24.07.2019 17:45 Uhr - 2. Bundesliga - Ralf Ohm, SG 09 Kirchhof

Wechsel zu Kirchhof markiert Neuanfang für Anouk van de Wiel

Anouk van de WielAnouk van de Wiel
Quelle: SG 09 Kirchhof
Seit Anouk van de Wiel ihren Heimatverein Loreal Venlo 2009 als 17-Jährige verließ, hat sie schon sieben Vereinswechsel hinter sich. Der achte Wechsel ihrer Karriere - zur SG 09 Kirchhof - markiert für die wurfgewaltige Niederländerin nun "einen Neuanfang".

Der Hintergrund: Bei der SG 09 Kirchhof ist die Linkshänderin fortan kein Vollprofi mehr, sondern muss zweigleisig fahren. Die 27-Jährige begrüßt diese Entwicklung. "Hier habe ich die Chance, ein zweites, berufliches Standbein aufzubauen", freut sich die Ernährungswissenschaftlerin, die derzeit ein Praktikum bei einem der Braun AG angeschlossenen Unternehmen für Ernährungsergänzungsmittel macht. Es bietet eine neue Perspektive, "die mich mehr ins reale Leben und raus aus der fast abgeschlossenen Kugel des Leistungssports führt."

Denn Anouk van de Wiel musste zuletzt eher leidvolle Erfahrungen machen. Beim norwegischen Erstligisten Molde HK verletzte sie sich früh in der Saison schwer am linken Knie. Auf die Diagnose - den Riss des Außenmeniskus - musste sie lange warten, nach einer komplizierten Operation wurde sie von ihrem neuen Verein aufs Abstellgleis gestellt. "Als Spieler bist Du ein Produkt. Und wenn es nicht funktioniert, wird es durch ein anderes ersetzt", ist sie Außenspielerin heute noch gefrustet.

In Kirchhof spürt van de Wiel nun die nötige medizinische und mentale Unterstützung, um wieder gesund zu werden. "Dafür bin ich dem Verein und besonders Trainer Christian Denk mega dankbar", erklärt die dreifache niederländische Nationalspielerin - ohne indes zu wissen, wann sie die Mannschaft wirklich verstärken kann.

Seit März ist van de Wiel im Aufbautraining, arbeitet besonders an der Kraft, der Ausdauer und der Stabilität der Gelenke. Mit wechselhaften Erfolg: "Die Muskulatur ist wieder aufgebaut, doch das Laufen verträgt mein Knie noch nicht so richtig", verrät sie. Manchmal sagt ihr der Kopf, "dass es nach vier Knieoperationen Zeit ist, aufzuhören." Dann wischt die Sehnsucht, wieder auf dem Feld zu stehen, derlei Zweifel fort. Die Niederländerin wird pünktlich zur Vorbereitung zur Mannschaft stoßen und ein individuelles Programm absolvieren.

Nicht nur die Holländerin selbst, auch das Team braucht nach dem personellen Schnitt Zeit, um zusammen zu finden, "m darauf hin zu arbeiten, angreifen zu können", wie van de Wiel erklärt. Wann sie selbst wieder eingreifen kann, hängt vom Genesungsprozess ab.