05.06.2019 10:00 Uhr - 1. Bundesliga - red

"Heiß auf Titel": Borussia Dortmund greift mit neuem Chefcoach die nationale Spitze an

Andre FuhrAndre Fuhr
Quelle: Marco Schultz
Borussia Dortmund hat Andre Fuhr als neuen Cheftrainer für die kommende Bundesligasaison präsentiert. Fuhr hatte erst in der vergangenen Woche seinen Vertrag bei der TuS Metzingen aufgelöst und unterzeichnete bei den Westfälinnen nun einen Dreijahresvertrag.

"Für uns ist Andre der Trainer, der am besten zu Borussia Dortmund passt. Zum einen wegen der Erfahrung, zum anderen wegen der Kontinuität", so Abteilungsleiter Andreas Heiermann, der mit Blick zur Entwicklung des Transfers sagt: "Manchmal helfen auch Gerüchte. Zum Zeitpunkt, als wir angesprochen worden sind, hat keiner mit Andre Fuhr verhandelt. Wenn aber Gerüchte in der Welt sind, dann muss man hinterfragen ´Will der aufhören in Metzingen?´ In der Woche vor dem Final 4 habe ich in Rücksprache mit Andreas Bartels einfach mal zum Hörer gegriffen, weil die Gerüchte sich verdichteten, dass Andre aus persönlichen Gründen vielleicht aufhört."

"Wir haben den richtigen Mann an der richtigen Position. Zum einen, weil er über Jahre bewiesen hat junge, deutsche Talente in die 1. Mannschaft zu integrieren und zum anderen, weil Andre Fuhr genauso heiß ist wie wir auf Titel", so Heiermann, der betont: "Wir wollen uns mit Andre Fuhr unter den ersten drei etablieren und haben erstmalig bei Borussia Dortmund einem Trainer einen Dreijahresvertrag gegeben."

Fuhr: "Glaube, dass PS ausreichend zur Verfügung stehen"




"Dortmund hat ein riesiges Potential, darüber ist man sich seit Jahren einig in der Bundesliga", so Fuhr, der mit Blick auf die Veranstaltung in einem Autohaus erklärte: "Man spricht immer von den PS, die es auf die Straße zu bringen gilt. Ich glaube, dass PS ausreichend zur Verfügung stehen, aber es wird spannend, wie wir die auf die Straße bringen."

"Wir wussten aus dem Vorjahr, dass Andre mit seiner Art Handball ganz nah bei unserer Philosophie liegt", so der stellvertretende Abteilungsleiter Andreas Bartels mit Blick auf die bereits im Vorfeld getätigten Personalplanungen, die man noch gemeinsam mit dem bisherigen Chefcoach Smits betrieben hatte. "Wir sind davon überzeugt, dass wir eine erfolgreiche Saison spielen werden", so Bartels weiter.

Und auch Andre Fuhr betätigt: "Der Kader ist richtig gut besetzt. Ich bin sehr zufrieden mit diesem Kader. Wir haben eine super Mischung aus erfahrenen Nationalspielerinnen und jungen Talenten und wir haben alle Positionen doppelt und mit guter Qualität besetzt. Der hätte auch von mir sein können."

Heiermann: "Schlechteste Saison seit dem Wiederaufstieg"




"Nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die Entwicklungen einiger Spielerinnen waren nicht so gut", so Heiermann über ein Analysegespräch, das gemeinsam mit dem bisherigen Cheftrainer Gino Smits und Abteilungsvorstand Andreas Bartels geführt wurde. "Wir sind nur Siebter geworden und hatten 25 Minuspunkte. Das war seit dem Wiederaufstieg unsere schlechteste Saison", so Heiermann.

Fuhrs Vorgänger Gino Smits soll wie schon ursprünglich bei der Verpflichtung des Niederländers, der interimsweise den Chefposten nach der Entlassung von Norman Rentsch übernommen hatte, wieder Chef des Nachwuchszentrums. "Ich denke, Andre Fuhr in der Bundesliga zu haben und Gino Smits als Nachwuchsleiter - man kann sich kaum besser aufstellen", so Heiermann, der allerdings einräumte: "Gino hat einen Vertrag, hat sich aber diese Woche Bedenkzeit ausgebeten, ob er den Vertrag so erfüllen will."

Im Rahmen der Pressekonferenz gaben die Dortmunder Handballerinnen aber auch strukturelle Veränderungen bekannt. Diese würden auch durch den Gewinn mit der Deutschen Meisterschaft der weiblichen A-Jugend einhergehen. "Wenn man so erfolgreich ist, dann muss man sich die Frage stellen, wie wird man noch erfolgreicher", so Abteilungsleiter Andreas Heiermann und ergänztt: "Wie können wir es auch nachhaltig schaffen mit unseren Jugendmannschaften Deutscher Meister zu sein?"