02.06.2019 17:43 Uhr - A-Jugend-Bundesliga - Markus Hausdorf

Leonie Kockel trifft Leverkusen Mitten ins Herz und wirft Dortmund zur Meisterschaft

Deutscher A-Jugend Meister 2019: Borussia DortmundDeutscher A-Jugend Meister 2019: Borussia Dortmund
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Borussia Dortmund ist neuer Deutscher A-Jugend-Meister! Die Schwarz-Gelben besiegten den Titelverteidiger TSV Bayer 04 Leverkusen in einem Herzschlagfinale mit 22:21 (10:10). Leonie Kockel traf mit dem Schlusspfiff. Damit ist der BVB erstmals Deutscher A-Jugend-Meister! Im Halbfinale hatte sich Dortmund gegen Leipzig ebenso erst nach Verlängerung durchgesetzt wie Leverkusen gegen Gastgeber HSG Marne/Brunsbüttel.

Um 16 Uhr war es in der Handewitter Wikinghalle angerichtet: Das Finale um die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft zwischen Titelverteidiger TSV Bayer 04 Leverkusen und Borussia Dortmund stand an. Während die Mannschaft von Jörg Hermes bei der 7. Teilnahme am Final Four zum 7. Mal das Finale um die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft erreichte, zogen die Schwarz-Gelben bei der zweiten Teilnahme am Final Four erstmals ins Endspiel ein.

Beide Mannschaften kennen sich durch die zahlreichen Duelle in der 3. Liga West sehr gut. Nach der deutschen Nationalhymne ging es los und die Zuschauer erlebten bereits in den ersten Minuten ein packendes und enges Spiel zwischen den beiden Westmannschaften.

Beide Nachwuchsteams egalisierten sich und boten ein Duell auf Augenhöhe. Die Zuschauer erlebten ständige Führungswechsel zwischen beiden Mannschaften, zudem in Dortmunds Katarina Longo und Leverkusens Lisa Fahnenbruck zwei Torhüter, die sich in guter Form präsentieren.

Erst als Lisa Fahnenbruck einen Siebenmeter von Mariel Wulf in der 25. Minute abwehren konnte, setzte sich der amtierende Titelträger aus Leverkusen erstmals mit zwei Toren ab. Kim Hinkelmann gelang ein Heber über Dortmunds Katarina Longo zum 10:8. Allerdings hielt der BVB das Finale weiter offen, Hannah Kriese erzielte drei Minuten vor der Halbzeitpause den Anschlusstreffer zum 9:10. A

ber auch Dortmunds Keeperin Katarina Longo stand Leverkusens Lisa Fahnenbruck in nichts nach und wehrte nun einen Siebenmeter von Dana Gruner ab. So hatten die Schwarz-Gelben die Chancen auszugleichen und Kreisläufer Jana Willing nutzte diese wenige Sekunden vor der Halbzeitpause zum 10:10-Unentschieden.



Mit ihrem dritten Treffer eröffnete Jana Willing den zweiten Durchgang und brachte ihr Team mit 11:10 in Front. Der BVB legte wenig später nach. Durch den von Dana Bleckmann verwandelten Siebenmeter führte die Schwarz-Gelben erstmals mit zwei Toren (12:10). Doch Lilli Holste verkürzte für die Juniorelfen zum 11:12.

Hannah Kriese legte vom Siebenmeterpunkt allerdings erneut nach, der BVB lag erneut mit zwei Treffern in Front. Das Spiel nahm nun richtig Fahrt auf. Als Katarina Longo einen Wurf von Dana Gruner von Linksaußen abwehren konnte, nutzte Hannah Kriese die Chance und erhöhte für den BVB auf 15:12. Doch bis zur 40. Minuten konnten Mareike Thomaier per verwandelten Siebenmeter und Lilli Holste auf 14:15 verkürzen.

