31.05.2019 17:11 Uhr - Weltmeisterschaft - Eric Dobias, dpa und red

Japan doppelt im Fokus: Deutsche Handballerinnen kämpfen um WM-Ticket und Olympia-Traum

Emily Bölk und Julia Behnke wollen mit dem DHB-Team sowohl 2019 wie auch 2020 nach JapanEmily Bölk und Julia Behnke wollen mit dem DHB-Team sowohl 2019 wie auch 2020 nach Japan
Quelle: Marco Wolf
Das WM-Ticket im Blick, die Olympia-Teilnahme im Hinterkopf: Voller Zuversicht brachen Deutschlands Handball-Frauen am Freitag zur wichtigsten Dienstreise der Saison auf. Mit dem Flieger ging es für das junge Team von Bundestrainer Henk Groener zunächst nach Zagreb, dann per Bus weiter nach Koprivnica. Dort will die DHB-Auswahl am Sonntag (16.00 Uhr) im Hinspiel der WM-Ausscheidung gegen Kroatien die Weichen für eine rosige sportliche Zukunft stellen. "Wer die Bedeutung der WM-Playoffs nicht erkannt hat, gehört auch nicht ins Nationalteam. Wir alle wollen zur WM", sagte Groener vor dem Abflug.

Nur die Qualifikation für die Endrunde vom 30. November bis 15. Dezember in Japan hält den Traum von Olympia 2020 in Tokio am Leben. Und dorthin will der EM-Zehnte des Vorjahres mit aller Macht. "Jede Spielerin ist heiß, jede wird alles geben, da bin ich mir sehr sicher. Sie wollen gegen Kroatien zeigen, was sie draufhaben", sagte Groener nach einem fünftägigen Lehrgang in Ruit und kündigte an: "Wir wollen zweimal 60 Minuten Vollgas geben."

Die beiden Partien gegen die ebenfalls im Umbruch befindlichen Kroatinnen - das Rückspiel steigt am kommenden Mittwoch in Hamm - sind wegweisend für das Projekt Frauen-Handball in Deutschland. Das hat DHB-Präsident Andreas Michelmann zur Chefsache erklärt. Mit Groener wurde dafür im Vorjahr extra ein Erfolgstrainer verpflichtet, dessen Handschrift schon bei der EM lesbar war.

Dennoch ist der nach der verpatzten Heim-WM 2017 eingeleitete Neustart längst nicht abgeschlossen. "Wir bauen gerade am Gerüst der Mannschaft", sagte Groener. Weil viele junge Spielerinnen dazugekommen sind, ist die exakte Rollenverteilung noch im Gange. "Das dauert in der Nationalmannschaft, wo man sich nur alle zwei Monate sieht, natürlich länger als im Verein", betonte der 58 Jahre alte Niederländer. "Aber ich hoffe, wir können zeigen, dass wir bereits weiter sind als Kroatien."

Emily Bölk: "Ich habe ein gutes Gefühl"




Neben der nach zwei schweren Knieverletzungen zurückgekehrten Kapitänin Kim Naidzinavicius gehören Torfrau Dinah Eckerle vom Meister SG BBM Bietigheim und Rückraum-Ass Emily Bölk vom Pokalsieger Thüringer HC zu den Stützen des Teams. Die 21-Jährige verschwendet keinen Gedanken an ein Scheitern. "Wir haben bei der EM gezeigt, dass wir in der Lage sind, auch Weltklasse-Mannschaften zu schlagen. Daran wollen wir anknüpfen", sagte Bölk. "Ich habe ein gutes Gefühl und bin sicher, dass wir das Ticket ziehen werden."

Auch Torhüterin Dinah Eckerle ist zuversichtlich, dass Kroatien nicht zum Stolperstein wird. "Wir haben eine super Truppe zusammen, deshalb werden wir das auch hinkriegen. Wir müssen einfach nur unseren Handball zeigen", sagte die 23-Jährige. Sollte es mit der WM-Teilnahme klappen, könnte die DHB-Auswahl dort das Olympia-Ticket direkt buchen oder sich eine zweite Chance bei einem der Qualifikationsturniere sichern.

"Das ist unser Traum", bekräftigte Kreisläuferin Julia Behnke mit Blick auf einen möglichen zweiten Trip nach Japan. "Aber wir sollten nicht schon vor den Playoffs über Olympia reden. Erstmal zur WM kommen - und dann neue Ziele setzen." Auch Bundestrainer Henk Groener betonte: "Wir wollen bei allen Großturnieren dabei sein. Wir haben mit Kroatien einen Gegner, der es uns schwierig machen wird, aber eine Aufgabe, die wir auch lösen können und wollen. Wenn wir nach Olympia wollen, müssen wir erst einmal zur WM."

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