20.06.2019 17:31 Uhr - 2. Bundesliga - PM Luchse

4 Phasen vor jeder Saison: Buchholz-Rosengarten mit mentalem Schlüssel zur Meisterschaft

Maike KobergMaike Koberg
Quelle: HL Buchholz 08-Rosengarten
Zwei Meisterschaften in Folge gewannen die HL Buchholz 08-Rosengarten in der 2. Handball Bundesliga der Frauen. Eine beeindruckende Leistung der Mannschaft, des Trainer-Teams und des funktionierenden Umfeldes, aber auch ein Erfolg der Mentaltrainerin Maike Koberg, die bereits seit zehn Jahren im Hintergrund bei den Luchsen arbeitet. "Auffällig sind der `Team-Spirit`, das geschlossene Auftreten und die tolle Stimmung der Protagonistinnen während der gesamten Saison. Das ist kein Zufall sondern harte Arbeit", so der Zweitliga-Meister.

Maike Koberg spielte für den TSV Ellerbek in der 2. Bundesliga Handball. Nach Beendigung ihrer aktiven Laufbahn machte sie eine Ausbildung zur Kommunikationstrainerin. Aufgrund ihrer sportlichen Vorerfahrung reizte sie das Studium zur Mentaltrainerin und sie absolvierte ihr Vorhaben am Heidelberger Institut für mentales Training (HIM).

Maike Koberg betont: "Die lange Tradition der Zusammenarbeit mit den HL Buchholz 08-Rosengarten ist ungemein wichtig, denn erst dadurch ergibt sich die Nachhaltigkeit des Wirkens auf der mentalen Arbeit." "Bei allen Problemen der Spielerinnen, ob es sich um Verletzungen handelt, private Sorgen und Ängste oder Selbstzweifel in die eigenen Fähigkeiten, ist die Mentaltrainerin Ansprechpartnerin. Alles was besprochen wird unterliegt der Schweigepflicht", so die HL Buchholz 08-Rosengarten über die Zusammenarbeit.

Kobergs 4-Phasenplan, der für jede neue Saison gilt




Phase 1 beginnt im Trainingslager mit dem Schwerpunkt Teambildung, die Gelegenheit sich kennenzulernen und kurzfristige Ziele für die Saison abzustecken, die später aber immer noch korrigiert werden können.

Phase 2 ist dadurch gekennzeichnet, dass jeder sich positionieren will: die einen benutzen die Kommunikation zur Formulierung der eigenen Ziele, andere sind noch sehr zurückhaltend, sind abwartend oder testen auch Grenzen aus.

Phase 3 ist erreicht, wenn in den Spielen die Zusammenarbeit, das Zusammenspiel und die Kommunikation funktionieren. Die Regeln untereinander müssen eingehalten werden, wie z.B. gegenseitiger Respekt, auch muss klar sein, wer die Ansprachen macht.

Phase 4 beinhaltet, dass Teamziele vor Einzelzielen rangieren ? wichtig sind vor allen Dingen Erfolgserlebnisse und Spaß haben. Insgesamt ist es das Ziel, möglichst dauerhaft in dieser Phase zu bleiben. Falls das aber nicht gelingt und Störungen durch Misserfolge und Misstöne auftreten, dann müssen die Ursachen herausgearbeitet werden, um neue Ziele zu setzen und wieder in die Phase 4 zu kommen.

Hilfestellung für Spielerinnen und Trainerteam




"Das alles klingt sehr theoretisch, ist es aber nicht. Wenn eine Spielerin auf der Bank auf ihren Einsatz wartet, dann hilft sie dem Team nicht, wenn sie über ihre Nichtberücksichtigung grübelt, sondern sie muss das Spiel mitverfolgen und genau wissen wie sie agieren muss, wenn sie eingewechselt wird, um der Mannschaft zu helfen", erklärt der Verein.

Evelyn Schulz steht häufig in Kontakt mit Maike Koberg und erklärt: "Maike zeigt uns auf, wie jede einzelne Spielerin zum Teamerfolg mit ihren positiven Gedanken beitragen kann. Sie gibt uns individuelle Übungen an die Hand, wie wir bei Misserfolgen den Kopf wieder frei kriegen und den Fokus auf unsere Stärken lenken." Für diese Situationen gebe es Übungen und Strategien, damit diese Spielerin ihr Ziel erreicht.

"Auch das Trainer-Team kann von ihr Hilfe bekommen, wenn es um eine optimale Pausenansprache geht. Es ist nämlich zu berücksichtigen, dass für viele Akteurinnen die Pause viel zu lang ist. Deshalb müssen taktische Ratschläge sehr kurz und pointiert erfolgen. Viele Spielerinnen wollen sich wieder bewegen, um keinen Spannungsabfall zu haben, deshalb würden weitschweifige Ausführungen eher das Gegenteil bewirken", berichten die Luchse.

Zudem habe die Mentaltrainerin auch einen besonderen Blick auf die Gruppe: "Maike kann dem Trainer-Team Ratschläge geben, wer besonderen Zuspruch braucht oder besser in Ruhe gelassen werden sollte. Es ist Maike Kobergs Geschick, mit ihren Strategien und ausgewählten Übungen die Leistungen der Spielerinnen zu verbessern und Irritationen zu minimieren, aber sie arbeitet im Hintergrund und deshalb kann man ihr erfolgreiches Wirken gar nicht genug würdigen", berichten die Luchse über die aus ihrer Sicht wichtige Komponente.

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