Für Dortmunds nächsten Siebenmeter brachte Leverkusens Coach Jörg Hermes Alexandra Gumbert für Lisa Fahnenbruck ins Spiel. Zwar konnte sie den nächsten Siebenmetertreffer von Hannah Kriese verhindern, doch im Nachwurf netzte die Dortmunderin zum 16:14 ein. Ein weiteren Fehler der Juniorelfen nutzte Carlotta Fege zum 17:14.

Doch der amtierende Meister ergab sich nicht kampflos, glich Treffer von Lilli Holste, Mareike Thomaier und Jule Polsz zum 18:18-Unentschieden aus. Die Partie war dreizehn Minuten vor dem Spielende wieder komplett offen. Als Leverkusens Alexandra Gumbert einen Siebenmeter von Dana Bleckmann abwehren konnte, gingen die Juniorelfen durch einen weiteren Treffer von Mareike Thomaier sogar wieder in Führung.

Verspielten die Schwarz-Gelben wie am Vortag gegen Leipzig eine eigentlich komfortable Führung? Im Halbfinale hatten sie nach einer 25:19-Führung noch das 27:27 hinnehmen müssen, bevor in der Verlängerung das Ticket für das Endspiel gelöst wurde. Doch auch Titelverteidiger Bayer Leverkusen hatte gestern ein intensives und mehr als sechzig Minuten dauerndes Spiel zu bestreiten. Die letzten zehn Minuten wurden auch zu einer Kraftfrage: Und starteten nach dem 19:19 von Hannah Kriese mit einem Gleichstand.



Wie die Halbfinals wurde auch das Endspiel zum Thriller: Loreen Veit brachte Leverkusen in Führung, Dana Bleckmann glich erneut für den BVB aus. Vier Minuten vor dem Spielende nahm Tobias Fenske eine weitere Auszeit. Erneut kam es zum Siebenmeterduell Alexandra Gumbert gegen Hannah Kriese und die Dortmunderin blieb Siegerin, der BVB führte drei Minuten vor dem regulären Ende mit 21:20.

Wenig später konnte sich die inzwischen eingewechselte Thara Sieg mit einer Parade gegen Lilli Holste auszeichnen. Der BVB nutzte im Gegenzug aber die Chance nicht, sich erneut mit zwei Treffern abzusetzen. Mareike Thomaier traf nur den Pfosten, die Juniorelfen blieben in Ballbesitz und Jörg Hermes nahm 52 Sekunden vor dem Spielende eine letzte Auszeit. Und Loreen Veit gelang zwanzig Sekunden vor dem Schlusspfiff der 21:21-Ausgleich. Doch es blieb noch Zeit für einen Angriff und diesen nutzte Dortmund: Leonie Kockel warf den BVB mit ihrem dritten Treffer zur ersten Deutschen Meisterschaft.

Statistik:



TSV Bayer 04 Leverkusen:
Alexandra Humpert, Lisa Fahnenbruck - Loreen Veit (2), Dana Gruner (3/2), Celine Sold, Lilli Holste (6), Sophia Cormann (2), Mareike Thomaier (6/2), Merit Müller, Kim Hinkelmann (1), Jule Polsz (1), Marie Thiwissen, Laura Lenzen, Luca Tesche

Borussia Dortmund:
Katarina Longo, Thara Sieg - Lotte Iker, Lena Hausherr, Leonie Kockel (3), Franca Pfänder, Mariel Wulf (4/3), Carlotta Fege (2), Julie Hafner (1), Jana Willing (3), Malina Marie Michalczik, Hannah Kriese (6/3), Dana Bleckmann (3/1)

Zuschauer: 1.200
Schiedsrichter: Jannik Otto und Raphael Piper
Zeitstrafen: TSV: 6 (3x 2 Minuten) - BVB: 6 (3x 2 Minuten)
Siebenmeter: TSV: 5/4 - BVB: 10/7

Meisterfoto:



Foto (c) Ingrid Anderson Jensen - nordlyset-fotografie.com

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