19.05.2019 14:21 Uhr - 1. Bundesliga - PM THC, red

"Wussten, wie aussichtslos es war": Thüringer HC nützt Kantersieg gegen Bad Wildungen nichts

Ann-Cathrin GiegerichAnn-Cathrin Giegerich
Quelle: Tobias Baur, TuS
Der Thüringer HC verabschiedet sich in der Wiedigsburghalle mit einem 36:19 (15:6) gegen die HSG Bad Wildungen Vipers aus der Bundesligasaison 2018/19. Meike Schmelzer und Iveta Luzumova waren mit je sechs Toren beste Werferinnen des THC. Für die Gäste erzielte Anouk Nieuwenweg fünf Treffer.

Die Partie begann mit hohem Tempo. Die Gäste aus Bad Wildungen legten vor und der THC glich aus. In der dritten Minute ging der Thüringer HC erstmals in Führung - Alexandra Mazzucco vollendete einen Tempogegenstoß zum 3:2. Der THC konnte seine Führung in der Folgezeit ausbauen und Kapitänin Iveta Luzumova traf von der Strafwurflinie zum 6:3. Ann Cathrin Giegerich zeigte eine starke Leistung im THC-Tor.

Gästetrainerin Tessa Bremmer nahm beim Stand von 7:3 bereits ihre erste Auszeit (11. Minute). Der THC blieb die dominierende Mannschaft, ließen aber einige Chancen liegen. Die Abwehr stand dafür stabil und sicher. Die Thüringerinnen bauten ihre Führung weiter aus. In der 18. Minute traf Meike Schmelzer vom Kreis zum 10:4. THC-Chefcoach Herbert Müller ging volles Risiko, um das Ergebnis möglichst hoch ausfallen zu lassen, und so brachte er die siebte Feldspielerin auf das Spielfeld.

Risiko mit siebter Feldspielerin zahlt sich nicht aus




Dafür wurde der THC gleich im ersten Versuch bestraft und der Gegner traf ins leere THC-Tor. Im Positionsspiel ging bei den Gästen aus Bad Wildungen gar nichts, immer wieder scheiterten sie an Ann-Cathrin Giegerich oder verwarfen die Bälle. Die Abwehr der Thüringerinnen war einfach zu stark. Beim Stand von 14:6 nahm Trainer Herbert Müller drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff seine erste Auszeit. In die Kabinen ging es mit einer deutlichen 15:6 Führung. Zur selben Zeit führte der direkte Konkurrent und Tabellenführer, die SG BBM Bietigheim mit 19:7 gegen Frisch Auf Göppingen.

Der zweite Durchgang gehörte den Gastgebern, auch wenn die Vipers das erste Tor erzielen konnten. Der THC ließ nicht nach und erhöhte das Tempo weiter, sodass die Gäste bald an ihre Grenzen stießen. Josefine Huber stellte zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff die erste Zehntoreführung zum 17:7 her. Die THC-Damen boten den Fans viele sehenswerte Tore. Alexandra Mazzucco traf im Tempogegenstoß viel umjubelt zum 22:9.

Hinten vernagelte Kristy Zimmermann ihren Kasten. Die Abwehr des THC stand wie ein Bollwerk. Daraus resultierten so einige Ballgewinne für den Gastgeber. Emotional, eine richtige Gänsehautstimmung kam bei der Einwechslung von Jana Krause auf. Es gab Szenenapplaus und die ganze Halle stand, um sie in ihrem letzten Spiel in der Bundesliga zu verabschieden. Jana Krause bedankte sich, indem sie Sekunden nach der Einwechslung einen Strafwurf parierte und nach 44. Minuten ins leere Tor der Gäste zum 24:9 einnetzte.

Julia Redder kam in die Partie und erzielte in ihrem letzten Bundesligaeinsatz für den THC in einer schönen Eins-gegen-Eins-Aktion das 33:15. Am Ende gewann der Thüringer HC deutlich mit 36:19 gegen die Vipers und holt sich verdient den Vizemeistertitel der Saison 2018/19. Am Ende fehlen 29 Tore zum punktgleichen neuen Deutschen Meister der Saison, der SG BBM Bietigheim.

Coach-Stimmen nach dem Spiel




Tessa Bremmer (Vipers): Wir wussten, dass es für uns heute sehr schwierig werden würde und das Thüringen auf das Torverhältnis spielen musste. Wir haben versucht, das hohe Tempo einigermaßen mitzugehen, was uns auch in der ersten Halbzeit ganz gut gelungen ist. Dann wurden wir jedoch vom Tempospiel des THC überrollt, wobei meine Mädels aber sich nicht aufgegeben haben. Trotz allem haben wir eine tolle Saison gespielt.

Herbert Müller (THC): "Wir wussten wie schwer es heute werden würde und wie aussichtslos es war. Ich gratuliere meiner Mannschaft zu einer tollen Saison mit nur zwei Minuspunkten am Ende. Ich möchte hier Bietigheim zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft gratulieren. Offensichtlich gab es da noch eine Mannschaft in der Liga, die noch einen Tick besser war."