18.05.2019 09:42 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Thüringer HC droht laut Trainer Müller ein "Titel, auf den ich gern verzichten würde"

Herbert MüllerHerbert Müller
Quelle: Jürgen Pfliegensdörfer
Der Thüringer HC genießt am letzten Spieltag in der Handball Bundesliga Frauen den Heimvorteil. Ob es am Ende eine Saisonabschluss- oder gar Meisterfeier gibt, das hängt wohl auch vom Ausgang der Partie zwischen Spitzenreiter SG BBM Bietigheim und Frisch Auf Göppingen ab. So oder so wird gefeiert und der THC kündigt an: "Wer in Rot kommt, bekommt Freibier!"

Das war für Herbert Müller ein "meisterlicher Auftritt", mit plus zehn in Metzingen gewinnen, das gelingt auch dem THC nicht alle Tage. Doch diese Spitzenspiele, das sind nach Herbert Müller, "die Spiele, auf die wir die ganze Saison über hin fiebern". Es war die erwartete spannende, schnelle Begegnung zwischen zwei Spitzenmannschaften. In der Anfangsphase hat der Meister zwar schon ein paar Würfe liegen gelassen und Nationaltorhüterin Isabell Roch konnte sich auszeichnen, aber dann hat die Mannschaft den Matchplan von Herbert Müller immer besser umgesetzt.

"Schon vor dem Spiel habe ich meinen jungen Rückraumspielerinnen Emily Bölk und Alicia Stolle gesagt, dass ich heute von ihnen Präsenz erwarte, dass sie sich zeigen müssen", sagt Herbert Müller. Das haben sie richtig gut gemacht, sowohl in der Abwehr wie auch im Angriff und dass über 60 Minuten. Schließlich war diese Präsenz, in allen Mannschaftsteilen, der Schlüssel zum Erfolg. Für Herbert Müller war es die beste Saisonleistung. Der THC-Trainer verteilte Komplimente an die Fans der Pink-Ladies, "so, wie sie Ina Großmann begrüßt und bejubelt haben, alle Achtung" sagt Herbert Müller.

Aber Metzingen ist Geschichte, mit 25 Siegen aus 26 Partien könnte der Thüringer HC am Ende wohl der beste Vizemeister aller Zeiten sein. "Ein Titel, auf den ich gern verzichten würde", sagt Herbert Müller und gibt für den letzten Spieltag die Order aus, auf Sieg zu spielen, auch wenn die Titelchance bei nur einem Prozent liegt.

Dessen ist sich auch Vipers-Trainerin Tessa Bremmer bewusst: "Obwohl für Thüringen der Gewinn der Meisterschaft sehr schwierig wird, werden sie sicherlich von Anfang an extrem hohes Tempo gehen. In dieser tollen Halle und vor so einer Kulisse zu spielen, soll für uns als Mannschaft ein schöner Abschluss werden. Wir wollen uns aus dieser Saison mit einer guten Leistung verabschieden."

Das Spiel gegen die Nachbarn aus Hessen wird bestimmt kein Selbstläufer. Der THC ist Favorit und will dieses letzte Match gewinnen. Daran schließt sich eine emotionale Feier mit zahlreichen Verabschiedungen an. Darunter sehr verdiente, langjährige Akteurinnen, wie Kerstin Wohlbold und Jana Krause.

Personell gab es beim THC wieder ein paar Blessuren. Iveta Luzumova hat eine Schulterprellung, Emily Bölk klagte über muskuläre Probleme. Lydia Jakubisova ist erst einmal ganz draußen. Sie konnte wegen Knieproblemen nicht in Metzingen auflaufen und in dieser Woche nicht trainieren. Ansonsten tritt die Mannschaft wie zuletzt an. "Ein besonderer Dank geht an Nina Christin Müller, wer genau hingesehen hat, sah sie in Metzingen auf Rechtsaußen, im Rückraum links, am Kreis und im Mittelblock, universell eingesetzt", so der THC in seiner Mitteilung.

Die Partie im Livestream