15.05.2019 13:10 Uhr - Weltmeisterschaft - ÖHB, red

Petra Blazek über Meisterschaft in Rumänien: "Ist etwas ganz Großes für mich"

Petra BlazekPetra Blazek
Quelle: ÖHB/Pucher
Vergangenen Sonntag konnte Petra Blazek mit dem 29:26-Heimsieg über CSM Slatina die Sensation in der rumänischen Liga endgültig fixieren. Ramnicu Valcea löst damit den Spitzenverein Bukarest, Champions League Sieger 2016, ab. Bereits zu Beginn der Saison konnte man mit dem Sieg im Supercup über Bukarest für eine erste Überraschung sorgen, am Sonntag feierte man vor Heimpublikum den zweiten Titel der Saison. Im Interview spricht Petra Blazek über den Weg zu diesem Erfolg und was sie daraus für das Nationalteam mitnimmt. Am 2. Juni steht für die Kapitänin mit dem Team im Raiffeisen Sportpark Graz das Hinspiel im WM-Playoff gegen Ungarn an.

Vor knapp drei Jahren bist du zu Ramnicu Valcea gewechselt. Damals befand man sich noch im Mittelfeld, jetzt ist man Meister.

Petra Blazek:
Das stimmt. In meinem ersten Jahr sind wir am Ende Sechste geworden, im Jahr darauf Vierte und zogen bereits ins Cupfinale ein. Dann kam der Sieg im Supercup über Bukarest, das war schon eine erste Überraschung. Unser Ziel war ein Platz unter den Top drei für dieses Jahr. Bukarest ist natürlich als Favorit in die Saison gestartet. Sie verfügen über das größte Budget und nominell über die stärkste Mannschaft. Ich denke, wir konnten Bukarest durch den Sieg in der Hinrunde ein wenig aus der Bahn werfen, haben sie dadurch unter Druck gesetzt. Ihre Niederlage vergangene Woche kam zusätzlich überraschend. Damit wussten wir, wir haben es selbst in der Hand, da wir das direkte Duell bereits für uns entscheiden konnten.

Wo ordnest du für dich diesen Titel ein?



Petra Blazek:
Mit Hypo Niederösterreich durfte ich bereits einige Meister- und Cuptitel feiern, im Ausland holte ich meinen ersten Titel mit dem Thüringer HC. Dieser Titel ist allerdings etwas ganz Großes für mich. Wir konnten uns einerseits gegen einen der europäischen Spitzenklubs behaupten, andererseits bin ich seit 2016 den ganzen Weg mitgegangen. Wir sind stetig als Mannschaft gewachsen und das mit einem in Relation normalem Budget. Alles was wir erreicht haben, haben wir über die Mannschaft erreicht. Das ist ein großer Erfolg.

Kam dieser Titel überraschend?

Petra Blazek:
Ja natürlich. Es haben sich bei Bukarest zwar im Cup wichtige Spielerinnen verletzt. aber aufgrund ihres Kaders und ihrer Möglichkeiten, waren sie immer noch klarer Favorit auf die Meisterschaft. Bukarest ist ein Team, gespickt mit Weltstars, das 2016 die Champions League gewinnen konnte. Ihr Budget ist mit Abstand das größte der Liga. In ganz Rumänien ist man natürlich überrascht. Wir haben über die Jahre Selbstvertrauen aufgebaut, die Siege im Supercup und in der Meisterschaft über Bukarest gaben uns zusätzlich Motivation.

Dass wir sogar eine Runde vor Schluss zuhause den Meistertitel fixieren konnten, kam zusätzlich überraschend. Wir sind alle davon ausgegangen, dass Bukarest all seine ausstehenden Spiele noch gewinnt. Nach unserem Sieg in Cluj haben wir die letzten 15 Minuten von Bukarest im TV in der Halle verfolgt. Als die Niederlage feststand, war uns sofort klar, was das für uns bedeutet. Am Sonntag den Titel vor knapp 3.000 Zusehern zu feiern, war etwas ganz Besonderes.

Gibt das auch Auftrieb für das Nationalteam und das WM-Playoff gegen Ungarn am 2. Juni in Graz?

Petra Blazek:
Ja natürlich. Man kommt mit einem ganz positiven Gefühl zum Nationalteam, mit viel Selbstvertrauen. Wir haben diesen Titel über das Kollektiv geholt, nicht über eine einzelne Spielerin. Der Kader von Bukarest ist mit unserem nicht vergleichbar. Das ist auch wichtig für das Nationalteam. Wir können nur als Mannschaft erfolgreich sein, haben keinen einzelnen Star im Team. Das ist die gleiche Situation. Wenn wir gegen Ungarn bestehen wollen, geht das nur über die Mannschaft. Ungarn hat ein junges Team, fast alle Spielerinnen haben Champions League-Erfahrung. Viele Spielerinnen im Nationalteam kommen von FTC-Rail Cargo Hungaria, sind dadurch bereits eingespielt.