens zusammenfinden. Wer kann heute sagen, wohin die Reise geht ... Alle Teams haben sich gut verstärkt. Die Spiele werden ganz eng!

Warum bist du auch noch Jugendtrainerin?

Paula Küllmer:
Mir macht das mit den Kleinen total viel Spaß. Anfangs habe ich in unseren Camps ausgeholfen. Vor einem Jahr habe ich dann die E-Jugend übernommen. Die kleinen ?Quatschköppe? sind mir sehr ans Herz gewachsen.

Welchen Tipp hast du für die kleinen Mädels um ihren Weg im Handball zu gehen?

Paula Küllmer:
Immer an den Träumen festhalten, nicht aufgeben, auch wenn es mal schlechter läuft.

06.08.2019 - Heinrich Horn Gedächtnisturnier in Melsungen mit internationaler Beteiligung

06.08.2019 - SG 09 Kirchhof will "viele neue Farben zeigen"

01.08.2019 - SG 09 Kirchhof: Neuzugang Nela Zuzic soll für "neue Energie" sorgen

29.07.2019 - Greta Kavaliauskaite will in Kirchhof "Schritt nach vorn machen"

24.07.2019 - Wechsel zu Kirchhof markiert Neuanfang für Anouk van de Wiel