27.05.2019 16:00 Uhr - Weltmeisterschaft - Julia Nikoleit

"Noch im Rhythmus drin": Ein Dutzend Auswahlspielerinnen reist vom OLYMP Final 4 direkt zum Nationalteam

Zwölf Spielerinnen des DHB-Teams liefen beim OLYMP Final4 aufZwölf Spielerinnen des DHB-Teams liefen beim OLYMP Final4 auf
Quelle: Marco Wolf


Alicia Stolle und Ina Großmann reisen mit dem DHB-Pokal im Gepäck zum Lehrgang Alicia Stolle und Ina Großmann reisen mit dem DHB-Pokal im Gepäck zum Lehrgang
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Am Wochenende waren sie noch Gegner, keine 24 Stunden später sind sie Mannschaftskollegen: Für zwölf Nationalspielerinnen ging es vom OLYMP Final4 in Stuttgart direkt zum Lehrgang der deutschen Auswahl ins nahegelegene Ruit. Der Thüringer HC, die SG BBM Bietigheim und die TuS Metzingen stellen jeweils vier Spielerinnen für das aktuelle Aufgebot, mit dem Bundestrainer Henk Groener die beiden anstehenden Länderspiele in den WM-Playoffs gegen Kroatien bestreiten will.

Emily Bölk, Meike Schmelzer, Ina Großmann und Alicia Stolle reisen als frisch gebackene Pokalsiegerinnen zur Nationalmannschaft, während Kapitänin Kim Naidzinavicius, Dinah Eckerle, Kim Braun und Luisa Schulze nur eine Nacht hatten, um die dramatische Finalniederlage zu verkraften. Von den drittplatzierten TusSies sind Isabell Roch, Marlene Zapf, Julia Behnke und Shenia Minevskaja nominiert.

Entsprechend genau verfolgte Bundestrainer Henk Groener die vier Partien in der Stuttgarter Porsche-Arena. Lediglich Xenia Smits (Metz Handball/FRA), Mia Zschocke (TSV Bayer 04 Leverkusen), Julia Maidhof (HSG Bensheim/Auerbach) und Jenny Behrend (VfL Oldenburg) liefen nicht beim OLYMP Final4 auf.

Einen Nachteil sehen die Spielerinnen trotz des intensiven Wochenendes mit zwei Spielen in zwei Tagen für sich nicht. "Natürlich ist die Belastung schon groß, aber auch die Mädels, die schon spielfrei hatten, müssen sich fit halten", erklärte Kreisläuferin Julia Behnke gelassen. "Wir sind hingegen noch im Rhythmus drin, unser Körper ist noch nicht heruntergefahren. Wir schalten es daher aus." Auch ihre Mannschaftskollegin Marlene Zapf sprach "von einer guten Vorbereitung" durch das Finalturnier, denn "wir sind so alle im Wettkampfmodus".

Während Metzingen und Thüringen in ihrem letzten Spiel beim OLYMP Final4 jeweils einen Sieg feierten, müssen die Bietigheimerinnen eine bittere Niederlage verkraften. "Man muss sicherlich eine Nacht darüber schlafen, aber dann sammeln wir uns ab Montag bei der Nationalmannschaft wieder neu", betonte Torhüterin Dinah Eckerle. "Wir haben zwei super wichtige Spiele für die Qualifikation vor uns und werden natürlich sehr fokussiert sein. Darüber werden wir dann auch vergessen, was hier passiert ist."

Ich bin sicher, dass wir das Ticket ziehen werden




Eckerle bildet bei den anstehenden Spielen gegen Kroatien wieder ein Gespann mit Isabell Roch. Die Torhüterin aus Metzingen fehlte bei der letzten Maßnahme verletzt, jetzt ist die zurück - und hochmotiviert. "Die Saison ist abgehakt, jetzt geht es im Kopf nur noch um die Nationalmannschaft", erklärte die 28-Jährige. "Die Saison war hart und kräftezehrend, aber jetzt werden wir noch einmal alle Kräfte sammeln."

Das Hinspiel im kroatischen Koprivnica wird am 02. Juni um 16 Uhr ausgetragen, das Rückspiel findet vor heimischem Publikum am Mittwoch, 05. Juni in Hamm statt. Die Bedeutung ist immens: Nur der Sieger qualifiziert sich für die Weltmeisterschaft 2019, über welche zudem die Tickets für die Olympischen Spiele 2020 bzw. die Olympia-Qualifikation vergeben werden.

"Wir haben in Kroatien einen Gegner, der es uns schwierig machen wird, aber eine Aufgabe darstellt, die wir auch lösen können und wollen", blickte Bundestrainer am Rande des OLYMP Final4 voraus. Er habe, so der Niederländer weiter, "ein gutes Gefühl", denn "wir haben im vergangenen Jahr Selbstvertrauen getankt, sind mannschaftlich gut aufgestellt und viele Spielerinnen haben sich auch in Stuttgart gut gezeigt. Das macht Mut."

Auch bei seinen Spielerinnen herrscht Optimismus. "Wir haben eine super Truppe zusammen - und deshalb werden wir das auch hinkriegen", zeigt sich Eckerle selbstbewusst. Auch Emily Bölk, die den Thüringer HC mit ihrem Siegtreffer zum Pokaltriumph warft, betonte: "Ich glaube definitiv, dass wir als Favorit in die Spiele gehen - und wir wollen die Rolle auch annehmen. Ich habe ein gutes Gefühl und bin sicher, dass wir das Ticket ziehen werden."

Das Aufgebot für die WM-Playoffs auf einen Blick




Tor: Dinah Eckerle (SG BBM Bietigheim), Isabell Roch (TuS Metzingen)

Feld: Marlene Zapf (TuS Metzingen), Meike Schmelzer (Thüringer HC), Xenia Smits (Metz Handball/FRA), Julia Behnke (TuS Metzingen), Kim Naidzinavicius (SG BBM Bietigheim), Mia Zschocke (TSV Bayer 04 Leverkusen), Emily Bölk (Thüringer HC), Ina Großmann (Thüringer HC), Kim Braun (SG BBM Bietigheim), Luisa Schulze (SG BBM Bietigheim), Alicia Stolle (Thüringer HC), Julia Maidhof (HSG Bensheim/Auerbach), Shenia Minevskaja (TuS Metzingen), Jenny Behrend (VfL Oldenburg)

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