02.06.2019 17:55 Uhr - Weltmeisterschaft - fcb

DHB-Team verpasst nach Leistungssteigerung die Weichenstellung in Kroatien

Dinah Eckerle parierte einige Siebenmeter und ermöglichte eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am Mittwoch (live Sport1)Dinah Eckerle parierte einige Siebenmeter und ermöglichte eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am Mittwoch (live Sport1)
Quelle: Michael Schmidt
Die deutsche Mannschaft geht im Hinspiel der WM-Playoffs im kroatischen Koprivnica mit einem 24:24 (11:10)-Remis vom Spielfeld. Kroatien hatte dabei, angesichts von technischen Fehlern der DHB-Auswahl, den besseren Start und dominierte das Hinspiel zunächst. Ab der 25. Minute steigerte sich die DHB-Auswahl angesichts eines drohenden Vier-Tore-Rückstands zunehmend und schaffte vor der Pause den Anschlusstreffer. In der 37. Spielminute gelang der erste Führungstreffer. Kroatien war ins Stocken geraten, meldete sich nach dem 20:23 (53.) aber zurück und erkämpfte noch das Remis.

In der ersten Halbzeit hatte die deutsche Mannschaft jede Menge Probleme. Zu Beginn leisteten sich die Schützlinge von Henk Groener gegen die flinken Kroatinnen gleich einmal vier technische Fehler, sodass der Bundestrainer früh nach der ersten Auszeit verlangte. Danach schien es kurzzeitig so, als würde die DHB-Auswahl ins Spiel finden, doch nach dem 4:3-Anschlusstreffer scheiterte Stolle an Kapitanovic. In Unterzahl fing Deutschland zudem das 5:3, da die Kroatinnen oftmals die ballführende Spielerin isolieren konnten und die Mitspielerinnen zu wenig Druck aufbauten.

Kroatien nutzte die zahlreichen technischen Fehler der Deutschen immer wieder recht abgeklärt und verteidigte den Vorsprung mit zähem Kampf. Beim 6:3 (13.) durch Rechtsaußen Ana Turk betrug der Unterschied wieder drei Tore. Die DHB-Auswahl verkürzte erneut: Bölk verwandelte mit einem Gewaltwurf, Großmann erkämpfte einen Siebenmeter, den Naidzinavicius nutzte, auf der Gegenseite parierte Eckerle von der Markierung und Behnke gelang das 7:6 (17.). Einmal mehr zog Kroatien aber anschließend wieder davon und nutzte technische Fehler: Spielmacherin Milosavljevic stellte auf 9:6.

Milosavljevic war der Dreh- und Angelpunkt der Kroatinnen. Im temporeichen Offensivspiel der Gastgeberinnen bewahrte sie die Übersicht, während Team Deutschland bei weitem nicht so gut harmonierte. Allerdings gehörten die letzten vier Spielminuten vor der Pause der DHB-Auswahl, die nach dem 11:8 (26.) eine Wurffalle für Milosavljevic baute, die an Eckerle scheiterte. Die nun konzentriert arbeitende Deckung ließ vor der Pause keinen weiteren Gegentreffer zu. Großmann und Maidhof verkürzten auf 11:10. Kroatien blockte den letzten Wurf vor dem Wechsel.



Mit ein wenig Struktur hatte das DHB-Team am Ende der ersten Halbzeit, statt mit vier Toren ins Hintertreffen zu geraten, das Spiel wieder geöffnet. Bei Kroatien, das extrem viel Laufarbeit verrichtet hatte, schien ein Substanzverlust zu erkennen zu sein. Smits egalisierte kurz nach dem Wiederanpfiff nach einer Kreuzbewegung zum 11:11, Stolle verpasste anschließend der Führungstreffer mit einem Vorbeiwurf. Kroatien hatte die Spielmacherin getauscht, Blazevic lenkte nun das Spiel beim Gastgeber und besorgte den 12:11-Führungstreffer (33.). Kroatien blieb vorne.

Bei den Deutschen zog inzwischen Zschocke die Spielzüge an. Die Kroatinnen wechselten wieder auf offensivere Deckungsformationen, mit denen sie in der ersten Spielhälfte das Spiel diktiert hatten. Diesmal stach allerdings Stolle zum 13:13 durch und tat dies auch beim 13:14 nach einem Freiwurf. Nach 37 Minuten war die erste Führung geschafft. Behrend legte beim 14:15 vom rechten Flügel nach, doch nach einem Fehlwurf von Benke wendete Turk kurz darauf beim 16:15 (40.) abermals das Blatt. Behrend egalisierte dann nach 42 Spielminuten das zwischenzeitliche 17:15.

In der zweiten Halbzeit wusste das deutsche Team mit einer zupackenden Spielweise bisher ebenso zu gefallen wie das kroatische. Schmelzer verwertete beim 17:18 (44.), zwei Gegenspielerinnen im Nacken, ein kraftvolles Anspiel. Henk Groener gab vielen Spielerinnen Einsatzzeiten und diejenigen, die aufs Feld kamen, brachten das Team voran. Kroatien konnte nicht auf diesem Niveau wechseln. Die zurückgekehrte Eckerle parierte außerdem einen Siebenmeter, Schmelzer sorgte im Gegenzug im Nachsetzen für das 18:20 (47.). Erstmals lag das DHB-Team mit zwei Toren vorne.



Die deutsche Mannschaft nahm nach 60 Minuten ein 24:24 mit. Dabei war zunächst, nach einer weiteren Siebenmeter-Parade Eckerles, die Vier-Tore-Führung (53.) liegen geblieben. Als dann erst Eckerle das 21:22 verhinderte und Naidzinavicius das 20:23 (55.) erzielte, unterbrach Kroatien nochmals und deckte danach 4:2. Dies brachte Kroatien den Punktgewinn: Blazevic verkürzte 90 Sekunden vor Schluss von der Markierung auf 23:24, Zadravec nutzte einen technischen Fehler. 27 Zeigerumdrehungen blieben nach einer Groener-Auszeit. Nach einem weiteren Ballverlust wurde es nochmals dramatisch, doch Kroatien brachte den Ball nicht mehr gezielt aufs deutsche Tor.

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Kroatien - Deutschland 24 : 24 (11:10)

Kroatien:
Milosavljevic 4, Kapitanovic, Pijevic - Blazevic 5/2, Turk 5, Krsnik 4/2, Jezic 2, Zadravec 2, Debelic 1, Posavec 1, Dezic, Kalaus, Karlovcan, Lackovic, Milosevic, Posavec

Deutschland:
Eckerle, Roch
Naidzinavicius 6/3, Stolle 3, Behnke 2, Behrend 2, Bölk 2, Großmann 2, Schmelzer 2, Maidhof 1, Minevskaja 1/1, Smits 1, Zapf 1, Zschocke 1, Braun, Schulze

Zuschauer: 1.500
Schiedsrichter: Peter Horvath / Marton Balázs (Ungarn)
Strafminuten: 6 / 6

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