12.05.2019 19:50 Uhr - Champions League - fcb

Foto Finish im Champions League-Finale: Rostov muss sich Györ erst mit der Sirene geschlagen geben

Wie schon 2017 und 2018 heißt der CL-Sieger Györi ETO KCWie schon 2017 und 2018 heißt der CL-Sieger Györi ETO KC
Quelle: sportseye.de
Titelverteidiger Györ und der Vorjahres-Vierte Rostov-Don kämpften am Sonntag um die Krone im europäischen Frauenhandball. In der mit 12.000 Zuschauern ausverkauften Papp Laszlo Arena herrschte eine enorme Stimmung. Rostov war dabei zunächst vorne, doch Györ verbesserte die Abwehr und riss das Spiel mit einem 1:7-Lauf vor der Pause an sich. Rostov wehrte sich in der zweiten Halbzeit nach Kräften und ging aber bei dem 24:25 (11:15)-Fight, trotz einer Aufholjagd in der Schlussphase, letztlich leer aus: Lois Abbingh scheiterte sowohl an der Sirene als auch an Kari Grimsbø, die nach dem Spiel als MVP geehrt wurde. Bei Györ wurden Groot und Amorim vorzeitig disqualifiziert.

Es war eine wilde Torhatz zu Beginn der Partie. Nach vier Spielminuten waren bereits sieben Tore gefallen. Anna Vyakhireva hatte beim 4:3 den Führungswechsel zugunsten von Rostov-Don besorgt. Das Team aus Russland vergab anschließend die Chance zur Zwei-Tore-Führung, da Amandine Leynaud parierte. Brattset glich aus. Dann traf Anna Sen nur die Latte und auch auf der Gegenseite schmetterte Veronica Kristiansen den Ball ans Gebälk, ohne dass das Spielgerät den Weg ins gegnerische Tor fand. Es war jede Menge Druck auf dem Kessel. Die Fans waren begeistert.

Ab der achten Spielminute nahm das Tempo etwas ab. Von nun an hatten beide Teams deutlich mehr Zugriff auf die gegnerischen Angreifer. Györs Nycke Groot bearbeitete Viktoriya Borshchenko und wurde verwarnt. Kurz darauf zeigten die polnischen Unparteiischen auch Gabor Danyi den gelben Karton. Györs Trainer wollte sein Team wecken, doch ein technischer Fehler erlaubte Rostovs Iulia Managarova den Gegenstoß zur 7:5-Vorlage (11.). Doch Györ brauchte kaum 90 Sekunden um mit Treffern von Görbicz und Bodi erneut zu egalisieren. Die Kulisse pushte den Lokalmatadoren.

Györ blieb trotz des enormen Rückhalts von den Rängen im Hintertreffen. Treffer von Abbingh bedeuteten abermals einen Zwei-Tore-Rückstand. Auch die Einwechslung von Kari Grimsbø für Amandine Leynaud schien sich zunächst nicht bezahlt zu machen. Die Norwegerin parierte zwar drei Hochkaräter, doch vorne wurden keine guten Wurfsituationen erarbeitet. Györ brauchte etliche Anläufe, um dann durch Bodi auf 10:10 (21.) heran zu kommen. Györs Abwehr glänzte in dieser Phase. Oftedal erarbeitete schließlich den Siebenmeter, den Görbicz trocken zum 10:11 nutzte.



Rostov hatte inzwischen sichtlich Probleme mit der ballorientierten Deckung, die Györ zeigte und die es Grimsbø weiterhin leicht machte, den Ball abzuwehren. Zugleich hatte das Team aus Ungarn mit der Achse Oftedal-Amorim im Angriff einen Trumpf gefunden, der funktionierte. Dadurch geriet Rostov-Don vor der Pause in den Rückwärtsgang. 161 Sekunden vor der Pause zückte Trainer Ambros Martin die Grüne Karte zur Auszeit, sein Team musste aber mit den Empty-Net-Treffer von Amorim zum 11:14 gleich den nächsten Nackenschlag wegstecken. Bodi stellte vom Flügel auf 11:15 (30.).

Györs Aufbäumen und der folgende 1:7-Lauf hatten das Blatt gewendet. Rostov-Don musste sich nach dem Seitenwechsel daran machen, den in den zehn Minuten vor der Pause angehäuften Rückstand abzutragen. Andererseits würde Györ mit wenigen weiteren Akzenten den Sieg frühzeitig klarmachen können. Der Titelverteidiger blieb tatsächlich tonangebend: Görbicz und Amorim setzten zum 12:17 (33.) nach. Amorim wurde dann, sie hatte Vyakhireva im Gesicht getroffen, nach dem Videostudium frühzeitig zum zweiten Mal hinausgestellt. Rostovs Megastar konnte weitermachen.

Kurz darauf war das Spiel für Györs Spielmacherin Nycke Groot zu Ende. Sie hatte Rostovs Linksaußen Polina Kuznetsova beim Torwurf behindert und wurde deswegen direkt disqualifiziert. Rostov-Don schnupperte auf einmal Morgenluft und kam mit Treffern von Abbingh und Makeeva bis zur 37. Spielminute auf 15:18 heran. Beim Titelverteidiger lenkte nun Stine Oftedal das Spiel und sie schien den achtmaligen Finalisten über eine beherzt geführte Schnelle Mitte wieder in die Spur zu bringen. Die eingewechselte Anne Mette Hansen agierte bei ihrem Doppelschlag zum 16:21 (41.) explosiv.

Das Spiel befand sich wieder in einer Phase des Power Plays. Rostov erarbeitete sich dabei nach Abbinghs 19:22-Treffer (44.) zweimal die Chance auf zwei Tore zu verkürzen, doch Görbicz eroberte in der Deckung zweimal den Ball und zeichnete dann von der Markierung für das 19:23 (49.) verantwortlich. Drei Minuten später dieselbe Situation, und Rostovs Makeeva traf mit voller Wucht den Pfosten. Auf der Gegenseite ließ es Amorim zum 21:25 einschlagen. Györ hatte stets die passende Antwort parat. Sieben Minuten vor Schluss drohte Rostov die Zeit auszugehen.

So kam es in der Schlussphase, in der die Györ-Fans jede gelungene Aktion ihres Teams bejubelten und Rostov mit gellendem Tröten beirren wollten, tatsächlich: Nach dem 21:25 (52.) gelang Györ kein Torerfolg mehr. Anders Rostov: Nach einem Time-out besorgte Abbingh eine Minute vor Schluss das 23:25. Nach einem Wechselfehler von Pessoa parierte die eingewechselte Mekhdieva gegen Görbitz. Vyakhirevas Durchbruch erlaubte Abbingh 30 Sekunden vor Schluss das 24:25. Györ scheiterte abermals, doch die Sirene und Grimsbøs Reflex gegen Lois Abbingh verhinderten Rostovs Ausgleich und retten Györ den dritten Titel in der Champions League in Serie, den fünften insgesamt.

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